Klaus Kunze

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Konservativ oder rechts?

Emotionaler Zustand versus bewußtes Weltbild

Ohne rationales Denken und begriffliche Distinktion ist kein Durchblick möglich. Wer auf einer politischen oder medialen Bühne auftritt, läßt sehr schnell erkennen, wes‘ Geistes Kind er ist. Schlüsselworte wie Gerechtigkeit oder Freiheit sind verbale Feldzeichen im Getümmel der Meinungen.

Die bürgerlichen Kräfte stehen seit Jahren unter linkem Druck. Das Bürgertum ist der Linken in allen seinen Erscheinungsformen tief verhaßt. Es ist zugleich geistig weitgehend wehrlos und sprachlos. Sprachlos ist es, weil es die Worte und Schlüsselbegriffe verlernt hat, sein eigenes Denken auszudrücken. Wehrlos ist es, weil bürgerliche Feigheit überall vor den Zumutungen linker Kulturkämpfer einknickte und sich angesichts von Political Correctness willfährig sprachlos machen ließ. Zu den linken Hauptwaffen gehört seit Jahrzehnten die Verunglimpfung alles Bürgerlichen als faschistisch oder „Nazi“.

Wenn wir begrifflich und rational klären wollen, wer wir eigentlich sind und was wir wollen, müssen wir deutlich unterscheiden:

Konservativ zu sein ist eine allgemeine emotionale Haltung, rechts zu sein erfordert dagegen eine innere Entscheidung für konkrete, unverzichtbare Dinge wie Familie, Volk, politische Freiheit dieses Volkes und so fort. Weiterlesen

Wir sollen vergessen

Der Zeitgeist unserer woken Ideologen behauptet, Deutschland und das deutsche Volk gebe erst seit 1871. Die Narren können Staaten nicht von Völkern unterscheiden! Städte und Länder hat man uns genommen und will und jetzt noch unsere Erinnerungen rauben. Ziel ist die Zersetzung unserer Identität.

Fabian Frangk von Aßlaw in Schlesien, Freyer künste magister, Burger zu Buntzlaw, wündscht heil dem Leser„. So beginnt das m.W. älteste deutsche Grammatikbuch. Geschrieben hat es Magister Fabian Frangk aus Aslau nordöstlich von Bunzlau, und gedruckt wurde es 1530 in Straßburg.

„Daß wir Deutsche neben andern Nationen in unserer Sprache nicht so ganz ungeschickt befunden würden, hab ich den jungen deutscher Zung Ungeübten und den recht regulierten deutschen Liebhabern diesen kurzen Unterricht zur Anweisung, sich darinnen zu üben, vorschreiben wollen.“

Fabian Frangk, 1530

Wir vergessen aber nicht Aslau bei Bunzlau und nicht die deutsche Stadt Straßburg. Weiterlesen

Grundgesetzänderung zum Schutz der sexuellen Identität?

Nach einem Gesetzentwurf der Bundestags-Fraktionen FDP, DIE LINKE und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN von 2019 (BT-Drucksache 19/13123 vom 12.9.2019) hatte das Grundgesetz geändert werden sollen:

In Artikel 3 Absatz 3 Satz 1 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland in der im Bundesgesetzblatt Teil III, Gliederungsnummer 100-1, veröffentlichten bereinigten Fassung, das zuletzt durch Artikel 1 des Gesetzes vom 28. März 2019 (BGBl. I S. 404) geändert worden ist, werden nach den Wörtern „wegen seines Geschlechtes,“ die Wörter „seiner sexuellen Identität,“ eingefügt.

Was die linken Parteien 2019 nicht hatten durchsetzen können, wird zur Zeit unter anderem von den CDU-Linken Wüst, Günter und Wegener aufgegriffen und soll durch eine Bundesrats-Initiative durchgedrückt werden. Der öffentlich-rechtliche Sender rbb24 berichtet erwartungsgemäß wohlwollend:

Berichterstattung des rbb24 am 26.9.2024

Das Land Berlin hatte den Vorschlag in der Länderkammer eingebracht, weitere Länder schlossen sich an.

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Unter der Herrschaft des Parteienblocks und seiner Verbände

Wie sich Macht verankert

Wer sich noch erstaunt die Augen reibt, wie eine (z.Z. demoskopische) 15-%-Partei wie die SPD gleich zwei Sitze im Bundesverfassungsgericht durchsetzen will und wird, der hat die grundlegende Konstruktion unseres Verfassungssystems nicht verstanden. Sie ermöglicht es Parteien und anderen Interessenverbänden, sich in die Lücke zwischen Wahlvolk und Staat einzuschummeln. Der Wille des Wahlvolks, wie er sich zuletzt in der Bundestagswahl 2024 geäußert hat, richtete sich auf keine Fortsetzung linksliberaler Politik.

Der mehrheitliche Wille zu einem Ende der linken Experimente und hin zu realer Interessenpolitik scheitert am Widerstand eines Parteienblocks mit Einheitsmeinung, wie er sich jetzt beispielhaft in Köln zeigte: In einem „Fairnesabkommen“ verpflichteten sich alle Parteien außer der AfD, die Migrationsprobleme nicht kritisch zu einem Wahlkampfthema zu machen.

Henryk M. Broder über die antidemokratische Vereinbarung zu Köln! Sieben Parteien verabreden ein Migrations-Tabu gegen die AfD – das wichtigste Bürgerthema wird schlichtweg zensiert 🙈🙉🙊 Diese institutionelle Manipulation des Wahlkampf’s stellt einen fundamentalen Angriff auf die demokratische Meinungsbildung dar.

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Bücherwurm im Bücherturm

Hatten Sie bei einem ansprechenden Buch auch schon einmal das Gefühl, der Autor spräche zu Ihnen? Ich stelle mir das immer vor. Gewöhnlich analysiere, seziere oder dekonstruiere ich in diesem Blog ja gern das intellektuelle Neobarbarentum unserer Tage. Jetzt aber ist Ferienzeit, Zeit für Muße und Entspannung. So lade ich Sie zu einem eher phantasievollen, einem konstruktiven Spaziergang ein.

Er wird uns in die von Büchern berauschte Vorstellungswelt großer Autoren führen. Sie alle teilen meine bibliophilen Neigungen, kennen sogar bibliomane Sehnsüchte, und sie haben literarische Altäre und Tempel ihrer Leidenschaft errichtet: die Bibliotheken ihrer Wunschträume. Hier finde auch ich mein innerstes Zuhause.

Noch steht der Wohnturm, in dem Michel de Montaigne (1533-1592) sich gern vor der Welt zurückzog und las.

Er kannte anscheinend die gesamte, seiner Zeit verfügbare klassisch-antike Literatur. Weiterlesen

Zählen Esoteriker und Gläubige zur politischen Rechten?

Es gibt der Rechten zugeordnete relevante Publizisten, in deren Familien bei Tisch gebetet wird.[1] Bis in den Dunstkreis der Esoterik reichen Ursprünge der sogenannten Neuen Rechten – diese Ansicht vertritt der Göttinger Religionswissenschaftler Prof. Julian Strube und untermauerte sie in einem Vortrag[2].

Prof. Dr. Julian Strube (Universität Göttingen) spricht im Rahmen der öffentlichen Ringvorlesung „Gesellschaftlicher Zusammenhalt“ an der Universität Göttingen. Die Veranstaltung fand am 21. Januar 2024 in der Aula am Wilhelmsplatz statt.

Die Neue Rechte ist in der akademischen Diskussion angekommen: höchste Zeit, in den Diskurs einzutreten. Das gilt umso mehr, als Strube Querverbindungen bis hin zu Personen wie Aleksandr Dugin aufzeigt, dem ein eurasisches orthodox-christliches Großreich unter russischer Führung vom Atlantik bis zum Pazifik vorschwebt und dem geistiger Einfluß auf Putin zugeschrieben wird. Sind solche Leute wirklich geistige Verwandte der Neuen Rechten? Weiterlesen

Die Verwandlung einer funktionierenden freiheitlichen Gesellschaft in eine hysterisch-totalitäre Irrenanstalt

Kontrafunk-Edition: Vahlefelds Wutschrei

„Die liberale Demokratie“, schreibt Markus Vahlefeld in seinem neuen Buch, „ist der größte Etikettenschwindel des noch jungen 21.Jahrhunderts.[1] Die Worte wecken Neugier. Ist nicht liberal zu sein geradezu die neue Staatsdoktrin UnsererDemokratie? Ist sie womöglich gar keine?

Meine aufmerksamen Leser wissen schon lange, daß das Grundgesetz keine Staatsform Demokratie“ kennt, sondern eine Republik mit verschiedenen Merkmalen begründet, deren eines demokratisch zu sein lautet: Der politische Wille hat sich vom Volk zu den Staatsorganen hin zu bilden und so fort. Die Regierungsform dieser demokratischen Republik besteht in einem ausgeprägten Parlamentarismus nach englischem Vorbild.

Verfassungsfragen aber beschäftigen Markus Vahlefeld nicht weiter. Er arbeitet sich an unserer zum Wokismus neigenden politischen Klasse ab. Diese, weist er nach, hat mit Demokratie nicht viel am Hut. Sie mißbraucht nur den Namen jener antiken Staatsform, in der das Volk sich auf dem Marktplatz versammelte und selbst regierte. Weiterlesen

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