Forschungsgruppe Kreis Ohlau

Forschungsgruppe Kreis Ohlau, Schlesien, der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher
Klaus Kunze, Stegwiese 35, 51067 Köln


Silingenthal (= Schwoika)

Grundherrschaft:

1342 Hannus Engilger in Breslau; 1360: Vrozko von Semansdorf verkauft das Eigengut dem Schulzen Bartholomäus von Wangern; 1375: Johann Salsatoris (Sälzer); 1383 schenkt er sein Eigengut der Hedwigskirche Brieg; 1783: „Schwoika, gehöret dem Stiftamte Brieg“; 1819: Stifts-Amt Brieg; 1830: Königliches Rent-Amt Ohlau, eigentlich Stifts-Amt Brieg; 1845: „königliches Stifts-Amt Brieg; Gemeinde zinst Geld“.

Namen: Silingenthal; 1292 Swoyczice, 1342 Sweikow; 1347 Swoykow, 1359 Schwoyke, 1780 Schwoyka, 1783 Schwoika, 1819, 1830, 1845 Schwoike, 1871 Schwoika; 10.2.1937 umbenannt in Silingenthal
Polnisch: nach 1945: Swojkow
Ortsgründung: Aussetzung zu deutschem Recht nach 1292
Dorfform: Doppelwege- oder Angerdorf
Amtsbezirk: Quosdorf
Standesamtsbezirk: Quosdorf
evangelische Kirche: Groß Peiskerau
katholische Kirche: Würben
Entfernung von Ohlau: 15 km
Eisenbahnstation: Leisewitz
Koordinaten (Silingenthal): 50° 56’ N; 17° 08’ Ö

 

1292:
28 Hufen, davon 3 Schulzenhufen.
1604:
28 Hufen; 12 Bauern.
1783:
11 Bauern- und 16 andere Stellen, 196 Einwohner, Religion evangelisch. „Man bauet hier Tabak.“
1819:
1 Freischoltisei, 1 Kretscham, 10 Bauergüter, 3 Freigärtner- und 4 Dreschgärtnerstellen, 1 Schmiedewohnung, 9 sonstige Feuerstellen, insgesamt 29 Haushalte; 206 Einwohner (108 männlich, 98 weiblich;186 Lutheraner, 20 Katholiken).
1830:
30 Häuser, 1 Freischoltisei, 228 Einwohner (kath. 16), evangelische Kirche zu Groß-Peiskerau, katholische Kirche zu Jankau Parochie Würben.
1845:
1 Freischoltisei, 29 Häuser, 227 Einwohner (21 katholisch); 5 Handwerker, 1 Händler; 450 Schafe.
1871:
36 Wohngebäude, 51 Haushaltungen, 254 Einwohner (davon 114 ortsgebürtig; 119 männlich, 135 weiblich; 230 evangelisch, 24 katholisch).
1885:
Flächeninhalt 465 ha, davon Ackerland 440 ha, Wiesen 1 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 30,55 Mark/ha, von Wiesen 41,12 Mark/ha. 1 Wohnplatz mit 40 Wohngebäuden, 58 Haushaltungen und 304 Einwohnern (davon 148 männlich, 156 weiblich; 235 Evangelische, 69 Katholiken).
1895:
37 Wohnhäuser, 46 Haushaltungen, 255 Einwohner (davon 124 männlich, 131 weiblich; 229 evangelisch,26 katholisch).
1905:
32 Wohnhäuser, 41 Haushaltungen, 244 Einwohner (Muttersprache: deutsch 244); Gemarkungsfläche 465,1 ha; Grundsteuer-Reinertrag 30,39 Mark/ha.
1925:
31 Wohnhäuser, 45 Haushaltungen, 243 Einwohner (davon 113 männlich, 130 weiblich; 213 evangelisch, 30 katholisch); Flächengröße 1931: 464,9 ha, Grundsteuer-Reinertrag 30,38 RM/ha.
1935:
228 Einwohner.
1939:
59 Haushaltungen, 255 Einwohner.

Bauergutsbesitzer 1894:

Freigut Nr. 6: Julius Sternagel.

Im Einwohnerbuch 1935 genannte Haushaltungsvorstände (Anzahl):

Aßmann, Bartsch, Brandt, Baumgart, Buchwald, Eckert, Frank, Frost, Gladis, Gladisch, Gleiß, Gutsche, Glied, Heinze, Hillmann, Hoche, Joachim, Kache (2), Klee, Köhler, Krämer, Koschmann, Linke (2), Lobe, Maiwald, Marschall, Müller (2), Peche (2), Pittke, Pohl (2), Reichelt, Roßbegalle, Rother, Sambale (3), Schindler, Spulack, Staroste, Stiesch, Thienel, Titze, Werner, Wiesner, Wolf, Wuttke (3), Zappe (2).

Bauergutsbesitzer 1937:

Freigut Nr. 6: Gustav Frost; Gut Nr. 11: Paul Klee; Gut Nr. 19: Heinrich Schindler; Güter: Ida Staroste; Artur Lobe (Familienbesitz seit 150 Jahren); Robert Pohl; Adolf Eckert; Friedrich Gutsche; Gottlieb Müller.

Literatur:

Rudolf Gleiß, Schwoika (Silingental) im Ablauf der Heimatgeschichte; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 6/1959, S. 3, 7/1959, S. 11, 8/1959, S. 4, und 9/1959, S. 10.

Erich Quester, Der Kreis Ohlau in Urkunden der Jahre 1331 1398; [Artikelreihe in:] Heimatblatt Strehlen/Ohlau 11/1965-8/1966; Schwoika (später Silingental) 7/1966, S. 6.

Rudolf Gleiß,Wie unser Dorf „Schwoika“ ein Stiftsdorf wurde; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 11/1968, S. 15.

Bernhard Kille, Stammfolge Klee in den Kreisen Frankenstein und Ohlau (Schlesien) [hier: in Silingental (Schwoika)]; in: Archiv ostdeutscher Familienforscher, 16. Band, Lieferung 11 (2/2006), S. 332-335.

Heinz Quester, Ortslexikon des Kreises Ohlau/Schlesien, Alfter 2007, S. 142.

Richard Kache, Bericht über Silingental Kr. Ohlau in Schlesien; in: Heimatblatt Strehlen/Ohlau 2/2008, S. 19.