Klaus Kunze

Kategorie: Allgemein

Demokratieunfähig

Die radikale Linke hat nach einem Marsch durch alle Institutionen fast flächendeckend die Macht ergriffen. Sie ist demokratieunfähig, weil sie diskussionsunfähig ist.

Diskussionsunfähig ist sie, weil sie sich in eine emotionale Parallelwelt geflüchtet hat. Im moralischen Jenseits zählen keine Argumente mehr, sondern nur noch ihr fanatischer Haß auf Andersdenkende. Anders denken alle, die im Diesseits leben zwischen frühem Aufstehen, dem Weg zu Arbeit, der täglichen Sorge um ihre Kinder und ihren Alltag. Luftschlösser und Wahnwelten sind ihnen fremd.

Sie bilden die „Mitte der Gesellschaft“. Die früheren „Otto-Normalverbraucher“ haben einen engen Bezug zu den harten Fakten des Daseinskampfes. Sie sind immun gegen ideologische Wahnvorstellungen.

Von wahnhaften Zwangsvorstellungen wimmelt und brodelt es in linken Köpfen. Sie glauben inbrünstig an „das Gute“ und suchen „das Böse“ auszurotten. Das Gute verkörpert sich in erster Linie in ihnen selbst und in zweiter Linie in jeder Menge liebenswerter Minderheiten. Weiterlesen

Soldaten und Garnisonen in Südwest-Niedersachsen 1603 bis 1803

Forschung und Buchprojekt 2017 / 2020

  • Vom Landsknechts-Fähnlein zum stehenden Heer: Personengeschichte der Soldaten und ihren Familien im kurhannöverschen Raum zwischen Solling, Weser, Werra und Leine im 17. und 18. Jahrhundert –

Zu den Personalien der Offiziere der Armeen des früheren Kurfürstentums Braunschweig-Lüneburg, dem nachmaligen Königreich Hannover, gibt alte Literatur erschöpfend Auskunft. Die einfachen Soldaten sind dort nicht berücksichtigt. Die Ziel dieser Bearbeitung ist es, diese Forschungslücke zu füllen.


Dabei hat es die Forschung nicht entscheidend befördert, in Arbeitsgruppen für hannoversche Militärgeschichte museale Uniformknöpfe zu polieren. Auch militärische Strategie oder tapfer erkämpfte Siege motivieren uns nicht.
Ein wirkliches Verständnis, wie es eigentlich gewesen ist, kann nur bei den konkreten, individuellen Menschen ausgehen. Die Kenntnis ihrer Lebensumstände setzt die Kenntnis ihrer Person aber voraus, also steht Personengeschichtsforschung am Anfang aller Militärgeschichte und ist nicht nur deren Anhängsel.
Wenn in über 300 Jahre alten Archivalien von einer Soldatenwitwe zu lesen ist, deren Mann in Morea geblieben ist und die mit ihren Kindern bettelt, löst das Emotionen und lösen diese Gefühle Fragen aus. Weiterlesen

Antifaschistisch vernagelte Köpfe

Man kann sich bemühen, kosmisch zu denken. Für solche Denker sind wir Menschen nur Zigeuner am Rande des Universums, kosmische Eintagsfliegen gewissermaßen. Werden wir unseren Planeten jemals verlassen können? Daß wir ihn gerade in einen übervölkerten, wüsten Müllhaufen verwandeln, wäre Anlaß genug. Raumfahrt tut not! Der Mensch

weiß nun, daß er seinen Platz wie ein Zigeuner am Ran­de des Universums hat, das für sei­ne Musik taub ist und gleich­gültig gegen seine Hoffnungen, Lei­den oder Ver­brechen.

Jacques Monod, Zufall und Notwendigkeit, Paris 1970, München 1971, 9.Aufl.1991, S.151

Es gibt auch Menschen, deren Denken nur bis den Brettern reicht, mit denen sie sich ihre geistige Welt selbst vernagelt haben. Als Galileo Galilei (1564-1642) vor das katholische Inquisitionsgericht treten mußte, traf er auf solche vernagelten Leute. Aus obskuren alttestamentarischen Texten leiteten sie ihr Dogma ab, die Erde sei der Mittelpunkt der Schöpfung. „Und sie dreht sich doch!“, Weiterlesen

Der Wald ist tot – es lebe der Wald!

Alle paar Jahre raunt es in den Medien: Der Wald stirbt! Es raunt umso nachdrücklicher, je lauter von Lobbyseite millionenschwere Subventionen gefordert werden. Diese seien jetzt nötig, um die Dürreschäden an den deutschen Wäldern durch Aufforstung zu beheben.

Tatsächlich stirbt vor sich hin, was wachsen soll, wo es nicht hingehört. Der Reinhardswald in Nordhessen macht gerade deutschlandweit von sich reden, weil die CDU-Grüne-Koalition in Wiesbaden großflächig gigantische Windräder hineinstellen und wohl auch roden will.

Absterbende Fichten am Waldrand, 26.10.2019

Im Reinhardswald gibt es einen urwaldähnlichen Bereich mit meterdicken Eichen, naturnahen Mischwald, aber auch Fichten-Monokulturen. Diese Fichtenbestände sind so gut wie tot. Förster prophezeien, daß im Reinhardswald bis 2020 flächendeckend die Fichten abgestorben sein werden. Sie waren dem Trockenstreß der beiden letzten Sommer nicht gewachsen. Hat eine Fichte nicht genug Wasser, bildet sie zu wenig Baumharz, um Borkenkäfer am Eindringen zu hindern. Weiterlesen

Die linken Puritaner

Die Linke ist mutiert. Als ich 1968 Schüler war, klopfte sie gern den Spruch: „Wer zweimal mit derselben pennt, gehört schon zum Establishment“. Das Establishment waren die Bösen: alte, repressive, reaktionäre Spießer, Fossilien des klerikal-faschistischen Syndroms der BRD. Und dieses gehörte natürlich weggeräumt, um alle Unterdrückten ins kommunistische Paradies zu führen.

Heute sind die linken Revolutionäre von einst selbst die Spießer. Schon Robert Mi­chels hatte 1911 festgestellt: Im Besitze der Macht geht in dem Re­vo­lutionär eine Umwand­lung vor, an deren End­punkt er, wenn nicht der welt­an­schau­lichen Legitimation, so doch der Sub­stanz nach, den Ent­thronten so ähn­lich wird wie ein Haar dem an­de­ren.

In meiner Kindheit konnte ein nackter Busen in einer Illustrierten noch den Staatsanwalt auf den Plan rufen. Bald ist es wieder soweit. Nackte Busen gelten als „sexistische Werbung“. Wer im Betrieb mit einer anziehenden Kollegin anbändeln möchte, läuft Gefahr, wegen sexueller Anmache gefeuert zu werden. Weiterlesen

Der moralische Maulkorb

In der französischen Revolution gab es eine Phase des Tugendterrors. Auch 2019 hat das Moralisieren wieder Hochkonjunktur. Wie jede Herrschaftstechnik ist es nicht das einfache Volk, das heute moralisiert. Dieses vergnügt sich hedonistisch und ohne moralische Bedenken. Es hat nichts anderes gelernt.
Heute wird uns die Moral tagtäglich von oben eingeseift: Auf hohem Roß und mit erhobenem Zeigefinger duckt man uns rund um die Uhr im Fernsehen und anderen Medien in den Büßerstuhl und predigt uns, wen wir lieben müssen und wen wir nicht hassen dürfen. Da lohnt sich ein Blick weit zurück in eine Zeit, in der zölibatäre Stubengelehrte in jeder Frau eine moralische Gefahr sahen.

Schon damals diente Moral der Errichtung und Aufrechterhaltung konkreter Herrschaftsstrukturen. Wer sich aus moralischer Fremdbestimmung befreien möchte, sollte wissen, wie sie schon immer funktionierte und heute noch funktioniert.

Es gab immer schon krasse Fälle allgemeinen Frauenhasses. Weiterlesen

Gotik: Maß und Ziel

Unserer Zeit sind weitgehend das rechte Maß und die rechte Form abhandengekommen. Die Architektur früherer Epochen war menschlich. Sie wies eine geistige Struktur auf. Sie war für ihre Erbauer Maß und Ziel zugleich. Der gotische Pfeiler der St.Lorenz-Kirche in Nürnberg bricht seine gewaltige Baumasse durch filigrane Rippung auf:

St.Lorenz-Kirche in Nürnberg

Was der Bombenkrieg uns gelassen hat, bildet Oasen der geistigen und emotionalen Normalität.

Magdeburg, Blick auf den Dom

Gotische Architektur strahlt stimmungsvolle Ruhe, zugleich aber auch Dynamik aus. Alle Gedanken und Sinne ihrer Erbauer waren himmelwärts gerichtet. Und dorthin lenkt sie unseren Blick.

Magdeburger Dom

In der Gegend des Magdeburger Doms lebten seit unvordenklicher Zeit meine Vorfahren. Wie oft mögen sie bewundernd emporgeblickt haben? Der Dom war optischer Mittelpunkt und Fluchtpunkt für Tausende bei dem entsetzlichen Gemetzel am 20. Mai 1631, als die Stadt im 30jährigen Krieg erobert wurde. Und er überstand den 16. Weiterlesen

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