Forschungsgruppe Kreis Ohlau

Forschungsgruppe Kreis Ohlau, Schlesien, der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher
Klaus Kunze, Stegwiese 35, 51067 Köln


Wüstebriese

Grundherrschaft:

1232: Ritter Poduska; 1374: Vorwerk (Eigengut) von der Witwe des Heymann Poduscha verkauft an das Hedwigsstift Brieg; 1693 (seit 1534): herzogliches Kammergut; 1783: „Wüstenbriese, gehöret zum Amte Olau“; 1819: Domainen-Amt Ohlau; 1830 und 1845: königliches Rent-Amt Ohlau.

Namen: Wüstebriese; 1315 und 1359 Bresmir, 1429 Schönbriese von den Hussiten zerstört; später Briese oder Wüste[n]briese; 1783 Wüstenbriese;
Polnisch: nach 1945: Brzezmierz
Ortsgründung: vor 1200; ab 1285 Aussetzung von Siedlerstellen
Dorfform: Rest eines ehemaligen Straßen- oder Platzdorfes mit der Kirche als Ortskern
Amtsbezirk: Gusten
Standesamtsbezirk: Gusten
evangelische Kirche: Wüstebriese, 1233 (und 1285) erstmals erwähnt, evangelisch seit 1534 (rekatholisiert 1693-1707)
katholische Kirche: Thomaskirch
Entfernung von Ohlau: 9 km
Eisenbahnstation: Polwitz
Koordinaten (Kirche): 50° 53’ 36,1925’’ N; 17° 12’ 6,5069’’ Ö
Höhe über Meeresspiegel: Dachfirst der Kirche 181,30 m

 

1379:
1 Vorwerk erwähnt (4 Hufen, 3 Hufen Widmut).
1607:
(10 Hufen) von Runzener Bauern gekauft.
1783:
1 evangelische Kirche, 1 Pfarr- und Schulhaus; 1 Bauer und 6 andere Häuser; 45 Einwohner, „sind evangelisch, sprechen deutsch und polnisch“.
1819:
1 lutherische Mutterkirche, 1 Bauergut, 5 Freigärtnerstellen, 7 sonstige Feuerstellen, gesamt 13 Haushalte; 54 Einwohner (29 männlich, 25 weiblich; 52 Lutheraner, 2 Katholiken).
1830:
13 Häuser, 65 Einwohner (kath. 2), 1 evangelische Mutterkirche, 1 evangelische Schule, 1 Lehrer.
1845:
1 evangelische Pfarrkirche, 1 evangelische Schule, 1 Wirtshaus; 12 Häuser, 73 Einwohner (3 katholisch); 2 Höcker [Höker], 1 Schuhmacher, 37 Schweine.
1871:
14 Wohngebäude, 17 Haushaltungen, 86 Einwohner (davon 37 ortsgebürtig; 43 männlich, 43 weiblich; 83 evangelisch, 3 katholisch).
1885:
Flächeninhalt 131 ha, davon Ackerland 123 ha, Wiesen 1 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 42,00 Mark/ha, von Wiesen 7,05 Mark/ha. 1 Wohnplatz mit 11 Wohngebäuden; 13 Haushaltungen und 70 Einwohnern (davon 34 männlich, 36 weiblich; 68 Evangelische, 2 Katholiken).
1895:
9 Wohnhäuser, 14 Haushaltungen, 65 Einwohner (davon 31 männlich, 34 weiblich; 64 evangelisch, 1 katholisch).
1905:
9 Wohnhäuser, 11 Haushaltungen, 62 Einwohner (Muttersprache: deutsch 59, polnisch 3); Gemarkungsfläche 130,9 ha; Grundsteuer-Reinertrag 41,98 Mark/ha.
1925:
12 Wohnhäuser, 13 Haushaltungen, 61 Einwohner (davon 30 männlich, 31 weiblich; 61 evangelisch, 0 katholisch); Flächengröße 1931: 131,1 ha, Grundsteuer-Reinertrag 41,98 RM/ha.
1935:
61 Einwohner.
1939:
19 Haushaltungen, 73 Einwohner.

Bauergutsbesitzer 1894:

Gut Nr. 1: Gustav Fuchs.

Im Einwohnerbuch 1935 genannte Haushaltungsvorstände (Anzahl):

Anders, Bartsch, Bischoff, Hanke, Hiller, Katscher, Kleinert, Pohl, Raupach, Scholz, Schubert, Sternagel, Tholl, Ulbrich, Welz (2), Winkler.

Bauergutsbesitzer 1937:

Gut Nr. 1: Fritz Anders und Elfriede verw. Fuchs geb. Soboth; Gut Nr. 2: Richard Sternagel; Gut mit Gasthaus: Oskar Kille in Runzen.

Literatur:

Parochie Wüstebriese; in: F. G. Eduard Anders, Statistik der Evangelischen Kirche in Schlesien, Glogau 1848, S. 229.

Schimmelpfennig, Die Kirche in Wüstebriese; Schlesische Provinzialblätter Neue Folge 11/1872, S. 177-184.

Emil Opitz, Die Arten des Rustikalbesitzes und die Laudemien und Markgroschen in Schlesien, Breslau 1904; darin: Wüstebrieser Vorwerk 1739 seit 1607 der Runzener Gemeinde gehörig S. 264.

Paul Neugebauer, Spaziergänge in und um Klein-Oels, o. O. 1924, S.180: Die Totternschanze bei Wüstebriese; S. 185: [Streit mit der Kirche zu Bresmir].

Erich Quester, Drei Stammfolgen Sperlich aus dem Kreis Ohlau [Giesdorfer, Jätzdorfer und Wüstebrieser Stamm]; Archiv ostdeutscher Familienforscher III/6 (August 1965), S. 93-95.

Erich Quester, Der Kreis Ohlau in Urkunden der Jahre 1331 – 1398; [Artikelreihe in:] Heimatblatt Strehlen/Ohlau 11/1965-8/1966; Wüstebriese 8/1966, S. 10.

Karl Buschbeck, Die evangelischen Kirchen und Gemeinden im Ohlauer Land, Ulm 1968, S. 33 f.

-z, Die Schwedenschanze zu Wüstebriese; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 1/1969, S. 4.

Richard Winkler, Mein liebes Wüstebriese; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 9/1973, S. 7, 10/1973, S. 13 f.

Herbert Kille, Erinnerungen an Runzen u[nd] Wüstebriese, Kr. Ohlau; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 5/1978, S. 6 f.

Pastor Kiock, Die Schwedenschanze im Pfarrgarten von Wüstebriese; Heimatbl. Strehlen/Ohlau 8/1987, S. 29 f. und 11/1991, S. 21.

Eberhard Bittner, Erinnerungen an Wüstebriese; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 7/1993 , S. 26.

[Eberhard Bittner], Vor 50 Jahren [1945/46 in Rosenhain, Wansen, Weigwitz, Wüstebriese und Zedlitz]; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 8/1996, S. 3 f.

Heinz Quester, Predigergeschichte des Kirchenkreises Ohlau in Schlesien. In: Jahrbuch für Schlesische Kirchengeschichte, Band 76/77 (1997/98), S. 419-423.

Heinz Quester, Ergänzungen zur Predigergeschichte des Kirchenkreises Ohlau in Schlesien; in:Jahrbuch für schlesische Kirchengeschichte, Neue Folge, Band 79, Stuttgart 2000, S. 170 f.

H. Winter, Wüstebriese; in: Heimatblatt Strehlen/Ohlau 3/2000, S. 28-30; 4/2000, S. 33-34; 5/2000, S. 35; 6/2000, S. 30-31.

Heinz Quester, Zur Geschichte der evangelischen Kirchengemeinden des Kirchenkreises Ohlau in Schlesien; in: Jahrbuch für Schlesische Kirchengeschichte, Band 84/85, Stuttgart 2005/2006, S. 51-97. Darin: Wüstebriese S. 81-88.

Heinz Quester, Ortslexikon des Kreises Ohlau/Schlesien, Alfter 2007, S. 158.

Waldemar Kille, [Ortsplan von] Runzen und Wüstebriese; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 9/2010, S. 32.

Schimmelpfennig, Die evangelische Kirche in Wüstebriese (bearbeitet und ergänzt von Heinz Quester); in: Heinz Quester, Aus der Geschichte von Kreis und Stadt Ohlau in Schlesien, Alfter 2010 (Beiheft 3 zu Günther/Quester, Kreis und Stadt Ohlau in Schlesien von den Anfängen bis 1945, 3 Bände: 1982, 1988, 2003), S. 305-525; hier S. 413-421.

Kirchenbücher:

[nicht bekannt].