Forschungsgruppe Kreis Ohlau

Forschungsgruppe Kreis Ohlau, Schlesien, der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher
Klaus Kunze, Stegwiese 35, 51067 Köln


Zedlitz mit Weinberg

Grundherrschaft:

1208: bischöflich, sonst herzoglich; Eigengut gehört dem Geschlecht der Sagadil; 1362: Eigengut: Brüder Symon und Franzko Quos; 1396: Stadt Ohlau; 1447: von Prittwitz; 1591: herzoglich; 1604: herzoglich (Urbarium); 1616: Stadt Ohlau; 1783: „Zedliz, gehöret der Kämmerey zu Olau“; 1819: „Cämmerey zu Ohlau“ [1820 Ablösung der Spanndienste]; 1830: Stadt-Kämmerei in Ohlau“; 1845: Cämmerei in Ohlau.

Namen: Zedlitz, 1208 Sedlisce, 1245 Sedlce, 1358 Sedlicz; 1830 auch Siedlice
Polnisch: nach 1945: Siedlce
Ortsgründung: vor 1208; deutsches Recht vor 1300
Dorfform: Straßendorf mit slawischem Kern (Dominium und Vorplatz mit Teich)
Amtsbezirk: Märzdorf
Standesamtsbezirk: Märzdorf, seit 1924 Zedlitz
evangelische Kirche: Zedlitz, 1362 erstmals erwähnt; evangelisch seit 1534 (mit Unterbrechung wegen Rekatholisierung 1695-1707), bis 1818 mit Ohlau verbunden
katholische Kirche: Märzdorf; 1885 Ohlau
Entfernung von Ohlau: 7 km
Eisenbahnstation: Leisewitz und Ohlau
Koordinaten (Zedlitz I): 50° 58’ 30,3439’’ N; 17° 17’ 30,1866’’ Ö
dgl. (Zedlitz II): 51° 0’ 47,4107’’ N; 17° 15’ 25,8322’’ Ö
dgl. (Kirchturm): 51° 0’ 6,6868’’ N; 17° 16’ 40,4312’’ Ö
Höhe über Meeresspiegel: Trig. Punkt: Pfeiler 132,77 m, Platte 131,87 m
dgl. (Zedlitz II): Trig. Punkt: Pfeiler 127,55 m, Platte 126,67 m
dgl. (Kirchturm): Kirchturmknopf 158,22 m

 

1604:
1 Vorwerk, dessen Land unter den "Pauernstücken" liegt; 16½ Hufen, davon 7 Freihufen; 12 Bauernstellen, 500 Schafe, 30 Kühe, 31 Pferde.
1751:
17 Hufen; 9 Bauernstellen.
1783:
1 evangelische Kirche, „in der alle 14 Tage vom polnischen Diakono zu Olau Gottesdienst verrichtet wird“, 1 Schule, 1 Vorwerk, 1 Weingärtnerhaus; 9 Bauernstellen, 48 andere Häuser, 375 Einwohner; „sind meist evangelisch, reden deutsch und polnisch und bauen Tabak. Auf dem einen Sandberge sind Weinstöcke gepflanzet, man hat schon etwas Wein gekeltert. Hier fanden sich verschiedene Urnen.“
1819:
1 lutherische Mutterkirche, 1 Kretscham, 9 Bauergüter, 23 Freigärtner-, 12 Dreschgärtner- und 18 Freihäuslerstellen, 1 Schmiedewohnung, 23 sonstige Feuerstellen, insgesamt 87 Haushalte; 505 Einwohner (239 männlich, 266 weiblich; 486 Lutheraner, 19 Katholiken). Hierzu: Weinberg (einzelnes Haus).
1830:
103 Häuser, 1 Freischoltisei, 588 Einwohner (kath. 7), 1 evangelische Mutterkirche, 1 evangelische Schule, 1 Lehrer, katholische Kirche zu Ohlau, 1 königliche Oberförsterei. – „Hierzu: Weinberg, ein einzelnes Haus, ¼ Meilevor Zedlitz von Ohlau aus.“
1845:
1 Freischoltisei, 1 königliche Oberförsterei, 1 städtische Försterei, 1 evangelische Pfarrkirche, 1 evangelische Schule („bestand schon 1396“), 1 Armenhaus, 1 Wirtshaus, 1 Ziegelei, 115 Häuser, 650 Einwohner (22 katholisch); 8 Handwerker, 1 Specereikaufmann, 4 Händler, 1 Oderkahn, 317 Rinder, Tabaks-, Lein- und Rapsbau, Heugewinn über den Bedarf, Bienenzucht. Urnenfunde und „Spuren eines heidnischen Begräbnißplatzes“. Hierzu: Weinberg, einzelnes Haus auf Hügel, in früherer Zeit die Anlage eines Weinberges.
1871:
7 Wohnplätze, 117 Wohngebäude, 174 Haushaltungen, 769 Einwohner (davon 524 ortsgebürtig; 366 männlich, 403 weiblich; 729 evangelisch, 40 katholisch). Auf die Nebenwohnplätze entfallende Wohngebäude und Einwohner: Colonie Weinberg 1 und 5, drei Ziegeleien 1 und 50, königliches Forsthaus 1 und 2, Stadtförsterei 1 und 8.
1885:
[Landgemeinde:] Flächeninhalt 866 ha, davon Ackerland 470 ha, Wiesen 256 ha, Holzungen 31 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 16,45 Mark/ha, von Wiesen 38,82 Mark/ha, von Holzungen 16,80 Mark/ha. 3 Wohnplätze mit 114 Wohngebäuden, 160 Haushaltungen und 740 Einwohnern (davon 341 männlich, 399 weiblich; 691 Evangelische, 49 Katholiken). – [Gutsbezirk: noch ohne statistische Angaben!]
1895:
Landgemeinde: 3 Wohnplätze, 99 Wohnhäuser, 129 Haushaltungen, 641 Einwohner (davon 297 männlich, 344 weiblich; 603 evangelisch, 38 katholisch); auf die Nebenwohnplätze entfallende Wohnhäuser und Einwohner: Weinberg 1 und 10, Ziegeleien 5 und 44. Forstgutsbezirk: 2 Wohnhäuser, 2 Haushaltungen, 10 Einwohner (5 männlich, 5 weiblich, 1 evangelisch, 9 katholisch).
1905:
Landgemeinde: 3 Wohnplätze, 115 Wohnhäuser, 173 Haushaltungen, 691 Einwohner (Muttersprache: deutsch 690, deutsch und eine andere Sprache 1); Gemarkungsfläche 864,8 ha; Grundsteuer-Reinertrag 20,38 Mark/ha; auf die Nebenwohnplätze entfallende Wohnhäuser und Einwohner: Weinberg 1 und 8, Ziegeleien 4 und 44. Forstgutsbezirk: 2 Wohnhäuser, 3 Haushaltungen, 12 Einwohner (Muttersprache: deutsch 12); Gemarkungsfläche 529,3 ha; Grundsteuer-Reinertrag 18,17 Mark/ha; auf die Nebenwohnplätze entfallende Wohnhäuser und Einwohner: Forsthaus Walke 1 und 8, Forsthaus Zedlitz 1 und 4.
1925:
4 Wohnplätze, 131 Wohnhäuser, 162 Haushaltungen, 695 Einwohner (davon 344 männlich, 351 weiblich; 663 evangelisch, 32 katholisch); Flächengröße 1931: 1197,3 ha, Grundsteuer-Reinertrag 21,18 RM/ha.
1935:
658 Einwohner.
1939:
176 Haushaltungen, 661 Einwohner.

Im Einwohnerbuch 1935 genannte Haushaltungsvorstände (Anzahl):

Anders (4), Assmann, Bärthel, Beck (2), Begander (2), Bilke (2), Biller, Blawid, Bresler (2), Bugdalle, Busch, Deckert, Delloch, Dziuballe, Fama, Feihe (2), Finke, Frömelt, Frühklug, Geide (2), Geisler, George, Gerlach (2), Glemnitz, Golz, Gotthard, Goy (3), Groß, Gutsche, Härtel (3), Hausdorf (8), Heinrich, Hentschel (2), Herbst (2), Heute, Hohle, Horn (2), Jagusch (2), Jung, Kache, Kaldasch, Kipke (2), Kirchner (4), Klammt (3), Klebeg, Klose (3), Kluge (6), Kornek, Korsus, Kräusel (2), Krause (3), Krecker, Kretschmer (3), Krocker, Latton, Lobe (4), Lorenz, Lux (2), Machnitzky (2), Marschall, Matzke, Methner, Mittwoch, Moke, Müller, Nitsche (2), Ossig, Pajung, Peschke, Pohl, Poppe, Probst (2), Pult, Raschke, Reich, Reichert, Schäfer (2), Schalle (4), Schippmann (3), Schirdewahn, Schlag, Schmolke, Schneider (2), Scholz ( 7), Senft (2), Simon, Sowade, Spinde (3), Spitzer, Staroste, Sternagel, Stöck, Stölzel, Stürze (2), Sulitze (2), Supjanek, Thiel, Tiffert, Titze, Treske, Ulbrich, Wandel (2), Wandrey, Waßner, Weigelt, Weiß (2), Welzel, Werft (2), Wiehle, Wollny, Zippel (2).

Literatur:

Parochie Zedlitz; in: F. G. Eduard Anders, Statistik der Evangelischen Kirche in Schlesien, Glogau 1848, S. 229-230.

Emil Opitz, Die Arten des Rustikalbesitzes und die Laudemien und Markgroschen in Schlesien, Breslau 1904; darin: Laudemialgebühren 1750 auf Freibesitz in Zedlitz S. 279 f.

Gleiß, Rudolf: Kämmereidörfer Ohlau-Baumgarten und Zedlitz; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 9/1959, S. 12, und 12/1959, S. 6.

Erich Quester, Der Kreis Ohlau in Urkunden der Jahre 1331 – 1398; [Artikelreihe in:] Heimatblatt Strehlen/Ohlau 11/1965-8/1966; Zedlitz 8/1966, S. 10.

Karl Buschbeck, Die evangelischen Kirchen und Gemeinden im Ohlauer Land, Ulm 1968, S. 35 f.

Gustav Schippmann, Chronik von Zedlitz, Heimatblatt Strehlen/Ohlau 6/1971, S. 8, 7/1971, S. 4, 8/1971, S. 8, 9/1971, S. 15, 11/1971, S. 6, 12/1971, S. 11, 1/1972, S. 5, 2/1972, S. 12, 3/1972, S. 16, 4/1972, S. 12, 5/1972, S. 12, 6/1972, S. 14, 7/1972, S. 19, 8/1972, S. 11, 9/1972, S. 19, 10, /1972, S. 10.

[Gustav Schippmann], [Pastor Winklers] Chronik von Zedlitz (1203-1905), Heimatblatt Strehlen/Ohlau 11/1972, S. 3, 12/1972, S. 12, 1/1973, S. 6, 2/1973, S. 9, 3/1973, S. 6, 4/1973, S. 9, 5/1973, S. 6, 6/1973, S. 10, 7/1973, S. 16, 8/1973, S. 8, 9/1973, S. 11, 10/1973, S. 9, 11/1973, S. 6, 12/1973, S. 9, 1/1974, S. 5, 2/1974, S. 9, 3/1974, S. 5, 4/1974, S. 11, 5/1974, S. 6, 6/1974, S. 9 f.

Eberhard Bittner, Geschehen zu Zedlitz, Kreis Ohlau, vor 275 Jahren am 24. September 1707; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 9/1982, S. 4.

Eberhard Bittner, Zedlitz, Kreis Ohlau; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 6/1996, S. 30.

[Eberhard Bittner], Vor 50 Jahren [1945/46 in Rosenhain, Wansen, Weigwitz, Wüstebriese und Zedlitz]; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 8/1996, S. 3 f.

Heinz Quester, Predigergeschichte des Kirchenkreises Ohlau in Schlesien. In: Jahrbuch für Schlesische Kirchengeschichte, Band 76/77 (1997/98), S. 423 f.; Ergänzungen in Band 79 (2000), S. 171.

Heinz Quester, Ergänzungen zur Predigergeschichte des Kirchenkreises Ohlau in Schlesien; in:Jahrbuch für schlesische Kirchengeschichte, Neue Folge, Band 79, Stuttgart 2000, S. 171.

Heinz Quester, Zur Geschichte der evangelischen Kirchengemeinden des Kirchenkreises Ohlau in Schlesien; in: Jahrbuch für Schlesische Kirchengeschichte, Band 84/85, Stuttgart 2005/2006, S. 51-97. Darin: Zedlitz S. 88-95.

Herbert Machnitzky [aus Zedlitz], Von Niederschlesien nach Franken; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 5/2006, S. 7 f.

Heinz Quester, Ortslexikon des Kreises Ohlau/Schlesien, Alfter 2007, S. 159 f.

Gedenkstätte auf dem evangelischen Friedhof in Zedlitz – auch für die Toten von Jungwitz, Sackerau, Stannowitz – als Zeichen der Versöhnung [Initiative von Piotr Zubowski]; in: Heimatblatt Strehlen/Ohlau 9/2011, S. 34-35; 4/2014, S. 31.

Einweihung der „Gedenkstätte in Siedlce/Zedlitz als Zeichen der Versöhnung“ am 5. Oktober 2013; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 11/2013, S. 29-31.

Ursula Reichenbecher und Monika Regner, [Geschichte der ehemaligen Gastwirtschaft Marschall]; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 2/2014, S. 29-30.

Kirchenbücher:

Verfilmungen: Taufen 1750-1766, Trauungen 1750-1765, Begräbnisse 1750-1827 und 1865-1870 Film SLC 08871 21.

Standesamtsregister:

1885, 1912 bei Märzdorf; ab 1924 eigener Standesamtsbezirk. Staatsarchiv Breslau: 1874-1882 unter ,,Märzdorf“; Standesamt Ohlau: Geburten und Sterbefälle 1924-1938, Heiraten 1924-1938 mit Lücken.