Klaus Kunze

Kategorie: Geschichte

Antifaschistisch vernagelte Köpfe

Man kann sich bemühen, kosmisch zu denken. Für solche Denker sind wir Menschen nur Zigeuner am Rande des Universums, kosmische Eintagsfliegen gewissermaßen. Werden wir unseren Planeten jemals verlassen können? Daß wir ihn gerade in einen übervölkerten, wüsten Müllhaufen verwandeln, wäre Anlaß genug. Raumfahrt tut not! Der Mensch

weiß nun, daß er seinen Platz wie ein Zigeuner am Ran­de des Universums hat, das für sei­ne Musik taub ist und gleich­gültig gegen seine Hoffnungen, Lei­den oder Ver­brechen.

Jacques Monod, Zufall und Notwendigkeit, Paris 1970, München 1971, 9.Aufl.1991, S.151

Es gibt auch Menschen, deren Denken nur bis den Brettern reicht, mit denen sie sich ihre geistige Welt selbst vernagelt haben. Als Galileo Galilei (1564-1642) vor das katholische Inquisitionsgericht treten mußte, traf er auf solche vernagelten Leute. Aus obskuren alttestamentarischen Texten leiteten sie ihr Dogma ab, die Erde sei der Mittelpunkt der Schöpfung. „Und sie dreht sich doch!“, Weiterlesen

Der Eisenhammer – ein frühneuzeitlicher Rüstungsbetrieb

Die Nieme ist ein östlicher Zufluß der Weser und mündet in diese beim Kloster Bursfelde (Abbildung). Einen Kilometer niemeaufwärts stand vor einem halben Jahrtausend ein Eisenhammer. Der Familienbetrieb nutzte die Wasserkraft für einen baumartigen, auf und ab auf einen Amboß schlagenden Hammer. Der Betrieb stellte schweres Eisengerät her, auch Rüstungsgüter.

Abnehmer solcher Eisenhämmer waren Landesfürsten. Exportiert wurde weserabwärts über Bremen bis Holland.

Eisenhammer (Charles Delaunay 1868, gemeinfreie Abbildung)

Verpächterin des Eisenhammers war Herzogin Elisabeth von Braunschweig-Lüneburg. Der Eisenhammer stand damals also auf „staatlichem“ Grund und Boden. Heute gehört dieser dem Land Niedersachsen. Damit war der Eisenhammer ein quasi staatlicher Rüstungsbetrieb.

Die Epoche der sich herausbildenden Staatlichkeit hatte eben erst begonnen. Es gab noch keinen alle Lebensbereiche regelnden Staat. Das Herzogtum hatte keine „Staatsbediensteten“, um einen Eisenhammer zu betreiben. Darum wurden solche Fiskalgüter verpachtet, um Einnahmen zu erzielen. Sie waren erwünscht, zumal wenn sie unentbehrliche Güter herstellten wie in unserem Fall Kanonenkugeln. Weiterlesen

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