Forschungsgruppe Kreis Ohlau

Forschungsgruppe Kreis Ohlau, Schlesien, der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher
Klaus Kunze, Stegwiese 35, 51067 Köln


Würben

Grundherrschaft:

vor 1149: Peter Wlast; 1149: Vinzenz-Kloster Breslau; [1362: Eigentümer des aus 6 Hufen bestehenden Freiguts ist Jesko von Grawthea]; 1783: „Würben, gehöret dem Stifte Vincenz zu Breslau“; 1819: Domainen-Amt Kottwitz; 1830 und 1845: „königliches Rent-Amt Ohlau, sonst Vincenz-Stift Breslau“.

Namen: Würben; 1149 Virbeno, 1193 Wirbinic; 1235 Wirbno, 1343 Wirbin, 1375 Wierben
Polnisch: nach 1945: Wierzbno
Ortsgründung: vor 1149; vor 1235 von Wallonen besiedelt; 1253 deutsches Recht
Dorfform: Angerdorf mit rechteckigem Anger; Nord- und Südteil straßendorfartig verlängert
Amtsbezirk: Polwitz
Standesamtsbezirk: Polwitz
evangelische Kirche: Marschwitz
katholische Kirche: Würben: St. Nicolai, 1318 erstmals erwähnt
Entfernung von Ohlau: 9 km
Eisenbahnstation: Leisewitz
Koordinaten (Würben): 50° 55’ 52,5714’’ N; 17° 10’ 30,8434’’ Ö
dgl. (Kirchturm): 50° 56’ 8,7463’’ N; 17° 10’ 55,2981’’ Ö
Höhe über Meeresspiegel: Trig. Punkt: Pfeiler 142,77 m, Platte 141,89 m
dgl. (Kirchturm): Kirchturmknopf 181,10

 

1253:
[Einführung des deutschen Rechts]; 57 Hufen, davon 3 für den Schulzen und 1 für die Kirche.
1362:
Freigut (6 Hufen) erwähnt.
1604:
7 Freihufen, davon 5 Scholtisei; 30 Bauern.
1783:
1 katholische Kirche, 1 Pfarrhaus, 1 Schule, 27 Bauern- und 40 andere Stellen; 400 Einwoher, „welche deutsch und polnisch reden und katholisch sind“.
1819:
1 Freischoltisei, 1 Kretscham, 1 katholische Mutterkirche, 23 Bauergüter, 29 Freigärtner- und 13 Freihäuslerstellen, 1 Schmiedewohnung, 34 sonstige Feuerstellen, insgesamt 102 Haushalte; 548 Einwohner (270 männlich, 278 weiblich; 27 Lutheraner, 521 Katholiken).
1830:
106 Häuser, 1 Freischoltisei mit Brennerei, 555 Einwohner (ev.21), 1 katholische Mutterkirche, 1 katholische Schule, 1 Lehrer; 1 Wassermühle, 1 Windmühle; Obstzucht, Birnen.
1845:
1 Freischoltisei, 1 Wirtshaus, 1 katholische Pfarrkirche, 1 katholische Schule, 1 Armenhaus, 1 Windmühle, 112 Häuser, 796 Einwohner (38 evangelisch); 4 Leinweberstühle, 2 Oelschläger, 16 andere Handwerker, 6 Victualhändler; 785 Merinoschafe; Obstbaumzucht, Lein-, Röthe- und Rapsbau. Hierzu: 1 Haus westlich, 1 Haus nördlich, 1 Gärtnerstelle nördlich; die beiden letzteren „führen den Spitznamen ’Sieh dich vor’, den ein dort ausgeprügelter Bauer aufgebracht.“
1871:
109 Wohngebäude, 163 Haushaltungen, 741 Einwohner (davon 479 ortsgebürtig; 353 männlich, 388 weiblich; 58 evangelisch, 683 katholisch).
1885:
Flächeninhalt 1194 ha, davon Ackerland 1132 ha, Wiesen 27 ha, Holzungen 0,3 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 27,42 Mark/ha, von Wiesen 23,11 Mark/ha, von Holzungen 9,40 Mark/ha. 1 Wohnplatz mit 115 Wohngebäuden, 193 Haushaltungen und 863 Einwohnern (davon 388 männlich, 475 weiblich; 91 Evangelische, 770 Katholiken, 2 Juden).
1895:
105 Wohnhäuser, 189 Haushaltungen, 818 Einwohner (davon 385 männlich, 433 weiblich; 64 evangelisch, 754 katholisch).
1905:
120 Wohnhäuser, 195 Haushaltungen, 842 Einwohner (Muttersprache: deutsch 830, polnisch 8, deutsch und eine andere Sprache); Gemarkungsfläche 1194,1 ha; Grundsteuer-Reinertrag 27,37 Mark/ha.
1925:
109 Wohnhäuser, 202 Haushaltungen, 858 Einwohner (davon 413 männlich, 445 weiblich; 122 evangelisch, 736 katholisch); Flächengröße 1931: 1195,3 ha, Grundsteuer-Reinertrag 27,36 RM/ha.
1935:
865 Einwohner.
1939:
236 Haushaltungen, 901 Einwohner.

Im Einwohnerbuch 1935 genannte Haushaltungsvorstände (Anzahl):

Arndt (3), Baumgart, Beninde (2), Bernhardt (2), Bittner, Böhm (2), Brennig (2), Brieseck (5), Brockt, Deutsch, Dindas, Ditrich, Dreier (3), Fabian, Feuereisen (3), Franz, Gaflig, Gallwitz, Geflitter (6), Gierth, Gloger, Gottwald, Grieger (2), Grunert, Günzel, Hein, Heinze, Heimann, Herbst, Herrmann, Hirsemann (2), Höhn (2), Hoffmann (3), Hoppe, Hübner, Hübscher, Hureck, Jarsetz, Jentsch, Jockiel, Kanzog, Karrasch, Keil (3), Klose (2), Köhler, König (3), Kogut, Korschate, Koschick, Koturbe (2), Krämer, Krause, Kudraß, Kunert, Kunze, Kurnoth (2), Lamert (3), Langner (2), Lenz, Linke (2), Loch (9), Löffel, Löschner (3),Lukas (2), Mader, Marschall, Marsel (2), Meißner, Menzel, Michallek (4), Natzeck, Nentwig, Neugebauer (4), Nickut(2), Nowarre (2), Ochlich, Olschowka, Pantke (2), Paul (2), Peter, Pfohl, Pittke, Pospich, Prescher (2), Raschke (2), Ratzke, Roßmann, Rother, Schauder, Schinke, Schirdewahn, Schmidt (2), Schneider, Schölzel (4), Schönbrunn (2), Scholz (9), Schubert (3), Schumann, Schwierz, Sekul, Sennwitz, Siegel, Siegemund, Simon (2), Skiba, Soleinsky (2), Sotta, Sowade, Sperlich (5), Steiff, Stephan, Stock (4), Tansinna, Thiemt, Tiegel (2), Unfried, Urbanski, Wallasch, Weber, Weigang, Wende, Wenig, Wiesner, Woiwode, Wuttke, Zieba, Zimmer, Zimmermann.

Bauergutsbesitzer 1937:

Gut Nr. 42 (Erbhof): Reinhold Steiff (Familienbesitz seit 1878).

Literatur:

Würben, Marschwitz, Mellenau [im] Meßtischblatt Nr. 2956; in: Herbert Knothe, Beispiele schlesischer Dorfformen, Breslau 1938, Tafel XXV, Abbildung 53.

Alfred Tiegel, Die genossenschaftliche Tätigkeit in Würben, Kr. Ohlau; in: Heimatblatt Strehlen/Ohlau 11/1955, S. 14.

Das Dominium Würben, Heimatblatt Strehlen/Ohlau 12/1958, S. 4.

A. T., Erinnerungen an Würben, Heimatblatt Strehlen/Ohlau 8/1959, S. 18, 9/1959, S. 8, 10/1959, S. 18, 11/1959, S. 10, 12/1959, S. 4.

A. T., [Erinnerungen an Würben] Unsere Gefallenen und Vermißten; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 3/1960, S. 14.

Alfred Beninde und A. Tiegel, Würben – Unsere landw[irtschaftlichen] Verhältnisse; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 9/1960, S.6.

A. T., Von der Tätigkeit früherer Einwohner der Gemeinde Würben; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 11/1960, S. 21

A. T., Aus dem kirchlichen und religiösen Leben unserer Gemeinde [Würben]; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 1/1961, S. 19.

Karl Eistert, Würben im Mittelalter; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 2/1962, S. 19, 4/1962, S. 19 f.

Die Räumung unseres Dorfes [Würben] – Am 25. Januar 1945 wurde getreckt; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 5/1962, S. 16, 6/1962, S. 8, 8/1962, S. 18.

Wincenty Urban, Katalog Archiwum Archidiecezjalnego we Wroclawiu, Lublin 1965; [darin Akten betreffend die katholische Kirche von Stadt und Kreis Ohlau; nach Gemeinden alphabetisch geordnet]; z.B.: auch Würben.

Erich Quester, Der Kreis Ohlau in Urkunden der Jahre 1331 – 1398; [Artikelreihe in:] Heimatblatt Strehlen/Ohlau 11/1965-8/1966; Würben 8/1966, S. 9 f.

A. T., Würben. Das Wegekreuz zwischen Zottwitz und Würben; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 8/1977, S. 8.

Würben. [Treck, Rückkehr und Vertreibung 1945-1946]; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 1/1985, S. 7 f., 2/1985, S. 6A f., 3/1985, S. 6.

Elisabeth Brennich, Was vor 50 Jahren in Würben geschah; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 5/1988, S. 28 f.

Ursel Nipper, Besinnliches aus meiner Würbener Zeit; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 11/1998, S. 34 f.

Norbert A. J. Ruhm, Heimatbuch „Erinnerungen an Würben, Kreis Ohlau“, Flintbek 1998.

Norbert Ruhm, Offenbarung der eigenen Familiengeschichte [Familienbücher von Thomaskirch und Würben]; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 6/2005, S. 35.

Kirchenbücher von Würben (Taufen, Trauungen); nach eigenen Angaben herausgegeben von Norbert Ruhm, Flintbek 2005.

Norbert Ruhm, Würben hatte zwei Windmühlen; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 4/2007, S. 26.

Heinz Quester, Ortslexikon des Kreises Ohlau/Schlesien, Alfter 2007, S. 156 f.

„Loche Ursel“ [= Ursula Nipper geb. Loch], Erinnerungen an das Würbener Osterbrauchtum; in: Heimatblatt Strehlen/Ohlau 3/2008, S. 30 f.

Norbert Ruhm, Würbener Wallfahrten; in: Heimatblatt Strehlen/Ohlau 5/2008, S. 30.

[Elisabeth Brennich †], Was vor 70 Jahren in Würben geschah; in: Heimatblatt Strehlen/Ohlau Nr. 9/2008, S. 38 f.

Norbert Ruhm, Vom Wesen unserer schlesischen Heimat und seiner Leute durch der Zeiten Lauf; in: Heimatblatt Strehlen/Ohlau 5/2010; S. 34 f.; 6/2010, S. 30 f.; 7/2010, S. 30 f.; 8/2010, S. 38 f.

Norbert Ruhm, Flucht und Vertreibung aus der Heimat und Wiedersehen nach 45 Jahren [anhand von Tagebuchaufzeichnungen seiner Cousine Ursula Nipper geb. Loch]; in: Heimatblatt Strehlen/Ohlau 1/2011, S. 39; 3/2011, S. 34 f.; 4/2011, S. 30 f.; 5/2011, S. 30 f.; 6/2011, S. 30; 7/2011, S. 36 f.

[Norbert Ruhm,] Sitten und Gebräuche in Würben – Tagebuchaufzeichnungen meiner Cousine Ursula Nipper geb. Loch; in: Heimatblatt Strehlen/Ohlau 8/2011, S. 41 f.; 9/2011, S. 33-34.

Kirchenbücher:

Taufen 25.2.1882-10.11.1945, Trauungen 12.6.1860-26.12.1945 [siehe unter Literaturverzeichnis: Kirchenbücher von Würben, hrsg. nach eigenen Angaben von Norbert Ruhm].