Alle Sekten sind unter der Verfolgung demütig
An den Grundsätzen religiöser der Toleranz, der Glaubensfreiheit und des Multikulturalismus hebt der Liberalismus sich an seinen inneren Widersprüchen selbst auf. Das Grundgesetz UnsererDemokratie verkörpert in Reinkultur das liberale Dogma, der Staat müsse sich religiös neutral verhalten. Blind soll er sich stellen auch angesichts von Religionen, die sein Gegenbild verkörpern: Intoleranz gegen Andersgläubige, ihre Unterwerfung unter angeblich göttliche Befehle und Verbote bis hin zu so mörderischen Konsequenzen wie in der Scharia.
Einst hieß es doch, man solle aus der Geschichte lernen. Jahrzehntelang lehrte man Kinder aber nur das ewiggleiche Zwölfjahresmantra. Vor allem im Westen wurden mehrere Generationen so indoktriniert und historisch dumm gehalten, daß sie von unseren deutschen Erfahrungen mit religiösem Fanatismus noch nie gehört haben. Von alter Schule war da ausgerechnet ein katholischer Erzbischof noch, der Kölner Kardinal Meißner (1933-2017).

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Er stand noch in einer ungebrochenen kirchengeschichtlichen Tradition: „Ich kenne kein islamisches Land, das tolerant ist. Toleranz predigt der Islam immer nur dort, wo er in der Minderheit ist.“ Wechselseitige Erfahrungen miteinander hatten die Kölner seit dem 16. Jahrhundert nämlich gemacht, und zwar katholische und evangelische. Ich hatte die Verfolgung der Protestanten und die katholische Homogenisierung hier am 3.6.2025 bereits ausführlich dargestellt:
Nachdem Luther 1517 seine Thesen verkündet hatte, brachen bald konfessionelle Kriege aus und schwemmten Flüchtlinge verschiedenen Glaubens nach Köln. Es setzten Jahrhunderte strenger obrigkeitlicher Unterdrückung der rund 10% heimlichen Nichtkatholiken ein. In Köln durfte nicht evangelisch oder gar täuferisch gepredigt werden. Die Homogenität war dahin. Präventive Verbote wurden mit repressiven Maßnahmen begleitet. Es kam zu Hinrichtungen. „Täufer“ wurden 1561 und 1563 ertränkt.[1] Die herrschenden Oligarchen der Stadtrepublik[2] zogen alle Register, auch der Denunziation[3] und der Zensur.
Alle Secten sind unter der Verfolgung demütig
Aus Kölner katholischer Sicht waren die Protestanten eine Sekte. Als Zeitgenosse hatte Michael von Isselt ihr Auftreten genau verfolgt. Sein Urteil:
Die Erfarung lehret, daß die Menschen niemals besser, als unter dem Druck sind. Alle Secten sind unter der Verfolgung demütig und leutselig, aber trotzig und hochmütig nach ihrer Aufrichtung, sie Verfolgen wieder.
Michael von Isselt, 1584, in: Arnold Meshofen und Michael von Isselt, Erstausgabe in deutscher Übersetzung, Religionsgeschichte der Cölnischen Kirche, 1764, S.302 f.[4]

Die Kirchengeschichte Kölns war dem Kardinal Meißner natürlich bekannt. Michael von Isselt hat die blutigen Ereignisse des Kölnischen Krieges genau beschrieben, als der damalige Erzbischof Gebhard Truchseß das Erzbistum protestantisch machen wollte. Das wurde blutig unterdrückt und artete in einen Krieg aus, in den sich aus ausländische Mächte wie Frankreich einmischten.
Natürlich standen damals auch die blutigen Exzesse der Sekte der Täufer in Münster 1525-1535, aber auch die Bartholomäusnacht in Frankreich 1572 in erschreckender Erinnerung, als Tausende Evangelische massakriert wurden. Alle diese Sektierer glaubten an ihre jeweils eigene „Wahrheit“. „Für ‚die‘ Wahrheit“, spottet der Philosoph Panajotis Kondylis, „kann man allerdings sterben – aber nur für die eigene, d.h. für jene, die sich mit der eigenen Identität deckt, so daß Verteidigung ‚der‘ Wahrheit und Verteidigung der eigenen Identität letztlich zusammenfallen.“[5] Weil der Angriff auf seine Wahrheit den Fanatiker existentiell trifft, kennt er in ihrer Verteidigung kein Pardon: „Wer sich selbst im Besitze unumstößlicher Wahrheiten wähnt, kann dem Andersdenkenden nicht mit Toleranz begegnen.“[6] „»Es ist unmöglich,«“ zitiert Johann Braun aus dem ‚Gesellschaftsvertrag‘ von Rousseau, „»mit Leuten, die man für verdammt hält, in Frieden zu leben.« Wo ein Teil der Bürger in einem Teil der anderen … nicht Rechtsgenossen, sondern Feinde erblickt, die den Lebensentwurf, den man für sich selbst hegt, gefährden,“ kann „existentielle Feindschaft auch auf dem Boden des Rechtsstaates jederzeit aufbrechen.“[7]
Genau das sehen wir heutzutage in zunehmendem Maße in Deutschland, in dem UnsereDemokratie alle Sekten unter Naturschutz stellt. Wohin die krampfhafte Durchsetzung der absoluten Toleranz führt, sehen wir jetzt in Extremform in England, in dem bereits christliche Märsche und Äußerungen in sozialen Medien verboten oder gar unter Strafe gestellt sind, während Moslems zur Machtübernahme ansetzen. Hier bewahrheiten sich die Dicta Joachim Meißners und Michaels von Isselts. Solange Sekten wie die islamischen in der Minderheit sind, nähren sie die Illusionen harmloser Toleranz und spielen das multikulturelle Spiel scheinbar mit, das sie doch so sehr hassen und verachten. Wie die Tauben fressen sie uns aus der Hand, solange sie unten sind, doch werden sie uns auf die Köpfe scheißen, wenn sie einmal oben sein werden.

Dabei sind Moslems weder theologisch noch als Menschen grundsätzlich schrecklicher als Christen. Ihr Glaubenseifer ist das Problem. Er klebt an Wahnvorstellungen, für die jeder Ungläubige als Stachel im Fleische ihres Gottes erscheint. Genau so waren unsere Christen und speziell ihre Sekten vor ihrer Domestikation bei uns auch.
Sie säuseln uns etwas vor, gerade so, wie Protestanten der katholischen Obrigkeit solange etwas vorsäuselten und die reine christliche Liebe predigten, wie sie machtlos waren. Wo sie aber an die Macht kamen, erwiesen sie sich als ebenso fanatisch und rabiat gegen Andersgläubige wie die Katholiken. Michael von Isselt warnte:

Wir wollen diese schöne und süße Worte nach der Liebe beurteilen, und glauben, daß es den Protestanten damals auch also gemeinet gewesen. Die Erfahrung lehret, daß die Menschen niemals besser, als unter dem Druck sind. Alle Secten sind unter der Verfolgung demüthig und leutselig, aber trotzig und hochmüthig nach der Aufrichtung, sie Verfolgen wieder. Dieser Saß bedarf keines beweises , denn die Erfahrung hat ihn gar zu viel bestätiget , und bestätiget ihn noch täglich. Bis auf diese Stunde verfolgen sich die Protestanten unter einander selbst, mit einem recht tödlichen Has , und ist nichts gewissers , als daß eine Partey die andere gantz aufreiben würde , wenn nur eine oder die andere die Oberhand so weit bekomen solte. Keiner welcher die innere Verfassung dieser Kirche kennet, wird sich unterstehen, solches zu leugnen. „Die Reformirten, (heisset es in den Brandenburgischen Merckwürdigkeiten l. c.) versuchten, die Lutheraner im Brandenburg zu verfolgen. Sie bedienten sich der Neigungen, welche der König zu ihrem Vortheil hatte, um Reformirte Prediger in den Dörfern einzusetzen, wo Lutherische gewesen waren. Dieses beweiset sehr wohl, daß die Religion (nämlich eine unächte und falsche,) die Leidenschaften in den Menschen nicht ausrottet , und daß die Secten allezeit bereit sind, ihre Gegener zu unterdrücken, wenn sie sich für die stärcksten halten.“

Daß der Erzkatholik Isselt sich gar nicht vorstellen konnte, seine eigene, „echte“ Religion könnte genauso unterdrücken, trübte nicht seine Sicht auf die tatsächlichen Probleme: Wie sperrt man zwei reißende Bestien in einen engen Käfig, ohne daß sie sich an die Gurgel gehen? Darf man fanatische Sektierer in ein religiös homogenes Land lassen, ohne daß das bald zu Mord und Totschlag führt? Darf eine weitsichtige Obrigkeit bei der Aufnahme solcher Leute im Land unvorsichtig sein?
Es hat demnach eine Obrigkeit bey aufnemung solcher Leute grose Fürsichtigkeit zu gebrauchen. Was es für Folgen nach sich gezogen haben würde , wenn der Cölnische Magistrat diesen schmeichelnden Worten Gehör gegeben haben solte, darf man nicht lange fragen ; das vom Anfange der Reformation bis hieher beschehene Betragen der Protestanten gibt solches gnugsam zu erkennen.
Michael von Isselt 1588
Grenzenloses Gutmenschentum und liberalistisch halbierte Vernunft sehen da gar kein Problem. Die würden sich mit der Zeit schon beruhigen, nein, nicht radikalisieren. Die sind doch alle so lieb. Die Paar können uns doch nicht schaden. Es ist ja nur eine Erziehungsfrage. In unseren Schulen werden ihre Kinder schnell Toleranz lernen.

O sancta simplicitas! Sie spielen mit dem Leben unserer Frauen und Kinder, ja mit unser aller Freiheit und Zukunft. Aus der Geschichte zu lernen kann für uns nur bedeuten, solche Leute grundsätzlich aus Deutschland herauszuhalten. Jeder Moslem trägt den ideologischen Keim späterer sogenannter Radikalisierung in sich. Ob dieser Kein einst treibt und was uns dann blüht, ist eine Frage der numerischen Machtverhältnisse. Sobald sie uns demografisch in der Minderheit sehen, wird ihre Stunde kommen. Dann werden sie, ganz demokratisch, die gesetzlichen Spielregeln UnsererDemokratie so ändern, daß von Liberalismus, Toleranz und Multikulti und wehrhafter Demokratie kein Fetzen mehr übrig bleibt.
[1] Gérald Chaix, Geschichte der Stadt Köln, Band 5 – Köln im Zeitalter von Reformation und katholischer Reform, 2021, ISBN978-3-7743-0446-8, S.325.
[2] Während in Zünften und Gaffeln organisierte (klein)bürgerliche Kreise 1396 die Macht des adligen Stadtpatriziats (der „Geschlechter“) gebrochen und den Rat der Stadt als Obrigkeit installiert hatten, hatten, entwickelte Köln sich im 16. Jahrhundert zu einer Oligarchie zurück. Wenige Familien stellten im Wechsel das „Sevirat“, eine Gruppe weniger herrschender Personen, vgl. Chaix am angegebenen Ort. S.281 und andere mehr.
[3] Gérald Chaix, Geschichte der Stadt Köln, Band 5 – Köln im Zeitalter von Reformation und katholischer Reform, 2021, ISBN978-3-7743-0446-8, S.337.
[4] Michael von Isselt, 1584, in: Arnold Meshofen und Michael von Isselt, Erstausgabe in deutscher Übersetzung, Religionsgeschichte der Cölnischen Kirche, unter dem Abfal der zweien Erzbischöfen und Churfürsten Herman Grafen von Wied und Gebhard Grafen von Truchses, Köln 1764, S.302 f.
[5] Panajotis Kondylis, Macht und Entscheidung, S.87.
[6] Backes/ Jesse, Extremismus, S.173.
[7] Joh. Braun, Recht und Moral im pluralistischen Staat, JuS 1994, 727, (730).


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