Forschungsgruppe Kreis Ohlau

Forschungsgruppe Kreis Ohlau, Schlesien, der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher
Klaus Kunze, Stegwiese 35, 51067 Köln


Weigwitz

Grundherrschaft:

1358 Johann Schenk von Wichowicz; 1396 Niczscho Schenke von Weychwicz; 1450 von Sebottendorf; 1601: Caspar Sebottendorf auf Weigwitz; 1664 von Sebottendorf; vor 1683 August von Mühlarheim; 1683 Balthasar von Logau auf Brockuth; 1688 Ernst Leonhard von Tschirschky; 1748: Herr von Tschiersky; 1783. „Weigwiz, gehöret gegenwärtig dem Herrn von Tschirschky“; 1793: Ernst Siegismund Tschirski; vor 1816: Otto Traugott von Lossau; 1816: General Graf York von Wartenburg; 1830: General-Feldmarschall Graf York v. Wartenburg; 1845: Ludwig Graf York von Wartenburg; Dominium zinst dem Rent-Amt Ohlau.

Namen: Weigwitz; 1233 Wichowicz, 1298 Witowice, 1319 Wichowicz, 1389 Withowicz, 1396 Weychwicz
Polnisch: nach 1945: Witowice
Ortsgründung: vor 1233; 1297 zu deutschem Recht ausgesetzt
Dorfform: slawischer Kern (Gut mit Kirche); nach Osten Angerdorf mit trichterförmigem Anger
Amtsbezirk: Kauern
Standesamtsbezirk: Kauern
evangelische Kirche: Weigwitz, 1233 erstmals erwähnt, seit 1534 evangelisch, Neubau 1858
katholische Kirche: Wansen Kreis Strehlen
Entfernung von Ohlau: 15 km
Eisenbahnstation: Wansen
Koordinaten (Weigwitz): 50° 50’ N; 17° 12’ Ö

 

1233:
14 Bauernstellen.
1297:
13½ Zinshufen, 2 Hufen Widmut.
1688:
[laut Urbarium:] 1 Herrenhaus, 1 evangelische Pfarrkirche, 1 Pfarrhaus, 1 Mühle (die 1679 erbaute „Brandmühle“), 11 Bauern auf 14 Bauernstellen (21 Hufen), 11 Dresch- und Hofegärtner, mehrere Häusler (1 Erbschmied, 1 Branntweinbrenner, 1 Bäcker, 1 Schuster, 1 Zimmermann, 2 Mietweber, 1 Fischer, 3 ohne Beruf); 600 bis 650 Schafe, 60 Rinder; 5 Fischteiche.
10 Bauern, 9 Freigärtner, 11 Dreschgärtner.
1783:
1783:
1 Vorwerk, 1 evangelische Kirche, 1 Pfarrhaus, 1 Schule, 11 Bauern- und 25 andere Stellen, 195 Einwohner, „sprechen deutsch und sind meist evangelisch“.
1793:
[Urbarium:] 11 Bauern, 12 Freigärtner, 11 Dreschgärtner, 1 Angerhäusler.
1819:
1 herrschaftliches Schloß, 1 Kretscham, 1 lutherische Mutterkirche, 10 Bauergüter, 10 Freigärtner-, 11 Dreschgärtner- und 8 Freihäuslerstellen, 1 Müllerhaus, 1 Schmiedewohnung, 14 sonstige Feuerstellen, insgesamt 57 Haushalte; 407 Einwohner (193 männlich, 214 weiblich; 393 Lutheraner, 14 Katholiken).
1830:
29 Häuser, 1 herrschaftliches Schloß und Vorwerk, 406 Einwohner (kath. 23), 1 evangelische Mutterkirche, 1 evangelische Schule, 1 Lehrer, katholische Kirche zu Wansen; außerhalb 1 Wassermühle, Brandmühle genannt, ¼ Meile im Osten, „am Ohlau-Flusse belegen.“
1845:
1 herrschaftliches Schloß und Vorwerk, 1 evangelische Pfarrkirche, 1 evangelische Schule, 1 Wirtshaus; 59 Häuser, 443 Einwohner (18 katholisch); 10 Handwerker, 2 Höcker [Höker]; 1550 Merinoschafe, 400 Landschafe, 195 Rinder; Lein- und Rapsbau, Bienenzucht. – Hierzu: Brandmühle (Wassermühle an der Ohla).
1871:
Landgemeinde: 50 Wohngebäude, 69 Haushaltungen, 318 Einwohner (davon 181 ortsgebürtig; 161 männlich, 157 weiblich; 306 evangelisch, 12 katholisch); auf die Brandmühle entfallen 1 Wohngebäude und 9 Einwohner. Gutsbezirk: 8 Wohngebäude, 25 Haushaltungen, 119 Einwohner (davon 19 ortsgebürtig; 53 männlich, 66 weiblich; 97 evangelisch, 22 katholisch).
1885:
Landgemeinde: Flächeninhalt 441 ha, davon Ackerland 397 ha, Wiesen 12 ha, Holzungen 20 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 31,33 Mark/ha, von Wiesen 39,95 Mark/ha, von Holzungen 18,80 Mark/ha. 2 Wohnplätze mit 48 Wohngebäuden, 70 Haushaltungen und 300 Einwohnern (davon 142 männlich, 158 weiblich; 281 Evangelische, 15 Katholiken, 4 sonstige Christen). Auf die Brandmühle entfallen 2 Wohngebäude und 6 Einwohner. – Gutsbezirk: Flächeninhalt 290 ha, davon Ackerland 232 ha, Wiesen 36 ha, Holzungen 8 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 29,77 Mark/ha, von Wiesen 39,17 Mark/ha, von Holzungen 17,62 Mark/ha. 1 Wohnplatz mit 6 Wohngebäuden, 27 Haushaltungen und 109 Einwohnern (davon 49 männlich, 60 weiblich; 87 Evangelische, 22 Katholiken).
1895:
Landgemeinde: 43 Wohnhäuser, 59 Haushaltungen, 264 Einwohner (davon 127 männlich, 137 weiblich; 243 evangelisch, 17 katholisch, 4 andere Christen); auf die Brandmühle entfallen 1 Wohngebäude und 9 Einwohner. Gutsbezirk: 5 Wohnhäuser, 29 Haushaltungen, 138 Einwohner (davon 58 männlich, 80 weiblich; 120 evangelisch, 18 katholisch).
1905:
Landgemeinde: 42 Wohnhäuser, 59 Haushaltungen, 264 Einwohner (Muttersprache: deutsch 262, polnisch 0, eine andere Sprache 2); Gemarkungsfläche 441,7 ha; Grundsteuer-Reinertrag 30,77 Mark/ha. auf die Brandmühle entfallen 1 Wohngebäude und 9 Einwohner. Gutsbezirk: 6 Wohnhäuser, 30 Haushaltungen, 176 Einwohner (Muttersprache: deutsch 162, polnisch 14); Gemarkungsfläche 290,3 ha; Grundsteuer-Reinertrag 31,08 Mark/ha.
1917:
Hühnersträucher nach Ohlau ausgemeindet.
1925:
2 Wohnplätze, 54 Wohnhäuser, 92 Haushaltungen, 413 Einwohner (davon 208 männlich, 205 weiblich; 380 evangelisch, 25 katholisch, 7 bekenntnislos); Flächengröße 1931: 777,9 ha, Grundsteuer-Reinertrag 32,24 RM/ha.
1935:
394 Einwohner.
1939:
93 Haushaltungen, 355 Einwohner.


Im Urbarium 1688 genannte Häusler:

Fatzko, Faulhammer, Janotschke, Mänßer, Modaches Wittib, Nickel, Pohles Kinder, Sebelt, Stephan.

Im Urbarium 1748 genannte Stellenbesitzer (Anzahl):

Bauern: Kille, Klose (2), Lämmchen, Runtschke, Schönfelder, Ulbrich (2), Vogler, Zeise. – Freigärtner: Freyer, Jochem, Kollei, Langner, Loche, Probst, Schedune, Scholz, Weigelt. – Dreschgärtner: Böhm, Haupt, Jockisch, Kelch, Krause, Kühnel, Kunisch (2), Probst, Rother, Scholz.

Im Urbarium 1793 genannte Stellenbesitzer (Anzahl):

Bauern: Damzog, Kille, Klose (2), Lämpke, Runschke (2), Schönfelder, Ulbrich,Vogel, Zeise. - Freigärtner: Greger, Jochin, Kollei, Langner, Loche, Melz, Probst, Schedune, Scholz, Weigelt, Wolf, Wollny. – Dreschgärtner: Fabian, Haupt, Krause, Kühnel, Kunisch, Probst. – Angerhäusler: Drischner.

Rittergutsbesitzer 1894:

Rittergut, zur Majoratsherrschaft Klein-Oels gehörend: Paul Graf Yorck von Wartenburg.

Im Einwohnerbuch 1935 genannte Haushaltungsvorstände (Anzahl):

Berger, Biernert, Brier (2), Danke, Deus, Emrich, Ende, Engelmann, Fellmann, Forelle, Franke (2), Freiheit, Frost (2), Gallus (3), Garisch, Gebühr, Glatter, Griesch, Gruner, Hanke, Hanus, Heinrich, Hermann, Hiller (3), Hoche, Jäkel, Jobke, Jokisch, Kittlaus (2), Klammt, Kleis, Kohlisch, Köhler (2), Kunisch (2), Lichey, Lichy, Lisse (2), Loche, Lorenz, Löschner, Mahler, Makio, Matzel, Melzer (2), Neumann, Nippert, Pittke (2), Polster, Prescher, Probst (3), Redlich, Reitz, Richter, Rippchen, Schaloschke, Schneider, Schönfelder (5), Slotta, Stewig (3), Täuber, Ulbrich (5), Vogel (2), Weiß, Wtorek, Zeßner, Zimmer (2).

Ritter- und Bauergutsbesitzer 1937:

Rittergut, zur Herrschaft Klein Öls gehörend: Paul Graf Yorck von Wartenburg; Güter: Paul Hermann; Ernst Ulbrich I; Max Heinrich; Ernst Ulbrich II; Erich Schönfelder; Otto Brier; Hermann Täuber; Reinhold Löschner.

Literatur:

Die combin[irten] Parochieen Weigwitz u[nd] Gaulau; in: F. G. Eduard Anders, Statistik der Evangelischen Kirche in Schlesien, Glogau 1848, S. 228-229.

Paul Neugebauer, Spaziergänge in und um Klein-Oels, 1924, S. 196-199 [über die Grundherren von Weigwitz].

Urbarium des Guttes Weigwitz vom Jahre 1688; in: Paul Neugebauer, Spaziergänge in und um Klein-Oels, 1924, S. 199-202..

Ernst Neumann, Chronik von Weigwitz Krs. Ohlau, Heimatblatt Strehlen/Ohlau 5/1959, S. 10, 6/1959, S. 5 f., 7/1959, S. 12 f., 8/1959, S. 16 f., 9/1959, S. 11.

Erich Quester, Der Kreis Ohlau in Urkunden der Jahre 1331 – 1398; [Artikelreihe in:] Heimatblatt Strehlen/Ohlau 11/1965-8/1966; Weigwitz 8/1966, S. 9.

Karl Buschbeck, Die evangelischen Kirchen und Gemeinden im Ohlauer Land, Ulm 1968, S. 32.

Fritz Damzog, Chronik über Weigwitz und angrenzende Dörfer; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 9/1971, S. 6, 11/1971, S. 5, 12/1971, S. 12, 1/1972, S. 6, 2/1972, S. 11, 3/1972, S. 15, 4/1972, S. 11, 5/1972, S. 13, 6/1972, S. 13.

Hans Kleyer, Erlebtes Kriegsende in Weigwitz, Kreis Ohlau; in: Jahrbuch für Schlesische Kirchengeschichte, Neue Folge, Band 52/1973, Düsseldorf 1973, S. 167-172; auch in: Heimatblatt Strehlen/Ohlau 12/1973, S. 11; zuletzt in: Lebensstation Ohlau, Abschied und Neubeginn; herausgegeben mit finanzieller Unterstützung der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit [vom] Verband Brücke – Bündnis für Ohlau und Umkreis; [o. O.] 2007; S. 105-112.

Heinz Quester, Pfarrer Kleyer, Weigwitz, 70 Jahre alt; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 7/1980, S. 18.

Hanna Teichert, Erinnerungen an Weigwitz, Kr. Ohlau; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 8/1982, S. 5.

Hanna Teichert, Vorweihnachtliche Erinnerungen an Weigwitz; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 12/1982, S. 8.

Heinz Günther, [Über das Urbarium von 1688; in:] Kreis und Stadt Ohlau in Schlesien 1521-1740, Iserlohn 1988, S. 197-201.

[Eberhard Bittner], Vor 50 Jahren [1945/46 in Rosenhain, Wansen, Weigwitz, Wüstebriese und Zedlitz]; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 8/1996, S. 3 f.

Heinz Quester, Predigergeschichte des Kirchenkreises Ohlau in Schlesien. In: Jahrbuch für Schlesische Kirchengeschichte, Band 76/77 (1997/98), S. 415-419.

Heinz Quester, Ergänzungen zur Predigergeschichte des Kirchenkreises Ohlau in Schlesien; in:Jahrbuch für schlesische Kirchengeschichte, Neue Folge, Band 79, Stuttgart 2000, S. 170.

Gerhard Reichelt, Die alte Kirche zu Weigwitz; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 7/2002: S. 30.

Heinz Quester, Zur Geschichte der evangelischen Kirchengemeinden des Kirchenkreises Ohlau in Schlesien; in: Jahrbuch für Schlesische Kirchengeschichte, Band 84/85, Stuttgart 2005/2006. Darin Weigwitz S. 71-81.

Heinz Quester, Ortslexikon des Kreises Ohlau/Schlesien, Alfter 2007, S. 153 f.

Stowarzyszenie „Logan Witowice”,  Redaktion : Elżbieta Mossoń , Witowice – Weigwitz. Dwie nazwy, jedna miejscowość  [Zwei Namen, ein Ort], Kwidzyn [Marienwerder] 2013.

Kirchenbücher:

[nicht bekannt]