Heimatkundlicher
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Heimatforschung und Genealogie im oberen Weserbergland
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1615

Der Hauptmann vom
Nienoverer Fähnlein
1627 Winkelstoffel -
Der Robin Hood
des Sollings
1629 Der verzweifelte Abt
1699 Johann Diegel und die Diegel'schen Erben
1705 Das Totenbuch des
Pfarrers
1707 Hüte dich,
Bodenfelde!
1754 Die Totenklage des
Christian Friedrich
Fuchs
1757 Das Scharmützel auf
blutiger Heide
1761 Von der ehrbaren
Jungfrau zur
wollüstigen Witwe
1768 Und leise kam der Tod
1816 Der Todesschuß
vor dem Traualtar
1832 Der musikalische
Pfarrer
1837 Mutter von Nationen -
eine Bodenfelderin in
Amerika
1856 Gegensätzliche
Brüder:
Großindustrieller,
Sozialrevolutionär, Tierarzt
1904 Jacob Freudenthals
Aufklärung
1918 Das namenlose Grauen
1947 Der todkranke General

 

Ortssippenbuch Bodenfelde
 

 

 

Lebensbilder aus dem alten Weserbergland

von Klaus Kunze

Folge 4

1699 Johann Diegel und die Diegel'schen Erben

 

Noch nach Jahrhunderten erinnerte der Name der Wiese " Diegels Kamp" im Niemetal bei Bursfelde an den früheren Eigentümer Johann Diegel. Die bemerkenswerte Geschichte seines Lebens ist heute vergessen, nachdem sie bis 1699 unter dem Namen "Diegels Erben" Gemüter erhitzt hatte.

Johann Diegel 1573-1632

Johann Diegel war ein um 1573 [1] geborener, frühneuzeitlicher Unternehmer. Er starb am 21.11.1632 als Berghauptmann in Kongsberg südwestlich von Oslo.

Seine Vorfahren besaßen den Kupferbergbau im Richelsdorfer Gebirge, die Kupferhütte zu Borndorf und den Messinghammer in Kaufungen. Dort könnte er geboren sein als Enkel des Bergwerks- und Messinghammerbesitzers Hans Diegel [2] (des älteren) aus Richelsdorf [3] und Sohn eines der Brüder Siegmund, Hans und Jacob, vermutlich von Siegmund.

Ein Jahr nach Siegmunds Tod 1599 war 1600 Johannes Diegel als braunschweigischer Bergbeamter [4] im Harz und mit eigenen Unternehmungen bis um 1620 hauptsächlich im Raum Solling wirtschaftlich tätig. Zur Gründung eigener Unternehmungen könnte der Erbteil nach seinem verstorbenen Vater das Startkapital geliefert haben, ebenso wie für seinen Bruder Georg Diegel, der Kaufmann in Bremen wurde.

Die Verbindung zu den Wäldern an der Weser und ihrem Holzvorrat fand Johann Diegel durch Beziehungen aus seiner Heimat, dem Kaufunger Wald. Rund um die Bergbaustädte des Harzes gingen das Brennholz schon zur Neige. Auch Glasmeister von der Nieste unweit von Kaufungen aus der Familie Gundelach betrieben seit Ende des 16. Jahrhunderts Waldglashütten im Bramwald und dem Solling bis hinauf zum Hils im Amt Wickensen. [5] Mit ihnen stand Diegel in Kontakt.

Nach einer Anweisung für die Amtleute des Amtes Wickensen bei Stadtoldendorf aus dem Jahr 1600 hatte  nämlich Johann Diegell in der Glashütte Anweisung zur Anfertigung verschiedener Destilliergeräte gegeben. [6] Es könnte sich dabei um die Glashütte "Unterm Schmacht" im Solling zwischen Schönhagen und Neuhaus oder um die Glashütte am Hasselborn südlich von Schorborn gehandelt haben. [7] Dort war 1600 Wilhelm Gundelach Glasemeister. [8]

Johann Diegel 1615 als Taufpate im Kirchenbuch Uslar

Die frühe Verbindung Johann Diegels zum Solling ist auch belegt durch eine Patenschaft: Am 8.1.1615 ist Johann Diegel in Uslar Taufpate bei einem Kind des Heinrich Borchert. [9]

Am 22.12.1612 berichteten die Räte zu Wolfenbüttel, nach heutigen Begriffen also die Landesregierung: Johann Diegel habe um Genehmigung gebeten, die alte Eisenhütte in Uslar wieder aufzurichten. Er wollte eisenhaltigen Stein ausschmieden, der bei Verliehausen ergraben worden war. [10] Tatsächlich war Diegel 1614 alleiniger Besitzer des Eisenhammers in Uslar und desjenigen oberhalb Holzmindens. [11] Er verpflichtete sich, bei tieferem Ausheben des Uslarer Mühlengrabens für sein Wasserrad die Ufer so zu befestigen, daß kein Anlieger Schaden nehmen konnte. Weil diese Anlieger aber nicht zustimmten, konnte er sein Vorhaben nicht ausführen und verließ Uslar kurzerhand wieder, um woanders einen Eisenhammer zu betreiben. [12]

1615 pachtete er den in der Nieme oberhalb Bursfeldes seit 1530 bestehenden Eisenhammer. [13] Laut Verschreibung vom Jahr 1615 ist Johann Diegeln sehlig dieser Ort [die Gedult] zu Ausrichtung einer Eysenhütten, die aber bald wieder in Abgang kommen, eingereümt und nachgehents von deßen hinterbliebenen Kindern Ernst und Elisabethen Diegels bewohnt worden. [14]

1620 kaufte er mit Wulf Weinbergk die von Hans Bartels betriebene Eisenhütte „Schwarze Schluft“ im oberen Siebertal im Harz. [15]

Waffen, vor allem Kanonenkugeln und Geschütze, hatten große Konjunktur. Auf den sieben Weltmeeren wurden die Einflußgebiete der Handelsmächte abgesteckt. Nicht alle hatten die Voraussetzungen für eine eigene Eisenindustrie, vor allem wuchs nicht überall der für das Schmelzen nötige Holzvorrat. So hatte sich Johann Diegels Bruder als Kaufmann auf den Waffenhandel spezialisiert. Hergestellt wurden solche Waffen auch in den Eisenhütten an Weser und Werra. Umso besser, wenn der Gewinn in der Familie blieb.

Ab 1620 sind Lieferungen von Gewehr- und Kanonenkugeln aus dem landgräflichen Hüttenwerk zu Knickhagen an der Fulda, errichtet 1617, [16] an einen Georg Diegel in Bremen belegt. [17] Dieser war der Bruder Johann Diegels. [18] Er trieb mit holländischen [19] und englischen Kaufleuten Stahlhandel, lieferte auch Geschütze nach Holland und riet zur Fertigung von Stahl aus einem Betrieb Johann Diegels für den Messerhandel, der ihm bisher den besten Profit in Holland und England eingebracht habe. Am 5.5.1618 schloß Georg  Diegel aus Bremen einen Vertrag über die Lieferung von 15000 Kanonenkugeln. [20]

Während der Fernhandel mit Eisen und Eisenprodukten blühte, erwiesen sich nicht alle der kurzfristig aus dem Boden gestampften Eisenhämmer als dauerhaft rentabel. Werke in abgelegenen Waldgegenden wie dem Solling und dem Niemetal bei Bursfelde waren Ausweichlösungen wegen beginnenden Holzmangels im Harz, es mangelte dort aber an ergiebigen Metallvorkommen. [21] Die Eisenhämmer in Uslar und Bursfelde wurden nicht lange betrieben und verfielen.

Für Johann Diegel, seit 1600 braunschweig-wolfenbüttelischer Bergbeamter im Harz, stellten sie Geldanlagen dar. In Bursfelde dürfte er aber auch einen Wohnsitz gehabt haben, denn nach seinem Tod blieb seine Familie als „Diegels Erben“, dort ansässig.

Zunächst aber würfelten der dreißigjährige Krieg, vor allem die Verwüstung und Ausplünderung des Landes unter Tilly, alles durcheinander. Johann Diegel war, überliefert für 1623 und 1626 [22] in Clausthal [23] Zehntschreiber (Zehntner) [24] und damit Spitzenbeamter seines Herzogs, bis er 1628 seinen Abschied nahm [25] .

Am 26.6.1623 hatte er die Anweisung erhalten, sich am 24.6.1623 zur Bergrechnung in Wolfenbüttel einzufinden. [26]

Um die eingenommenen Gelder zu retten, floh er vor den Tillyschen Truppen nach Goslar, trat aber dort mit diesen in Verhandlungen ein und mußte die Zehntgelder und alles im Stiche lassen. Später kehrte er zurück, förderte den Umgang der Zechen und Hütten. [27]

Am 29.6.1626 schrieb aus Münden der Graf Tilly als Befehlshaber der Besatzungsarmeen an Johann Diegel als Zehntner zu Zellerfeld, er erlaube es den Harzer Bergstädten, eine Schutzwache aufzustellen, um sich der Räuberbanden, der sogenannten Harzschützen, zu erwehren. [28]

Seinen Abschied genommen hat Diegel 1630, weil seine Heimat vom andauernden Krieg zerrüttet und die Lage unsicher war, während man in Norwegen soeben  1623 Silbervorkommen entdeckt hatte und deutsche Fachleute dringend suchte. Am 7.7.1627 hatte er Schulden. [29] Am 17.4.1628 wurde er schlechter Finanzverwaltung beschuldigt. [30] Am 1.2.1629 unterzeichnete er ein Verzeichnis, was der Richter Martinus Berwardt 1626 wöchentlich an Armengeld eingenommen hatte. [31]

Johann Diegel ging nach Norwegen [32] , wo er 1630 bis 1632 in Kongsberg wirkte [33] . Am 3.8.1630 wurde er von König Christian  IV. zum Berghauptmann ernannt. [34] Vom 1.11.1630 datiert noch ein Entwurf eines Erlasses des braunschweig-wolfenbüttelischen Herzogs Friedrich Ulrich an den itzigen Kgl. Dänemärkischen Berghauptmann Johann Diegel mit dem Ersuchen, sich wegen Richtigstellung der Zellerfeldischen Zehnt- und Kastenrechnung am 12.11.1630 einzufinden. [35]

Am 21.11.1632 ist Johann Diegel in Kongsberg, Norwegen, gestorben. [36] Mit seinem Tod beginnt die 1699 endende Geschichte seiner Erben.

 

Die Gedult

Lage der Gedult

Diese bildeten die Keimzelle des späteren Landgutes „Die Gedult“ und überdauerten den Eisenhammer lange Zeit.

Nach einer Handskizze des Klosterverwalters Johann Conrad Palm von 1675 [39] mündet von rechts die Habichtsbeke, deren unterer Teil bis zur Nieme heute noch Hammerbach heißt. Hinter einen Acker und den Garten der Witwe Ziegenhirt hat Palm 1675 an der Straße eine Scheune eingezeichnet, schräg zurückliegend dahinter das Ziegenhirt’sche Haus und eng an der Nieme, der Scheune gegenüber, das Wrede’sche Haus. Alles zusammen hieß „Die Gedult“ und umfaßte 40 Morgen Landes.

Übersichtsskizze des Johann Conrad Palm von 1675 [37] : links im Bild Bursfelde, nördlich der Straße nach Löwenhagen die aus drei Gebäuden bestehende Gedult. Gegenüber der Gedult lag 1675 auf der anderen Straßenseite die Glashütte des Glasmeisters Erhard Seitz (rechte Bildmitte, kopfstehend). [38]

Im Zuge der Reformation war das Kloster mit allem Zubehör Eigentum des Landesherrn geworden. Darum hatte 1530 auf den Klosterwiesen an der Nieme ein herrschaftlicher, aber verpachteter Eisenhammer gegründet werden können. Samt seinen Gebäuden blieb er und blieb das spätere Anwesen „Die Gedult“ Landeseigentum und wurde durch Verpachtung bewirtschaftet. Nach früherer Rechtssprache hieß der Grundeigentümer Erbzinsherr und hieß der Pächter des Erbzinsgutes Erbzinsmann.

Gründungen des Eisenhammers

Ostern 1546 befand der Pächter der jetzt seit 16 Jahren bestehenden Eisenhütte, ein Cunrad Tuntzebach, mit 36 Talern in Pachtrückstand. Die Witwe Elisabeth von Braunschweig-Lüneburg, geb. Markgräfin von Brandenburg, nahm die Anlage daher als Landesherrin und Grundeigentümerin wieder an sich. Sie verpachtete „ihren lieben Getreuen Curd von Bardeleben und Hans Wesche, gewesener Bürger zu Kassel, 1546 aber Bürger von Münden,“ ihre eiserne Schmelzhütte in der Nieme vor Bursfelde. Diese Pächter durften auch Kohlholz, Wasser und Weide zum Betrieb nutzen. Wenn die Pächter Kanonenkugeln gießen würden, sollten sie diese dem Fürstentum Braunschweig als erstes anbieten. [40] Für die Pachtjahre 1546-47 und 1556-57 sind Pachteinnahmen belegt. [41] Ob der Betrieb danach noch weiterbestand, ist unbekannt.

Diesen Hüttenbetrieb pachtete Johann Diegel 1615. Wahrscheinlich mußte er ihn neu gründen, jedenfalls erheblich investieren. Es heißt nämlich 1615, Diegel habe seine Bergwerke und Eisenhütten mit großen Unkosten angerichtet, und zwar mit dem Raum und Platze vor dem Breiten Busche an der Weser, worauf unlängst die alte Glashütte gestanden und daselbst an die vom Abt zu Bursfelde angelegte Rodung stößt, wie auch allda über seine Hütte zwischen der Nieme und dem Totenberg und von der Habichtsbeke an bis zum Hüttengarten. [42] Es handelte sich also um zwei verschiedene Plätze, deren einer zwischen dem Kloster Bursfelde und der heutigen Siedlung Glashütte an der Weser liegt (der Breite Busch, später Diegels Kamp genannt), der andere östlich Bursfeldes an der Nieme.

Das Stück an der Nieme war der alte Standort des Eisenhammers seit 1530. Zwischen Habichtsbeke und Totenberg und wo der Hüttengarten wendet, lag es 1672 „dreisch“, wurde also nicht beackert. Das Kloster hatte das Weiderecht. Auch die Haus- und Hofstätte, so itzo [1672] zur Gedult gehörten dem Kloster. Als Johann Diegel einmal Weidezäune errichtete und das Kloster damit aussperrte, hat Abt Matthias Dornwell diese aufbrechen lassen. Matthias Dornwell starb 1639, Johann Diegel 1632, also muß das vor 1632 gewesen sein.

 

Auf dem Merian-Stich von 1654 sind eine Sägemühle und der Eisenhammer verzeichnet, doch stimmt aller gezeichneten Gebäude, auch der Kirche, nicht mit den realen Gegebenheiten überein. Die Weser fließt tatsächlich rechtwinklig zur Klosterkirche von Süden nach Norden vorbei, nicht längs, der Eisenhammer stand nicht an der Weser, sondern 1 km östlich, und 1654 war er nicht mehr in Betrieb.

Diegel hatte auch die Fischerei gepachtet und unter anderem im Hüttengraben gefischt. Er unterhielt einen Teich in der Hammerwiese und hatte diesen mit Stämmen eingezäunt. Abt Dornwell ( 1639) aber gab dem Klosterknecht Andreas Heller aus Bühren einen Taler, damit dieser die Stämme heimlich des nachts entzwei hieb. Alsbald ließ Diegel die Stämme erneuern. Jetzt ließ Abt Dornwell heimlich Quecksilber in den Fischteich werfen, wodurch dieser ganz verdorben wurde und kein Wasser mehr halten wollte. So ließ man ihn später austrocknen. Am Ende war er gänzlich zugeschwemmt und zu nichts mehr nütze, auch weil das Hüttenwerk nicht mehr ging. [43]

Buschwerk an der Habichtsbeke über dem Wiesenland, also am später sogenannten Hammerbach, ließ Johann Diegel ausroden. Abt Matthias Dornwell verbat es sich, als Diegel seine Kühe auf den Wiesen des Klosters an der Nieme weiden lassen wollte. Seine Schweine aber mischte er aber mit Wissen des damaligen Schweinemeisters zu Bursfelde unter die des Klosters. Als das bekannt wurde, wollte der Klosterverwalter sie, als sie eben an der Habichtsbeke lang liefen, totschießen. Der Schweinemeister trieb sie aber rechtzeitig fort. [44]

Es gibt keinen Grund, anzunehmen, der Eisenhammer habe 1615 woanders gestanden als schon seit 1530. Zu ihm gehörten jedenfalls ein Schmelzofen, ein durch Wasserkraft betriebenes Hammerwerk [45] ´und ein oder mehrere Wohngebäude. Dieses dürfte im Kern mit einem der Wohngebäude der Gedult aus der Skizze von 1675 schon identisch gewesen sein.

Solange Diegel Junggeselle war, hatte er kein Vieh, aber als er gefreiet 3 oder 4 Rinder und 3 oder 4 Schweine. [46] 1619 beschwert sich das Kloster bereits über Diegel, er habe sich unlängst eigene Kühe und Schweine zugelegt, die er auf den Niemewiesen halte und die Nutzungen des Klosters schmälere, was ihm der Herzog am 6.5.1619 verbot. Dem Abt Matthias Dornwell übertrug er die Aufsicht darüber und das angehörende Dorf Fürstenhagen. [47]

Die Gedult im 30jährigen Krieg

Wir wollen aber zeitlich weiter zurückgreifen als ins Jahr 1675, als der Klosterverwalter Joh. Conrad Palm die anschauliche Skizze zeichnete: Am 10.4.1625 hatte der damalige Bursfelder Klostergutspächter Johann Palm, Vater des späteren Verwalters Conrad, einen flehentlichen Brief an seinen Landesherrn geschrieben. Er war zunächst in Bursfelde Klosterschreiber gewesen, aber jetzt zur Hälfte Teil­pächter des Klosterguts, wofür er jährlich 155 Taler Pacht zahlen sollte. Palm schrieb 1625, daß verschienenen Sommer [tatsächlich: 14. und 15.7.1623] das Kayserliche vnd Tillysche Kriegsvolck durchzogen, das Kloster Bursfelde dermaßen spoliert, beraubt und geplündert, selbst die liebe Frucht auf dem Felde, daß er seine Pacht nicht zahlen könne. Bezeugen könnten das der Herr Abt und Herr Johan Diegel sowie andere aus dem Ort. [48]

Demnach hatten die Pflichten eines Zehntners in Zellerfeld Johann Diegel nicht gehindert, zu wissen, was auf seinem Anwesen in Bursfelde vor sich ging.

Im Niemetal erinnert nichts mehr an den Eisenhammer und das Gut „Die Gedult“, die dort vor Zeiten standen. Rechts im Bild die frühere „gemeine Heerstraße nach Löwenhagen“. Links erhebt sich der Sundern als Teil des Bramwaldes. Zu seinen Füßen fließt hinter der Baumreihe die Nieme. Foto: K.Kunze 18.4.2014

Diegels Kamp

Zu Johann Diegels Eisenhütte gehörte auch Land am Weserufer. Es heißt in einer Grenzvergleichung vom 21. und 22.5.1650: „Alles hier belegene gehört an das Stift und zeigen auch der Erbenzinsbrief von 1615 über die Eisenhütte zur Gedult nebst denen vor der Anlegung der gewechsel­ten Schreiben, daß der Die­gels Kamp, worauf am Ende bei der Weser eine Glas­hütte gelegen, bis vor das hohe Holz der Eisenhütte liegende Land, Wiesen, Gar­ten, Anger, Kämpe und worauf die Hütten, auch Gebäude stehen auf des Stifts Ei­gentum bei die Gedult gegen jährlich 10 Mariengulden verlehnt ist.“ [49]

Diegels Kamp heißt heute noch das unmittelbar nördlich an das heutige Dorf Glashütte grenzende Land zwischen Bramwald und Weser, halbwegs bis Bursfelde. Das Stückchen südlich Glashüttes wird heute noch Breiter Busch genannt.

Diegels Erben

Nach Diegels Tod bewohnten auf der Gedult seine Witwe und der Sohn Ernst die wegen des Hüttenwerks errichteten Gebäude. [50] 1671 führten Diegels Erben [51] einen Rechtsstreit gegen das Kloster Bursfelde. [52] Das "Bergwerk und die Eisenhütte" gab es nicht mehr, sie waren „ganz in Grund verwüstet“. [53] Diese Erben waren zunächst Johann Diegels Witwe, dann die Kinder Ernst, Elisabeth und Anna Maria, später auch deren Hinterbliebene.

1. Ernst Diegel *<1628. 

2. Elisabeth Diegel ,oo <1646 Wilhelm Ziegenhirt, später sogenannte Ziegenhirt’sche Witwe

3. Daniel ~ Münden St. Blasius 19.10.1625 Vater Hans Diegel, Pate Daniel Gravendick jun.

4. Anna Maria Diegel à Nieme Bu. 28.2.1696, hielt sich in Höxter auf, als ihre Schwester Elisabeth dort Ziegenhirt heiratete, ist dann stets auf der Gedult geblieben, anfangs bei ihrer Mutter, die solange auf der Gedult gelebt, bis ihre Schwester Elisabeth mit ihrem Manne Wilhelm Ziegenhirt aus Höxter wieder dahin gekommen, und hat Anna Maria erst nach ihrer Mutter Tod bei ihrer Schwester Elisabeth, die mit ihrem Manne etliche Jahre bei der Mutter noch gewohnet, sich begeben. [54]

Ernst Diegel

Ernst Diegel war wohl ein rauher Bursche, aufgewachsen im 30jährigen Krieg und seit 1632 vaterlos. Früh mußte er sich mit seiner Mutter auf der Gedult allein durchschlagen und davon leben, was kriegerische und andere Raubzüge nicht gefunden haben mögen. 1647 auf 1647 bezogen schwedische Truppen Winterquartier. Sie plünderten die Dörfer Barterode, Eberhausen und Güntersen aus, jedes erlitt mehrere hundert Taler Schaden. Dem Förster Siegmann stahlen sie in Eberhausen Getreide, Gerät, verdarben und verbrannten die Hausgeräte und schlachteten ein Kalb. [55] Dem Maler Diegel [56] aus Güntersen stahlen sie Korn, Futter, Speck und Schweinefleisch. [57]

Vermutlich aus Rache und um sich schadlos zu halten, überfielen im Januar 1648 Ernst Diegel, der Förster Henning Siegmann und Heinrich Schlüter einen schwedischen Corporal, den Siegmann erschoß. Die erbeutete Ausrüstung – Pferd – Pistole und Mantel – teilten sie sich. [58]

1654 erzeugte Ernst Diegel mit einer Frau aus Derental ein uneheliches Kind. Die Mutter kam in Oedelsheim nieder, wo das Kind am 22.9.1654 getauft wurde. Ernst Diegel selbst war Taufpate bei Kindern anderer Eltern: in Busfelde am 6.6.1654 bei Diederich Wiechmann, am 22.8.1660 bei dem Schmied Marten Rölicke, am 16.8.1663 bei Hans Hartig, dem Knecht des Amtmanns, 30.10.1664 bei dem aus Adelebsen stammenden Schafmeister von Bursfelde und in Fürstenhagen am 10.3.1664 bei Christian Ringling.

Die Jahre nach Johann Diegels Tod 1632 in Norwegen und dem Ende des 30jährigen Krieges 1648 waren bittere Notzeiten auch für das Weserbergland. Man hatte wenig Muße, Geschehnisse zu Papier zu bringen. Darum müssen wir heute vieles rekonstruieren. Der Eisenhammer in der Nieme war bald verfallen. Die Armee Tillys hatte 1623 das Kloster Bursfelde völlig ausgeplündert und wird den Eisenhammer und die Gedult nicht verschont haben. Trotzdem blieb die Witwe Johann Diegels dort wohnen. Wir schließen daraus, daß ihm außerhalb Bursfeldes, insbesondere im Harz oder Norwegen, kein Besitz geblieben war.

Elisabeth Diegel

Die beiden Töchter jedenfalls hielten sich vor 1645 zunächst in Höxter auf, wo Elisabeth Diegel mit Wilhelm Ziegenhirt bekannt wurde und ihn heiratete. Als das junge Paar später auf das väterliche Anwesen in der Nieme zog, die Gedult, begleitete ihre Schwester Anna Maria sie. Diese ist dann stets auf der Gedult geblieben, anfangs bei ihrer Mutter, die solange auf der Gedult gelebt, bis ihre Schwester Elisabeth mit ihrem Manne Wilhelm Ziegenhirt aus Höxter wieder dahin gekommen. Dann hat Anna Maria sich erst nach ihrer Mutter Tod zu ihrer Schwester Elisabeth begeben, die mit ihrem Manne etliche Jahre bei der Mutter noch gewohnet. [59]

Elisabeth Diegel heiratete gegen Ende des 30jährigen Krieges mit Wilhelm Ziegenhirt aus Höxter. Er hat etliche Jahre auf der Gedult gewohnt [60] und starb in Hannoversch Münden vor 1662. Wir kennen fünf Kinder der Ehe:

1. Christoph Ziegenhirt, hessischer Leutnant,

2. vmtl. J. Cathrina Ziegenhirte Patin am 22.8.1660, als Jungfr. Catharina Ziegenhirte Patin am  12.6.1661, vmtl. oo >1665 Christoph Döring

3. Sophia Ziegenhirt, Münden St.Blasius 8.1.1648 Wilhem Ziegenhirte eine Tochter Sophia genanndt

4. Magnus Christian Ziegenhirt * Münden ~St. Blasius 6.8.1648, oo Bursfelde 4.11.1695 Anna Maria Holzmann

5. mutmaßlich Maria Elisabeth Ziegenhirt, Patin in Bursfelde am 9.8.1696

Ausschnitt aus der Schlachtordnung des Brandenburgischen Heeres und seiner Verbündeten am 18.1.1678: [61] 4 hessische Reiterkompanien fochten Seit’ an Seit’ mit Brandenburgern. Leutnant Christoph Ziegenhirt aus Bursfelde geriet in Gefangenschaft. Entgegen dem Text der hier abgebildeten historischen Grafik hießen die Obristen richtig; Wilhelm von Hornumb und Johann uffm Keller,

Christoph Ziegenhirt als ältester Sohn war wohl in Höxter geboren und zog im Sommer 1674 mit seiner Frau auf die Gedult, wo er 1675 eine Kuh hielt. [62] Im selben Jahr überließ Hessen-Kassel dem König Christian von Dänemark im Kampf gegen die Schweden Reiterkompanien, unter anderem die Regimenter von Offenkeller  und Horneck [63] . In einem diente Christoph Ziegenhirt als Leutnant. Bevor der Große Kurfürst von Brandenburg sich im Herbst 1678 gegen die Schweden auf Rügen durchsetzte, erlitten die Reichstruppen im Januar eine Niederlage. Die vier hessischen Reiterkompanien fochten dabei Seit’ an Seit’ mit Brandenburgern. Leutnant Christoph Ziegenhirt aus Bursfelde geriet in Gefangenschaft. [64] Seitdem gibt es aus seiner Heimat kein schriftliches Lebenszeichen mehr von ihm.

Am 16.5.1699 [65] stand die Witwe des Leutnants Christoph Ziegenhirt in Erbengemeinschaft mit den Brüdern Christoph Döring und Wilhelm Döring. [66]

 

Aus der Liste der Fürstlich hessischen Offiziere, die im Januar 1678 auf Rügen in schwedische Kriegsgefangenschaft gerieten, unter ihnen Leutnant Christoph Ziegenhirt

Die Kontrahenten

Das Kloster

Immerwährender Kontrahent der Diegelschen Erben war das Kloster Bursfelde. Dieses war seit der Reformation ein gleichsam staatlicher landwirtschaftlicher Betrieb und auf Einnahmen angewiesen. Der jeweilige Abt führte den Titel nur noch dem Namen nach und amtierte damals irgendwo als Ortspfarrer.

Pfingsten 1661 wurden die Geschwister Ernst Diegel und seine Schwester, die Ziegenhirt’sche Witwe, ins Kloster bestellt. [67] Der Abt David Denecke deutete ihnen an, in den Kriegsjahren und später sei es eingerissen, daß sie dem Kloster nichts dafür bezahlt hätten, ihr Vieh auf den Klosterwiesen weiden zu lassen. Abt Dornwell habe bis 1625 geduldet, daß um die Eisenhütte herum, am Totenberg und am Breiten Busch geweidet wurde, nicht aber in der Nieme. So gehe das nicht mehr weiter. Das Kloster brauche die Klosterhute jetzt selbst.

Die Diegels antworteten, sie wüßten ja, kein Recht zur Hute zu haben. Sie hätten aber zum Bezahlen wenig Mittel und könnten ohne ihr Vieh nicht leben. Sie baten um einen niedrigen Preis. Der Abt Schrader gestattete ihnen, bis zu zehn Stück Rindvieh oder Kühe auf der Klosterweide für 4 Reichstaler Weidegeld jährlich hüten zu lassen, fällig zu Michaelis und zu zahlen dem Kloster oder dessen Pachtmann. Überdies hatten die Diegels wegen der innegehaltenen Ländereien sowieso den Erbenzins an das Kloster zu zahlen.

Familie Wrede

Von 1631 bis 1666 stritten sich die Diegelschen Erben auch mit ihren unmittelbaren Nachbarn auf der Gedult, der Familie Wrede. Heinrich Wrede war um 1605 in Adelebsen geboren, Doktor beider Rechte, Herr auf der Gedult und Besitzer eines Halbspännerguts in Lippoldshausen. Um 1645 hatte er Anna Catharina Adelhorn geheiratet, die um 1615 in Wolfenbüttel geboren war und am 2.6.1685 in Bursfelde begraben wurde.

oo A nna Catharina Adelhorn * Wolfenbüttel um 1615,begraben Bursfelde 2.6.1685 als D.Wredens Witwe

1. Ilsabey Wrede *um 1645, ¤ Heinrich Severin von Kern

2. vmtl. Hedewig Wrede *1655, begraben Bursfelde 13.6.1730 die alte Jungfer ... in der Stille in der Kirche, 75 Jahr

 

Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor: Die jüngere Hedwig wurde am 13.6.1730 in der Klosterkirche Bursfelde als alte Jungfer im Alter von 75 Jahren in der Stille begraben.

Rittmeister von Kern

Die ältere aber, Ilsabey, war um 1645 in Göttingen geboren und heiratete den schlesischen Landjunker [68] Heinrich Severin von Kern. [69] 1675 wird er als Schwiegersohn des verstorbenen Dr. Wrede bezeichnet. [70] Severin von Kern war in hannoverschen Diensten 1686 Capitainleutnant und 1691 Rittmeister.

Severin von Kern wohnte im Wrede’schen Haus seiner Schwiegervaters auf der Gedult gleich gegenüber dem Ziegenhirt’schen Haus.

 

Kernbereich der Gedult 1675: Der Nieme-Fluß (1), die gemeine Heerstraße nach Löwenhagen (2).

Das Wrede’sche Haus, in dem auch Junker von Kern wohnte, (3), Scheune (4), Haus der Witwe Ziegenhirt, einer Tochter Johann Diegels (5), Großer Garten (6), ein Garten, den die Ziegenhirt’sche Witwe angelegt hat (7).

oo<1668 Ilsabey Wrede * Göttingen 1645, Bu.21., Bu. 24.5.1725 still hier in der Kirche

1. Helena Susanna von Kern [71] ooBu. 21.2.1698 Georg Ludowich von Hartwieg

2. Anna Eleonora von Kern *angeblich 1675, 1746, oo17.11.1695 Diederich Heinrich Stüve [72]

3. Sophia Christina Maria von Kern ~Bu. 28.7.1682 Patin Joh. Conrad Palms Tochter, begraben 26.11.1709 ♀ NN (welche?)

4. Barbara Cathrina von Kern ~Bu. 11.1.1685 P: Ihro Mutter, oo Oedelsheim  27.9.1713 Georg Seitz von Gieselwerder  und Anna Barba Catharina von Kern  von der Nieme nach Kirchenbuße copuliert.

5. Leopoldus Severus von Kern ~Bu. 17.11.1686, Pate des Kindes Vatter, begraben 18.11.1686 jüngstes Söhnlein

6. Sophia Maria Dorothea von Kern ~Bu. 5.10.1691 Patin: die Frau Rentmeisterin

 

Am 21. Dezember 1697 ließ die Frau Rittmeisterin von Kern zwei verstorbene Töchter in der Stille ohne Zeremonien in der Kirche von Bursfelde beisetzen. 1713-1717 führte sie eine Beschwerde wegen der Versteinung der Gedult gehörenden Landstücke gegen die Amts-Mündenschen Forsten. [73] 1725 wurde sie in der Klosterkirche begraben.

Fast Mord und Totschlag

1675 hatten sich die Streitigkeiten um die Nutzungen der Niemewiesen verschärft. Fähnrich Christoph Ziegenhirt fürchtete, es könne noch Mord und Totschlag geben. Der Junker von Kern soll ein ungestümer Mensch gewesen sein. [74]

Abt Johann Schrader [75] schrieb der herzoglichen Regierung am 7. April 1675, es sei am 10. August 1669 gewesen, als der Klosterverwalter Conrad Palm mit dem Klostervolk die Schweine auf die abgeernteten Äcker des Junkers getrieben hätte. Kern erfuhr das, setzte sich zu Pferde und schlug die Hirten in die Flucht.

Mit verstecktem Humor und heimlicher Ironie schildert Abt Schrader, was dann geschah, weshalb wir uns hier bis zum Ende seiner Schilderung wörtlich an seinen Bericht halten: 

Der Verwalter und die Seinen ergriffen fluchtartig das Hasenpanier. Nur der Ambrosius Kellner [76] trat mit seiner gespannten Büchse aus dem Busch und hielt Kernen ab. Als Kern sah, wie sich der Klosterverwalter im Busch verkroch, schalt er ihn heftig. Diese Schelte zu ahnden, forderte dieser den Junker auf ein Degenduell vors Kloster.

Als Kern merkte, daß auf dem Kloster ein Hinterhalt auf ihn wartete und er wohl abgeprügelt werden sollte, wandte er sich um und forderte, das Duell solle an einem anderen, sicheren Ort entweder auf ein Paar Pistolen oder mit dem Degen stattfinden. Palm solle sich besser schon um gute Sekundanten bemühen.

Hier war guter Rat teuer, das Rechte zu tun. Der Verwalter Palm bebte wie die Bäume im Wald vor dem Winde. Er wandte sich an Christian Ringling, damaligen Klostersenior und bewog ihn, dem Abt nach Dransfeld zu schreiben, der möge kommen und sich dazwischenstellen und den blutigen Ernst abwehren, denn Kern sei ein Kriegsmann.

Der Abt aber dachte sich: Wenn Palm solchen Lärm anfange und einen erprobten Soldaten heraus vor die Klinge fordere, müsse er ja wohl selbst auch schon Blut gesehen und sich tapfer gerauft haben. Eben darum werde er ja die Scheltworte an Kern mit seiner Klinge rächen.

Dem war aber das Herz unterdessen ganz entfallen: Der Abt solle bloß kommen und den Händel dämpfen. Dieser fand Palm schließlich im Kloster vor wie ein verjagtes Reh. Seine Schwiegermutter vom Brackenberge weinte bitterlich. Der Abt ließ sich erweichen, ging zur Gedult und setzte alle seine Künste daran, Kern zu lenken. Während er mit Kern um Amnestie in so schwerer, furchtbringender und schrecklicher Sache rang, kam ausgerechnet des Verwalters Schweinehirte mit der ganzen Herde daher in Kerns Stoppelacker gejagt. Als Kern das sah, sprang er zu seiner Pistole und wollte auf den Hirten los: „Sehet Herr Johann [Schrader], welch ein Kerl der Verwalter zu Bursfelde!“

Schrader beschwichtigte, er solle die Pistolen nur still ruhen lassen. Er trat zum Schweinehirten: Ob er seiner Herde das befohlen habe? Der Hirte vereinte das. Schrader: Dann solle er sie Säue wegtreiben, sonst könne er von Kern eine Tracht Stöße bekommen. Schrader nahm die Friedensverhandlung wieder auf und besänftigte den Junker soweit, den Verwalter auf die Gedult zu fordern. Der empfing bald die frohe Botschaft und säumte nicht lange. Der Abt trat zwischen sie, und sie vertrugen sich wieder. So wurde das Blutvergießen abgewendet. „So ist’s ergangen“, endet Schrader seinen Bericht.

Im Juni 1675 machten sich Magnus Ziegenhirt und der Junker von Kern nach Hannover auf, um sich bei der herzoglichen Regierung selbst über den Klosterverwalter Palm zu beschweren. Am 16. Juni suchten sie den Geheimen Kammerrat Otto Grote [77] in seiner eigenen Wohnung auf. Dieser unterstand unmittelbar dem Landesherzog Johann Friedrich und war Kammerpräsident und Vorsitzender der Ministeriums. Persönlich war er der ausschlaggebende Mann der Regierung und auch für die Aufsicht über die Klöster verantwortlich.

Am Folgetag berichtete Grote brieflich dem Klosterverwalter Palm, [78] Ziegenhirt und von Kern würden klagen, der Amtmann Palm gönne ihnen nicht das Nötigste zum Leben. Kern halte 40 Melkkühe, an Kuh- und anderem Vieh zusammen 600 Stück, 300 Schweine und 100 Schafe. Wir sehen an diesen Angaben den richtigen Landjunker, einen besseren Großbauern adliger Herkunft, der nebenbei Offizier war und dies auch später, 1693, in Flandern mit dem Leben büßte.

Grote berichtete an Palm am 14. Juni 1675: Er habe gedroht, wenn Kern sein Vieh hüten lasse, wo er es nicht dürfe, würde man ihm ein paar Stück Vieh totschießen. Kern wäre reich geworden, weil die Pacht so niedrig sei, und darum so stolz. Leute würden sich finden, die 100 Taler Pacht mehr zahlen wollten. Und dennoch wäre Kern so geizig und so hoffärtig.

Kern sei jedenfalls oft eigensinnig und bilde sich ein, seine Meinung sei die klügste und beste. Er behaupte auch, der Zeuge Andreas Heller und ein zweiter Zeuge [79] hätten falsch geschworen, als Heller aus den alten Zeiten bezeugte, die Weiderechte hätten immer beim Kloster gelegen. Kern behaupte auch, er könne beweisen, daß Johann Diegel zu Lebzeiten auch in der Nieme gehütet habe. Dr. Wrede (als Zeuge) "hätte die Beschaffenheit nicht recht gewußt". Die Zeugen seien sich untereinander nicht einig gewesen; zwei Witwen könnten wohl einen totbeten.

Wie in die Flußlandschaft der Weser hineingegossen trotzt die Klosterkirche Bursfelde den Zeiten. Foto: K.Kunze 18.4.2014

Grote antwortete: Er habe der Elisabeth Ziegenhirten alle Freundschaft, auch gegen Dr. Wrede selbst, erwiesen. Daß sie aber hernach die von ihrem Vater und Mutter zu glaubhaften Zeugen, die es eidlich bekräftigt, gesprochene Wort geleugnet, hätte auf ihn nicht den besten Eindruck gemacht.

Am folgenden Morgen, berichtet Kammerrat Grote weiter, kamen

Kern und Magnus wieder und hielten an um Vergleich. Ego, H[err] Grote, der die Oberinspection über die Clöster hette, wäre bey Ser[enissi]mo [80] , und hette zwar Herrn Witzendorfen [81] ersucht, den Closter-Rechnungen ergänzend beyzuwohnen. Aber dieses extraordinate Werck würde derselbe sich nicht annehmen.

Die beiden schlugen zur Beilegung der Streitigkeiten unter anderem vor, sie wollten all ihre Länderei und Wiesen für 2000 Taler dem Kloster überlassen. Grote kommentierte, dann sei man die bösen Nachbarn wenigstens los. Das Kloster werde aber, was ohnehin sein sei, nicht kaufen. So blieb alles beim alten.

Magnus Ziegenhirt

Am 24. April 1676 beschwerte Junker Severin von Kern sich bei den fürstlichen Räten in Wolfenbüttel, der auf der Gedult „sich aufhaltende“ Magnus Ziegenhirt fische nicht nur in der Nieme, obwohl dieses Forellenwässerchen dem Kloster zustehe. Er verkaufe diese Forellen sogar, manche grün, manche getrocknet. Nach fleißigem Nachgehen habe er den Magnus heute bei der Tat angetroffen und ein ganzes Netz voller Forellen bei ihm gefunden. Trotz seines großen Frevels und Mutwillens warf er noch mit einem Haufen anzüglicher Worte um sich und kündigte an, er werde das noch öfter tun.

Das Fischen in der Nieme sei aber durch fürstliche Briefe seit länger als 200 Jahren dem Kloster verliehen.

Am 27.1.1696 wohnten auf der Gedult die Witwe des Rittmeisters Henrich Severin von Kern sowie Elisabeth Diegels selig nachgelassener Sohn Magnus Ziegenhirte. [82] Er hatte am 4. November 1695 Anna Maria Holzmann von der Glashütte geheiratet.

1692 stritt sich das Kloster mit den Geschwistern Diegel und dem Rittmeister von Kern als Inhaber der Gedult, weil diese ihre 30 Kühe in den Klosterwald Sundern trieben. [83] Der jüngste Sohn des Rittmeisters, noch ein Kind, habe das Vieh sogar etliche Tage mit geladener Flinte gegen Versuche des Oberförsters Veit Bürger [84] bewacht, das Vieh deswegen wegzupfänden. Dieser hatte dem Klosterförster befohlen, die unberechtigt weidenden Kühe zu pfänden, die Ziegen wegzunehmen und nach Bodenfelde zu treiben. Dort sollten sie für 6 Taler verkauft werden, um das Kloster zu entschädigen.

 

Severin von Kern wohnte auf der Gedult bei Bursfelde und war zuletzt Rittmeister. Er fiel in der Schlacht bei Neerwinden 1693 im Pfälzischen Erbfolgekrieg (1688-97). Seine Reiterkompanie sah aus wie die abgebildeten Truppen bei der Belagerung von Namur 1695 in demselben Kriege. [85]

Diese noch lebenden Geschwister waren Elisabeth Ziegenhirt und Anna Maria Diegel. Am 13. Juli 1692 schrieben die Inhaber der Gedult an die fürstlichen Räte in Wolfenbüttel wegen neuer Beschwerden des „Rittmeisters von Kern und Consorten“. [86] Consorte war insbesondere der Klosterverwalter Conrad Palm. Er hatte größtes Interesse, die ungeliebten Diegel’schen Bewohner der Gedult endgültig loszuwerden. Diese würden ihr Vieh in den Klosterforst treiben. Diese verteidigten sich: Der Sundern sei einst ein dicker und wohlbewachsener Wald gewesen, in dem man nur wenig hüten konnte. Dies sei aber den Bewohnern der Gedult seit nunmehr ganzen 80 Jahren unverwehrt gewesen. - Nachdem aber des Klosterverwalters „Gefreunde“, die viele Jahre die Glashütte daselbst gehabt, dieses Holz in der größten Quantität weggeputzet und so verwüstet, daß es jetzt einem Felde gleiche, könne es auch beweidet werden. Der Oberförster habe es aber vor etwa fünf Jahren zugeschlagen und zum Gehege gemacht und dem Klosterverwalter statt des Sundern den Totenberg zugewiesen.

Tatsächlich knüpften sich verwandtschaftliche Bande zwischen den Glasmachern und dem Klosterverwalter. Hans Heinrich Palm war dessen Bruder. Seine Tochter Maria Lisabeth Palm war am 16.1.1666 in Hemeln getauft und hatte den Glashüttenmeister Erhard Seitz [87] geheiratet. Dieser hielt seine Glashütte 1675-79 in der Nieme im Wolfstal, legte 1685 eine Glashütte auf Diegels Kamp an [88] und ist 1689 als Glasmeister in der Nieme genannt. Mit dieser jüngsten Hütte war er unmittelbar der Geduld benachbart. Der versteckte Vorwurf, der Klosterverwalter handele zugunsten seiner „Gefreunde“, war also nicht unberechtigt.

Der Tod endigt allen Streit

Der Junker von Kern ist am 29.7.1693 im Pfälzischen Erbfolgekrieg in der Schlacht von Neerwinden bei Lüttich gefallen. [89] An der Schlacht gegen die Franzosen beteiligte sich das Kurfürstentum Hannover mit 8000 Mann. Insgesamt fochten 50000 Mann Reichstruppen und Verbündete gegen 80000 Franzosen. Bei dem gesamten Feldzug in Brabant seit 1690 hatte von Kern als Rittmeister [90] eine von sechs Kompanien des Reiterregiments von Voigt geführt, dessen Stab in Friedenszeiten in Nörten- Hardenberg lag. Kerns Wohnort auf der Gedult nächst benachbart war die Kompanie in Adelebsen. Der Oberst Gordon, Chef dieses Regiments bis 1687, war ein Liebling des Kurfürsten gewesen und hatte für einen schweren Pferdeschlag aus dem Jeverschen geschwärmt, was aber nicht mehr zeitgemäß war und die hannoversche Kavallerie schwer beweglich machte. Sie wurde bei Neerwinden beinahe aufgerieben, [91] darunter das Regiment von Voigt trotz eines „glänzenden Angriffs“. [92] Es verlor 4 Offiziere und 50 Mann mit 71 Pferden. [93]

In den 1690er Jahren starben auch Diegel’schen Erben erster Ordnung weg. Am 13. April 1694 wurde Elisabeth Ziegenhirt begraben, am 28.2.1696 die offenbar ledige Anna Maria Diegel und am selben Tag, kinderlos, ihr jung verheirateter Neffe Magnus Ziegenhirt.

Die Erben der Erben lebten nicht mehr lange auf der Gedult und gaben ihre Rechte an dem Erbzinsgut bald auf. Zuletzt am 5. Dezember 1697 ließ Wilhelm Döring von der Nieme in Bursfelde einen Sohn Johann Christoph taufen, Pate war sein Bruder Christoph.

Am 16.5.1699 fanden sich auf der Stube des Klosterverwalters der Notar Daniel Hemmelman aus Münden [94] und für die Erben Wilhelm Döring aus Kassel ein. Dieser übertrug im Namen dieser Erben alle Rechte dem Kloster.

Nach dem Wegsterben der Diegels von der Gedult hatte zunächst die ältere Schwester des Magnus Ziegenhirt die Häfte geerbt: Catharina, geboren um 1645 in Höxter. Sie hatte den Witwer Christoph Döring [95] geheiratet, einen Harfenisten, Lauten- und Geigenmacher in Kassel, war aber 1695 schon in Kassel verstorben. [96] . Die andere Hälfte war an die Witwe des verstorbenen Leutnants Christoph Ziegenhirt gefallen. Im Namen dieser Witwe und seines Bruders erklärte dem Notar die Abtretung aller Rechte an der Gedult Wilhelm Döring [97] , jüngerer zweier Söhne der Catharina Döring geb. Ziegenhirt:

1. Christoph *err.1670, 1678 8 Jahre alt, 1699 als Bruder von Wilhelm genannt: 

2. Wilhelm [98] * Kassel 6.4.1671, ~Altstadt 17.4.1671 Pate der Mutter Bruder, der gewesene Fähnrich Christoph Ziegenhirt in Höxter. Begraben Kassel Hofgemeinde 6.9.1730, 56 Jahre alt, Hofinstrumentenmacher.

Mit diesen Brüdern Döring als Enkel Johann Diegels wird die Geschichte der Diegel’schen Erben musikalisch ausklingen. Beide lebten in Kassel als Geigenbauer für den Hof des Landgrafen. Der ältere Sohn, Christoph, begegnet uns als Achtjähriger bei einer abenteuerlichen Flucht aus dem herzoglichen Residenzschloß Bevern 1678:

 

Geigenzettel einer von Christoph Döring 1676 gebauten Geige. Döring war mit Catharina Ziegenhirt verheiratet und hatte die Söhne Christoph und Wilhelm, sämtlich Hofinstrumentenmacher.

Dort hatte sein Vater Christoph Döring Arbeit als Harfenist angenommen, doch wurde ihm auch die Verantwortung für das herzogliche Silberzeug zugemutet. Zum bloßen Silberdiener herabgewürdigt zu werden behagte dem Künstler nicht, und schlecht bezahlt wurde es obendrein. So seilte er sich 1678 mit seinem Söhnchen Christoph an einem Laken aus dem Schloß Bevern ab, und es ging wieder ab nach Kassel. Die Flucht veranlaßte den Herzog zu einem wütenden Steckbrief: [99]

daß diese nacht bey schlaffender Zeit Unser Hoff-Harfenist und Silberdiener Christophel Döring auß Caßell bürtig ein kurtzer kerll, blauen Augen, wenig haarfarben Haar, mit einen braunen Kleyde undt gegoßnen weißen Knöpfen  seine Harffe bey sich habend sampt seinen kleinen Sohn Christophel von 8 Jahr  mit weißen Haaren in dunckel-grauen Kleidung, Meineydigerweise durchgangen, die ihm gegebenen Bettlacken zerschnitten und sich damit auß seinem zugeordneten Cammer privet hinunter in den Schloßgraben gelaßen, undt so davon gelaufen, einen silbern Teller  mit Unser undt Unser Gemahlin Gd. Wappen undt Nahmen ausdrücklich bezeichnet sub nro 5 mitgenommen...

 



[1] Um 1573 in Clausthal nach Zentralblatt für Mineralogie: Petrographie, technische Mineralogie, Geochemie und Lagerstättenkunde, Teil 2, 1970, S.766. Der vermutete Geburtsort dürfte nicht stimmen, woher das vermutete Geburtsjahr 1573  stammt, bleibt unklar.

[2] Vermutlich ist dieser Hans Diegel < 1588, denn 1588-1614 ist die Laufzeit eines Aktenkonvoluts HStA Marburg Bestand 17 e  Nr. Richelsdorf 11: Gesuch der nachgelassenen Erben des Hans Diegel und Befreiung von den Holzdiensten. Siehe auch Schuldforderungen am Sigmund Digel  wegen der Messinghütte zu Oberkaufungen 1584-1588, HStAM Marburg Best. 55a Nr.1598. Hans Diegel dürfte an Kindern gehabt haben mindestens Siegmund (1599), Hans und Jacob. Er soll um 1516 in Weil bei Landsberg am Lech geboren sein, Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde, 1980, S.69.

[3] „1545 errichtete Hans Diegel, ein geringer Bergmann aus Richelsdorf, auf dem Areal einer verfallenen Schneide-Mühle bei Oberkaufungen einen Kupferhammer mit sechs Hämmern. Hier wurde Kupfer geschmolzen. Trotz günstiger Entwicklung geriet Diegel bald in Schulden (wegen der Abgaben und der Unterhaltung einer kinderreichen Familie). 1583 übernahm das Stift Kaufungen den Kupferhammer und verpachtete ihn an Johann Weber, der diesen in eine Eisenhütte umwandelte. Um 1629 hatte nach einem Vergleich mit dem Stift Kaufungen der hessische Landgraf den früheren Diegelschen Kupferhammer und die spätere Eisenhütte übernommen.“, Wilfried Wroz, Der hessische Landmesser Joist Moers und seine Karte des Kaufunger Waldes, (um 1590), in: Mitteilungen des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde, 1993, S.9 (11), nach Fritz Meyer, Oberkaufungen im Wandel der Zeiten, 1962, S.194: Diegel sei wegen Schulden und einer kinderreichen Familie in Schwierigkeiten gewesen.

[4] HStA Marburg Best.55a Nr. 498 Schreiben des Herzogs Heinrich Julius von Braunschweig zur Schuldenübernahme des braunschweigischen Bergbeamten Johannes Diegel. Die Schuldenübernahme dürfte sich aus dem Tod seines mutmaßlichen Vaters Siegmund Diegel 1599 und dessen Verbindlichkeiten wegen des Bergwerls in Nentershausen und Richelsdorf erklären. Siegmund Diegel 1599, Sohn von Hans (d.Ä.), sein Sohn Hans klagt gegen Vertragspartner seines Vaters, Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde, 1980, S.70, 97.

[5] Zum Beispiel Jost Gundelach-Becker *um 1530, seit 1551 als Glasmacher zur Nieste im Kaufunger Wald erwähnt (vgl. Klaus Kunze, Glasmacher-Sippenbuch, Uslar 2000, Familie Gundelach-Becker 1550 m.w.N. - Sein Sohn Engelhard war 1628 mit seinem Sohn Augustin Beständer der Hütte Weißehütte am Reinhardswald, ein anderer Sohn Hans war 1595 Besitzer der Glashütte in der Nieme und hatte 1605 eine Hütte am Hils (K. Kunze Glasmacher-Sippenbuch, Uslar 2000, Familie Gundelach-Becker 1595 m.w.N.).

[6] StA Wolfenbüttel 8 Alt Wick Nr.22 c.

[7] Klaus Kunze, Glasmacher-Sippenbuch, Uslar 2000.

[8] StA Marburg Forstrechnung 1600, R II Cassel 272. - Killing S.51 (bestand 1603 nicht mehr). Nach Bloß, Die älteren Glashütten..., S.92 Hütte S14 hielt dort nur Wilhelm, nicht auch Samuel, wie Killing meint, Hütte (StA Marburg Rechn. II Cassel, 1600, Bl.11). Die Hütte ist in der Krabbe schen Karte von 1603 verzeichnet und abgebildet. Weitere Nachweise zur Hüttenanlage: Klaus A.E. WEBER, Waldglashütten in den Solling-Forsten des Hellentals III, in: Sollinger Heimatblätter 3/2012, S. 13 ff. (19 f.).

[9] Kirchenbuch von Uslar.

[10] HStA Hannover, BaCl Hann 84a Acc 8 Nr. 438 (alt: Oberbergamt Clausthal Fach 1493 Nr.1). Der Bestand "Johann Diegels Eisenhüttenwerke bei Bursfelde, Holzminden und Yarlinghausen" (Verliehausen) "am Solling" hat als Laufzeit 1586-1615; Gertrud Witt, Amt und Festung Uslar, 1981, S.472.

[11] Hans Hillegeist, Auswanderungen Oberharzer Bergleute nach Kongsberg/ Norwegen im 17. und 18. Jahrhundert, S.22, in: Hans Heinrich HILLEGEIST, W. LIEßMANN,  Technologietransfer und Auswanderungen im Umfeld des Harzer Montanwesens: Tagungsband der 8. montanhistorischen Arbeitstagung des Harzvereins für Geschichte und Altertumskunde e.V. am 7. Oktober 2000 in Sankt Andreasberg/Harz

[12] Gertrud Witt, Amt und Festung Uslar, S.353.

[13] StA Hannover Cal.Br. 1 1323. Diegel pachtete Klosterbesitz nördlich von Glashütte. – Erlaubnis Friedrich Ulrichs vom 17.9.1615: Hann.94 Spez.  4A  XI 6 k: Nach drei Freijahren sollte Diegel Hütten- und Erbenszins (10 Mariengroschen) zahlen.

[14] Schreiben J.C.Palm vom 27.1.1696, HStA Hannover, Hann.94 Spez.4A VIII,7.

[15] Hans Hillegeist, Auswanderungen Oberharzer Bergleute nach Kongsberg/ Norwegen im 17. und 18. Jahrhundert, S.22, in: Hans Heinrich HILLEGEIST, W. LIEßMANN,  Technologietransfer und Auswanderungen im Umfeld des Harzer Montanwesens: Tagungsband der 8. montanhistorischen Arbeitstagung des Harzvereins für Geschichte und Altertumskunde e.V. am 7. Oktober 2000 in Sankt Andreasberg/Harz

[16] Georg Landau, Beschreibung des Kurfürstentums Hessen, 1842, S.164.

[17] HStA Marburg Best. 40a Rubr.03 Nr.212 Betreibung von Hütten- und Hammerwerken.

[18] Karl Schäfer, Geschichte der Eisenindustrie in der ehemaligen Grafschaft Waldeck im 16. und 17. Jahrhundert, 1977, S.132.

[19] 1620 gehörte zu den deutschen Kaufleuten Steven Vreede von Lipstad, Georg Digel aus Bremen und die Compagnons Andries Glade und Jan de Norier, ebenfalls aus Bremen, P.W.Klein, The Emergence of international Business 1200-1800, Vol. VII: De trippen in de 17e eeuw: een studie over het ondernemersgedrag op ..., Band 7, 1999 (Reprint des Buchs von 1965), ISBN 0-415-19079-7, S.219. Der vorgenannte Andries Glade hatte als Lippstadter Eisenhändler Andreas Glade 1619 ein Angebot zur sechsjährigen Anpachtung des Eisenwerks Haina abgegeben, siehe HStA Marburg Best.5 Nr.19053.

[20] Henk L. Visser, De Witt Bailey, Aspects of Dutch Gunmaking, Waanders 1997, S.35. Georg Diegel heißt dort Jurgen Degel.

[21] 1556 wurde an der Hammerhütte an der Bursfelder Geduld ein moder­ner Hochofen gebaut, offenbar in Regie der Forstver­waltung. Förster Hans Dornewell mußte dazu 3 Fuder Markoldendorfer Eisen­erz anfahren lassen und wohl in Mischung mit Material vom Sandberg 59 Pfund Eisen ausschmelzen, das vom Sollingoberförster nach Uslar  verkauft wurde: Cal Br 2 649. Tacke, Einbecker Jahrbuch 1957/8.

[22] 1626 Zehntner in Zellerfeld Johann Digel, welcher doch hiebevor in Bergsachen albereit Fürstliche Bestallungh hatte, Albert Cuppius, Zellerfelder Chronik, Hrg. von Heinemann, in: Zeitschrift des Harzvereins für Geschichte und Altertumskunde, Jahrgang 1895, S.270 ff.

[23] Wilfried Ließmann, Historischer Bergbau im Harz, 1997.

[24] Ekkehard Henschke, Landesherrschaft und Bergbauwirtschaft, 1975, S.45-

[25] Julii Bernhards von Rohr Geographische und Historische Merckwürdigkeiten des Ober-Hartzes, 1739, S.402.

[26] Nr.58/29 Erlaß-Entwurf der Statthalter und Räte zu Wolfenbüttel an den Zehntner zu Zellerfeld Johann Diegel, HStA Hannover BaCl Hann. 84a Nr. 00058  (Bestand liegt im Bergarchiv Clausthal).

[27] Rudolph Leopold Honemann, Die Alterthümer des Harzes: Aus Zeugnissen bewährter Schriftsteller, Zweytes Register (D), 1754.

[28] Zeitschrift des Harzvereins für Geschichte und Altertumskunde, 1907, S.235.

[29] Herbert Dennert, Quellen zur Geschichte des Bergbaus und des Hüttenwesens im Westharz von 1524-1631, nach einem Bericht des Oberverwalters Otto Brendecke an Herzog Friedrich Ulrich.

[30] Dennert a.a.O. nach einem Schreiben Otto Brendeckes an den Berksekretär Bartoldus Ritter in Wolfenbüttel.

[31] Dennert a.a.O..

[32] Siegfried Lotze, in: Albert Deiß u.a., 900 Jahre Gieselwerder, Oberweser 1993, S. 289 (290).

[33] B.I. Berg und F.S. Nordrum, The distribution of silver specimens  from the Kongsberg silver Mines, Norway, 17th and 18th centuries, Tafel 1, http://www.repository.naturalis.nl/document/148581

[34] Der Anschnitt, Vereinigung der Freunde von Kunst und Kultur im Bergbau., 1968

[35] Dennert a.a.O.

[36] Hans Hillegeist, Auswanderungen Oberharzer Bergleute nach Kongsberg/ Norwegen im 17. und 18. Jahrhundert, S.22, in: Hans Heinrich HILLEGEIST, W. LIEßMANN,  Technologietransfer und Auswanderungen im Umfeld des Harzer Montanwesens: Tagungsband der 8. montanhistorischen Arbeitstagung des Harzvereins für Geschichte und Altertumskunde e.V. am 7. Oktober 2000 in Sankt Andreasberg/Harz

[37] HStA Hannover, Hann 94 Spez  4A VIII, 7.

[38] Zu ihm ausführlich Klaus Kunze, Glasmacher-Sippenbuch, Uslar 2000, Familie Seitz 1680. – Er war in zwei Ehen verheiratet mit verschiedenen Nichten des Klosterverwalters Johann Conrad Palm, siehe im einzelnen Klaus Kunze, Ortssippenbuch Bursfelde, 2. Auflage, Bearbeitungsstand 2013, Familien =Bu672= ff.

[39] HStA Hannover, Hann 94 Spez  4A VIII, 7.

[40] HStA Hannover, Cal.Br. 2, Nr.1705.

[41] An Pachtzinsen für den um 1530 gegründeten Hammer wurden vereinnahmt 1546/47 24 Florin und 1556/57 80 Reichstaler.August Seidensticker, Rechts- und Wirtschaftsgeschichte norddeutscher Forsten, 1. Band. 1896, S.208. Die Eisenhütte sei 1530 angelegt worden. Die Glashütte im Breiten Busche an der Weser südlich Bursfeldes brachte seit 1580 jährlich 378 Florin oder 210 Taler ein.

[42] HStA Hannover, Hann 94 Spez. 4 A XI 6k.

[43] Scheiben des Klosterverwalters J.C.Palm vom 19.3.1675, HStA Hannover, Hann 94 Spez  4 A VIII, 7.

[44] Zeugenaussage Andreas Heller aus Büren, 80 Jahre alt, der 50 Jahre zuvor bei Johann Palm auf dem Kloster gedient hatte, vom 21.2.1672, HStA Hannover, Hann 94 Spez  4 A VIII, 7.

[45] Zur exakten Lage der Gebäude auf dem Gelände der späteren „Geduld“ siehe auch die Hinweise und die Lageskizze von Gertraude und Eckart Schröder, Spätmittelalterliche und frühneuzeitliche Glas- und Eisenhütten im Niemetal, in: Göttinger Jahrbuch 1982, S.133 ff. (137 f.).

[46] HStA Hannover, Hann 94 Spez  4 A VIII, 7, Vorschläge des Abts Schrader vom 12.6.1675.

[47] HStA Hannover, Cal.Br.7 Nr.336.

[48] HStA Hannover Cal Br 7 Nr.345.

[49] Zit nach Schmidt-Bucherer, dieser nach HStA Hannover, Han 74 E 375 Seite 94 ff, fehlt im Cal. Br. Arch 1 1156-1234, 1323 - 1344 und seit 1794 in Han. 74 Münden E 153. Wegen der 10 Mgr. ebenso Schreiben des Abts Johann Schrader und den Conventualen Henricus Pape vom 28.6.1675 in HStA Hannover Hann. 94 Spez. 4a VIII 7.

[50] Schreiben des Abts David Denecke vom 10.7.1656, HStA Hannover, Hann 94 Spez  4 A VIII, 7.

[51] StA Hannover Han 74 Mü C 15, siehe auch bei Schmidt-Bucherer.

[52] HStA Hannover, Hann. 74 Münden Nr.964: Die Abschrift eines Befehls von der Fürstlichen Kanzlei, vom Amtmann zu Münden Otto Andreas Reiche und Amtmann von der Müle zu Bursfeld in bezug auf die im Jahre 1650 aufgestellte Beschreibung des Pertinenzien und Gerechtigkeiten des Klosters Bursfelde (fehlt die Akte) und die Abschrift eines Auszuges, welcher auf Anordnung im Fürstlichen Kanzleibefehl vom Syndikus Johann Julius Hering zu Münden 1671-1672 abgehaltenen Zeugenvernehmungen in Sachen des Klosters Bursfelde gegen Johann Diegels-Erben "Zur Geduld"

[53] Zeugenaussage des fast 80jährigen Andreas Heller vom 21.2.1672, HStA Hannover Hann. 94 Spez. 4a VIII 7.

[54] Schreiben Joh. Conrad Palm vom 19.3.1675, HStA Hannover, Hann 94 Spez. 4A VIII 7.

[55] Hans-Jürgen Pflug, Zwischen Klosterbrüdern und Adelsherren – Eberhausen, 1994, S.417 f. nach Cord Alphei, Geschichte Adelebsens und Lödingsens, Göttingen 1990, S.73 nach Familienarchiv Adelebsen FAA III, 25,5.

[56] Ursula, Hans Diegels des Malers Frau war in Münden am 11.4.1607 Patin bei Ursula Bongert. Nach einer Kirchenrechnung in Uslar 1635 hatte der Malermeister Hans Bernhard Diegel Kanzel und Pfeiler am Predigerstuhl angestrichen. Hans Bernhard Diegel war Sohn von Jacob Diegel und damit ein (anderer) Enkel von Hans Diegel (dem älteren). Er verkaufte 1596 seinen Anteil am Bergwerk des Großvaters, siehe Zeitschrift des Vereins für hess. Geschichte und Landeskunde, 1980, S.70.

[57] Alphei a.a.O. S.73.

[58] Alphei, S.74.

[59] Schreiben Joh. Conrad Palm vom 19.3.1675, HStA Hannover, Hann 94 Spez. 4A VIII 7.

[60] Schreiben Joh. Conrad Palm vom 19.3.1675, HStA Hannover, Hann 94 Spez. 4A VIII 7.

[61] Bataille der Königl. Schwedischen Trouppen wieder die Dähnen auff der Insel Rügen den 8. January 1678 erhalten (Digitales Archiv Marburg).

[62] Schreiben Joh. Conrad Palm vom 19.3.1675, HStA Hannover, Hann 94 Spez. 4A VIII 7.

[63] Vgl. u.a.  Die hessen-kasselsche Kriegsmacht unter dem Landgrafen Karl bis zum Frieden von Ryswick 1697. In: Zeitschrift des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde, 8.Band, Kassel 1860, S. 109 ff., 125-126.

[64] Kurtze und gründliche Relation von der Insul und Fürstenthum Rügen, wie dieselbe Anno 1677 durch den Königl. Dänischen Einfall verunruhiget und Anno 1678 im angehender Jenner durch … Königsmarck wiederum befreyet worden, Stralsund 1678. Neben brandenburgischen, münsterischen, dänischen und kaiserlichen Reiterregimentern auch 4 hessische Reiterkompanien gegen die Schweden eingesetzt.

[65] Schreiben Wilhelm Dörings 16.5.1699, auch im Namen seines Bruders Christoph Döring, auch der Witwe des Leutnants Christoph Ziegenhirten, HStA Hannover, Hann.94 Spez.  4A  6 K. –

[66] Urkunde des Notars Daniel Hemmelman vom 16.5.1699, HStA Hannover, Hann.94 Spez.  4A  6 K).

[67] Wiedergabe des Inhalts des Vermerks des Abts aus Hann 94 Spez. 4A VIII 7.

[68] Zur Familie: Ernst Heinrich Kneschke, Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon, Band 5: Die Familie habe 1664 in Leipe  bei Grottkau auf einem Gut gesessen: „Kern (Schild quer getheilt: oben in Schwarz ein rechts gekehrter, goldener Greif u. unten durch eine aufsteigende Spitze getheilt. In der silbernen Spitze auf grünem Hügel ein Einhorn u. rechts u. links in Roth drei goldene Kornähren. Ein in Schlesien u. in der Mark Brandenburg ansässig gewordenes Adelsgeschlecht , welches aus Österreich nach Schlesien gekommen sein soll. Dasselbe saß in Schlesien bereits 1664 zu Leipe bei Grottkau u. 1723 zu Ludwigsdorf bei Neisse u. in der Mark Brandenburg zu Anfange dieses Jahrh. zu Wiesenwerder u. Lowitz im Kr. Arnswalde. — Von den Sprossen des Stammes standen zwei Brüder 1806 im k. preuss. Regimente v. Pelchrzim, der ältere nahm 1809 als Lieutenant den Abschied u. war 1814 Lazareths - Inspector zu Ottraachau, der Jüngere war 1827 Capitain u.später Major im 19. Inf. -Reg. — Das Gut Leipe ist im Besitze der Familie geblieben u. in neuester Zeit wurde Albert von Kern als Herr desselben genannt.“ m.w.N.

[69] Heinrich Severin von Kern, *Schlesien um 1640 [Fritz Groos, Ahnenliste Groos, 3. Teilliste Neidhart; in: Hessische Ahnenlisten Bd.2, Spalte 325 (333)]

[70] HStA Hannover, Hann.94 Spez. 4A VIII 7: Schreiben des Abts Johann Schrader vom 12.4.1675: Wie Juncker Kern Sel. Doctor Wredens Eydam am 10.8.1669 gegen mich frey bekannt hat ...

[71] Vmtl. dieselbe: ♀ NN, ¤ Georg NN, Bu. 22.9.1716 der Frau „Rippermeisterschen“ von Kern ihr Schwiegersohn Georg ... NN .. läßt taufen

[72] Fähnrich, 1710 Capitain im Artillerieregiment. 1758.

[73] HStA Hannover, Hann. 74 Münden Nr.968.

[74] HStA Hannover, Hann. 94 Spez. 4A VIII, 7 Schreiben des Abts Schrader mit Vorschlägen vom 28.6.1675.

[75] Johannes Schrader war Pfarrer in Dransfeld und seit 1665 Titularabt von Bursfelde, Dransfeld 24.6.1696.

[76] Ambrosius Kellner wohnte 1669 im Kloster Bursfelde. In Imbsen heiratete nach seinem Tode am 11.11.1690 sein Anthon, der dort offenbar wohnte.

[77] Otto Grote (*Sonderburg 25.6.1636 S.v. Thomas Grote und Barbara Catharina von Alefeld, Hamburg 5.9.1693, nach Ludwig Timotheus von Spittler, Geschichte des Fürstenthums Hannover, 2.Theil, Göttingen 1786, S.287 ff.) war Geheimer Rat unter Herzog Johann Friedrich von Braunschweig (*25.4.1625, Augsburg 28.12.1679, der seit dem 19.9.1665 in Hannover residierte, siehe Johann Samuel Ersch, Allgemeine Encyclopädie der Wissenschaften und Künste in alphabetischer , S.444

[78] HStA Hannover, Hann 94 Spez. 4A VIII 7 vom 17.6.1675.

[79] Grote erwähnt in seiner Widergabe des Gesprächsverlaufs, am 14.8.1669 sei ein Urteil ergangen. Dieses befindet sich aber nicht bei den Akten.

[80] Herzog Johann Friedrich von Braunschweig (*25.4.1625, Augsburg 28.12.1679), der seit dem 19.9.1665 in Hannover residierte.

[81] Hieronymus von Witzendorf, Geheimer Rat des Herzogs [1682 Kammerpräsident, 1690].

[82] Schreiben des J.C. Palm vom 27.1.1696, HStA Hannover, Hann.74 Spez. 4A VIII, 7.

[83] HStA Hannover, Hann. 94 Nr.3728, Klosterkammer Hannover, Band 1 und 2 [alt: Hann. Des. 94 Spez.  3 A VIII Nr.  8 (Bursfelde)].

[84] Valentin Bürger wohnte in Bodenfelde, siehe Klaus Kunze, Ortssippenbuch Bodenfelde, Familie =633=. .

[85] Kupferstich von Bernard Picart aus Paris, 1697, Ausschnitt. 

[86] HStA Hannover, Han 94 Spez 4A VIII 8.

[87] Erhard Seitz *1659 Sohn von Jürgen Seitz und Margarethe Seidensticker, Oedelsheim 2.6.1717, alt 57 Jahr 7 Monate.

[88] StA Hannover Han 74 Münden E 2034, siehe Bloß, Die älteren Glashütten..., S.154 f., 159.

[89] Louis von Sichart, Geschichte der Königlich-Hannoverschen Armee, 1. Band, Hannover 1870, S.528.

[90] Sichart, a.a.O.. S.221, 228, 237. Das gesamte Regiment zählte etatmäßig 819 Köpfe.

[91] General-Feldzeugmeister von der Decken, Der Kurprinz Georg Ludwig, in: Archiv des historischen Vereins für Niedersachsen, 1838, S.137 ff., 138, 152, 155.

[92] Sichart a.a.O. S.525.

[93] Sichart a.a.O. S.531. Hinzu kamen 2 verwundete Offiziere und 35 Mannschaften.

[94] Daniel Hemmelman *Münden ~Blasius 9.5.1641 Sohn von Conrektor Christoph H.

[95] Christoph Döring, 1676 Lauten- und Violenmacher in Kassel, siehe Willibald Leo Lütgendorff, Die Geigen- und Lautenmacher, 1922, S.144: In Kassel selbst ist er heute vergessen und urkundlich nicht nachzuweisen Eine gute Viola da Gamba von Zu Christoph besitzt W. Heyers Musikhistorisches Museum in Köln einen Geigenzettel: Wilhelm Döring me fecit/ Cassellis.. - Christoph Döring war 1678 Hofharfenist (sein Schreiben an den Landgrafen vom 21.8.1678, HStA Marburg, HStAM Best. 4 f Staaten B Nr. Braunschweig-Bevern 8, Requisitoriales des Herzogs Ferdinand Albrecht von Braunschweig-Bevern wegen seines in Kassel seßhaft gewesenen und flüchtig gewordenen Hofharfenisten und Silberdieners Christoph Döring, dessen Verteidigungsschrift), Jill Bepler, Kleine große Welt. Zur Hofkultur einer Kleinresidenz. Schloß Bevern, in: Simpliciana, Schriften der Grimmelshausen-Gesellschaft XIII-XIV, 1991, S.177 (185, 192). Zu den Brüdern Döring gibt es im HStA Marburg einen Bestand HStAM Best. 5 Nr. 12255.

[96] Catharina Döring geb. Ziegenhirt Kassel, Hofgemeinde 19.11.1695, alt 50 Jahre weniger 6 Wochen..

[97] Schreiben Wilhelm Dörings 16.5.1699, auch im Namen seines Bruders Christoph Döring, auch der Witwe des Leutnants Christoph Ziegenhirten, HStA Hannover, Hann.94 Spez.  4A  6 K. –

[98] Wilhelm Döring war laut Urkunde des Notars Daniel Hemmelman [*Münden ~Blasius 9.5.1641 S.v. Conrektor Christoph H.] selben Datums (16.5.1699, HStA Hannover, Hann.94 Spez.  4A  6 K), bestallter hess.-kass. Hof-Lauten- und Geigenmacher und trat alle Rechte an der Geduld ab. Von Wilhelm Döring aus Kassel bezieht der Hof 1712 für 80 Rthlr. ein Cymbal, 1727 wird er Aufseher über die Instrumente, Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde, 1996, 13.

[99] Steckbrief des Herzogs Ferdinand Albrecht wegen des entlaufenen Hofharfenisten Döring, HStA Marburg 4f Bs.Bevern 8, zit nach Gillian Bepler, Kleine Welt, Zur Hofkultur einer Kleinstresidenz, Schloß Bevern 1667-1687, in: Simpliciana XIV, 1992, S.177 ff. (191 f.), vollständig einschließlich Verteidigungsschrift des Christoph Döring a.a.O. Er bezeichnet seinen o.g. Sohn dort als seinen ältesten.