Wer „irreversibel“ sagt, will einfach nicht nachdenken, oder ist denkfaul und fantasielos. Als ich vor 1989 jahrelang die Wiedervereinigung gefordert hatte, nannten solche Leute mich einen „Revisionisten“. Die „Ergebnisse des zweiten Weltkriegs“ seien irreversibel.

Bundeskanzler Merz bezeichnet die Sprengung der Atomkraftwerke als irreversibel. Er will nur darum keine neuen, weil er weiß, daß die SPD ihm eine Rückkehr zur Kernkraft nicht erlauben würde. Er sagt aber nicht die ganze Wahrheit, denn mit der AfD in seiner Regierung ginge das sehr wohl.

Zu den Denkgewohnheiten seiner Restwähler, vor allem über 70jährige Tagesschau-Gucker, gehören viele altbundesrepublikanische Glaubenssätze. Zum Beispiel leben wir ja in einer Demokratie, sogar einer „wehrhaften“, Das sei wegen der Ewigkeitsklausel des Grundgesetzes irreversibel, Art. 79 III GG.

Während dessen analysieren namhafte Soziologen bereits, ob es mittelfristig in den westeuropäischen Staaten zu Bürgerkriegen kommen wird und welche strukturellen Gründe dafür verantwortlich sind.

Geistigen Bürgerkrieg haben wir schon

Nach übereinstimmender Meinung von Paul de Lagarde (1884) und Eckhard Fuhr (FAZ vom 11.4.1995) leben wir im geisti­gen Bürgerkrieg. Das ist also nicht neu. Heute verbindet er sich soziologisch mit Phänomenen wie der allseits beobachteten „Spaltung der Gesellschaft“, der Bildung von Meinungsblasen, politischen Anschlägen auf Andersdenkende und einem offenen Kulturkampf.

Er wird mit asymmetrischen Mitteln geführt: Auf der einen Seite steht eine geballte Macht aus Vertretern etablierter Parteien und ihre medialen Lautsprecher. Auf der anderen Seite trifft man sich heimlich zu Buchlesungen in Hinterzimmern, immer wachsam, ob schwer bewaffnete Polizisten den Referenten verhaften. Ganz Mutige wagen es, bei Nacht und Nebel eine abblätternde Parkbank schwarz-rot-gold zu streichen oder eine Schulhoftreppe. Unterdessen schicken die anderen ihre Staatsanwälte vor, um bis tief ins bürgerliche Lager hinein namhafte und harmlos liberale Publizisten wie Zitelmann, Bolz oder Fleischhauer mit lächerlichen Vorwürfen zu überziehen, diese hätten gegen politisches Strafrecht verstoßen. Schulen mahnen Eltern, ihre Kinder sollten ihr Pausenbrot heimlich essen, um fastende Muselkinder nicht beim Ramadan zu stören.

Die allgemeine Verbitterung wächst. Bei der großen Masse ist sie noch weitgehend unartikuliert.

Was Bürgerkriege wahrscheinlich macht

In England ist man da schon weiter. Da kann man bereits Jahre ins Gefängnis wandern, wenn man vor einer Abtreibungsklinik steht und betet oder öffentlich gegen pakistanischer Vergewaltigerbanden demonstriert.

Der Kanadier David Betz ist Professor am King’s College in London, Abteilung für Kriegsstudien. Als eine Hauptvoraussetzung für einen Bürgerkrieg sieht er den

Statusverlust einer ehemals dominanten Mehrheit – was in der akademischen Literatur als „Degradierung“ bezeichnet wird, im öffentlichen Diskurs eher als „Verdrängung“, Verlust des Vertrauens in Wege des friedlichen Wandels, d. h. die wahrgenommene Funktionalität oder Legitimität der normalen Politik, was sich im Zusammenbruch des Vertrauens auf allen Ebenen der Gesellschaft und im gemessenen Zusammenbruch des Sozialkapitals zeigt.

David Betz, „Der Westen befindet sich genau in der Gefahrenzone“, in: Novo-argumente, Interview 22.7.2025 mit Mark Feldon, [1]

Diese Voraussetzungen haben wir auch in Deutschland. Das Vertrauen der Bürger in die Lösungskompetenz der politischen Klasse „UnsererDemokratie“ ist zusammengebrochen. Viele fühlen sich gegenüber Ausländern als in ihrem Status herabgesetzt („degrading“) und haben kein Vertrauen mehr in die Vertreter UnsererDemokratie, sie in ihren vitalen Interessen an Leib, Leben, Eigentum und Freiheit effektiv zu schützen. Der Zusammenhang zwischen Schutz und Gehorsam war aber zu allen Zeiten schon elementar für die Legitimität eines Herrschaftssystems.

Betz konstatiert: „Soziologisch betrachtet spiegelt dieser Vertrauensverlust einen drastischen Rückgang des „Sozialkapitals“ wider, das sowohl eine Art „Superkleber“ und Faktor des gesellschaftlichen Zusammenhalts als auch ein „Schmiermittel“ darstellt, das es ansonsten unvereinbaren Gruppen in der Gesellschaft ermöglicht, miteinander auszukommen.“[2] Gruppen können aber nicht miteinander auskommen und einander vertrauen, wenn sich die eine Gruppe als notorisch gewalttätig oder gar mörderisch verhält und die Bürger der anderen Angst haben, aus heiterem Himmel irgendwo ein Messer in den Bauch zu bekommen. Umgekehrt treibt aber auch jene Täter oft ein diffuser Abscheu vor dem Lebensstil der Einheimischen. „»Es ist unmöglich,«“ zitiert der Rechtswissenschaftler Prof. Johann Braun aus dem ‚Gesellschaftsvertrag‘ von Rousseau, „»mit Leuten, die man für verdammt hält, in Frieden zu leben.« Wo ein Teil der Bürger in einem Teil der anderen … nicht Rechtsgenossen, sondern Feinde erblickt, die den Lebensentwurf, den man für sich selbst hegt, gefährden,“ kann „existentielle Feindschaft auch auf dem Boden des Rechtsstaates jederzeit aufbrechen.“[3] Das ist die heutige Lage in mehreren westeuropäischen Ländern.

Unser politisches System ist aus einem Bürgerkrieg hervorgegangen, wenngleich die Ideen von 1848 erst nach dem 1.Weltkrieg – wieder nicht unblutig – durchgesetzt wurden (Bild: Barrikaden in Berlin 1848)

Die Legitimität einer Herrschaft bricht zusammen, wenn eine Mehrheit den Eindruck hat, von der herrschenden Macht nicht mehr beschützt, womöglich sogar repressiv verfolgt und gegenüber Fremden benachteiligt zu werden.

Am anfälligsten für Bürgerkriege sind Gesellschaften, die zwar etwas zersplittert sind, in denen aber eine ehemals dominante Mehrheit zahlenmäßig abnimmt und an Macht verliert. In einer solchen Situation ist der Handlungsdruck am größten, und die Angehörigen des früheren Titularvolks (Einheimische, Indigene, oder wie auch immer man sie nennen will) verfügen immer noch über die Mittel, um selbst in Massen zu handeln. Letztere Situation sehen wir aktuell in einem Dutzend westlicher Länder, und fast alle anderen Länder bewegen sich auf demselben Kurs.

David Betz, „Der Westen befindet sich genau in der Gefahrenzone“, in: Novo-argumente, Interview 22.7.2025 mit Mark Feldon, [4]

Somewheres gegen Anywheres

Ich habe die dritte Gruppe im drohenden Bürgerkrieg bisher nur indirekt angesprochen. In Deutschland bezeichnen ihre Vertreter sich neuerdings selbst als UnsereDemokratie. Der britische Autor und Journalist David Goodhart unterscheidet soziologisch zwischen „Somewheres“ (Menschen, die in einem bestimmten Ort oder einer Gemeinschaft verwurzelt sind, oft in Kleinstädten oder auf dem Land, sozial konservativ und häufig weniger gebildet) und „Anywheres“ (wurzellose, oft städtische, sozial linksliberale und universitätsgebildete Personen, die nostalgiefrei sind und Autonomie sowie Selbstverwirklichung über Stabilität, Gemeinschaft und Tradition stellen).[5] Ihr Motto lautet: Ubi bene, ibi patria – ich fühle mich überall zuhause, wo es mir gut geht.

Der Freiburger Privatdozent Dr. habil. Friedrich Pohlmann sieht die strukturellen, also die soziologischen Gründe für das tiefe Mißtrauen vieler Bürger gegen das System UnsererDemokratie in der Transformation unseres bisher demokratischen Systems in ein semitotalitäres Machtkartell:

Zur Kriegsgefahr und den ökonomischen Krisen gesellt sich eine Dauerkrise unseres politischen Systems. Sie hat vielfältige Facetten später genauer bestimmt werden hier nur wenige Hinweise. Ein rasanter Schwund des Vertrauens der Bevölkerung in die Problemlösungskompetenz der traditionellen politischen Klasse, das konfliktreiche Neben- und Gegeneinander einer nationalstaatlichen und einer herrschenden transnationalen, der Europäischen Union hörigen Orientierung im politischen System, die Transformation politischer Institutionen zu einem semitotalitären Kartell, in dem sich demokratisch rechtsstaatliche Merkmale rasant verflüssigen und schließlich eine unüberbrückbare Frontstellung zwischen diesem politischen Machtkartell und einer mit allen, ich unterstreiche mit allen Mitteln bekämpften patriotischen politischen Opposition.

Friedrich Pohlmann, Legitimitätsverlust und Gewalt – zur Krise des Westen, Kontrafunk 8.3.2026, Audiodatei.[6]

Zu den Krisenphänomenen gehöre das Gegeneinander zwischen einheimischen und oftmals rechtlich und materiell privilegierten Immigranten mit geringen Qualifikationen und einer indifferenten bis feindlichen Grundhaltung gegenüber den westlichen Gesellschaften, die sie aufnehmen und versorgen. Was durch die Politik der offenen Grenzen also erzeugt werde, sei ein ständig wachsendes Potenzial zur Verdrängung der angestammt heimischen Bevölkerung. Bürgerkriegsszenarien zwischen Autochthonen und Immigranten seien  mittlerweile in den Bereich realistischen Vorstellens gerückt. Und wenn wir derartige Szenarien im Zusammenhang mit den anderen skizzierten Krisenphänomenen, insbesondere der Kriegsgefahr zusammen sehen, dann erkenne man, daß für Unheilsprophezeiungen wahrlich gewichtige reale Ursachen sprächen.

Die psychosozialen Folgen aller dieser Krisenphänomene lassen sich in einem Oberbegriff zusammenfassen: demjenigen des Legitimitätsverlustes des gesellschaftlich-politischen Systems. Für eine wachsende Bevölkerungsgruppe hat unser System seine Legitimität weitgehend verloren. Es wird für unreformierbar gehalten. Jedem mit offenen Augen und Ohren für Stimmungen begegnen täglich Gefühle der Erbitterung, des Zynismus und der Verachtung in der Bevölkerung, die diesen Legitimitätsverlust bezeugen, Gefühle, die dem Schönfärben, Ableugnen und Verdrängen immer weniger Chancen lassen. Was passiert nach allen historischen Erfahrungen in Gesellschaften, denen die Legitimität massenhaft und radikal abgesprochen wird? Es kommt zum Aufruhr zur Rebellion, zu bürgerkriegsartigen Zuständen, zu Phänomenen der Gewalt, die sich manchmal an Kleinigkeiten den berühmten Funken entzünden, dann aber eigendynamisch eskalieren und eine ganze Gesellschaft in Exzeß und Chaosorgien hineintreiben können.

Friedrich Pohlmann, Legitimitätsverlust und Gewalt – zur Krise des Westen, Kontrafunk 8.3.2026, Audiodatei.[7]

Die Kinder der Massendemokratie

Aber warum finden Vertreter der „UnsereDemokratie“ genannten Fraktion nichts dabei, wenn das deutsche Volk nach und nach durch Ausländer ersetzt wird? Woher rührt jenes haßerfüllte „Deutschland muß sterben!“ oder „Deutschland verrecke“ an Hauswänden? Welche Ideologie speist die Hirne, die so etwas ausbrüten?

Der Philosoph Panajotis Kondylis hat die dahinterstehende Ideologie bis in Kleinste seziert und analysiert. Wir leben tatsächlich in Zeiten eines Kulturkampfes. Die Denkstile der einen und der anderen Seite unterscheiden sich tiefgreifend. Die eine Seite bilden Vertreter der ehemals bürgerlichen Gesellschaft, die anderen orientieren sich an den Gegebenheiten der Massendemokratie. Den Tod der bürgerlichen Gesellschaft hatten sich schon vor 50 Jahren kommunistische Cliquen auf die Fahnen geschrieben und verlangten nach systemüberwindenden Reformen.

Der Widerstand der bürgerlichen Gesellschaft war lau, eben weil sie aus Bürgerlichen besteht.

Bürgerliches Denken war grundsätzlich bestrebt, das Weltbild aus einer Vielfalt von unterschiedlichen Dingen und Kräften zu konstruieren, die zwar isoliert betrachtet sich im Gegensatz zueinander befinden (können), doch in ihrer Gesamtheit ein harmonisches und gesetzmäßiges Ganzes bilden, innerhalb dessen Friktionen oder Konflikte im Sinne übergeordneter vernünftiger Zwecke aufgehoben werden.[8]

Panajotis Kondylis, Der Niedergang der bürgerlichen Dank- und Lebensform, 1991, S.15.

Die Vertreter eines solchen Weltbildes sind die Somewheres in Goodharts Sinn. Kondylis umriß ihren Denkstil ideologiekritisch, Goodhart soziologisch. Entscheidend ist, daß das bürgerliche Weltbild von einer Vielzahl substanziell unterschiedlicher Akteure ausgeht.

Das Weltbild der Anywheres hingegen ist radigal egalitaristisch und läßt als Akteure nur Individuen gelten. Sie stellen sich global vor:

Auf einer einzigen ebenen und homogenen Fläche, die keine Krümmungen und daher unaufhebbaren Hierarchisierungen kennt, sind die letzten und irreduzierbaren Elemente eines funktionalen Ganzen ausgebreitet, die grundsätzlich ihre Plätze austauschen und alle denkbaren Kombinationen miteinander eingehen können; Mobilität, Austauschbarkeit und Kombinierbarkeit der Atome bürgen für die völlige Durchsetzung der funktionalen Gesichtspunkte gegen jede substantialistisch aufgefaßte Größe.[9]

Panajotis Kondylis, Das Politische und der Mensch, Grundzüge der Sozialontologie, 1999, S.5

Im massendemokratischen Kontext erscheine das Individuum von jeder substanziellen oder überindividuellen Bindung losgelöst, um dadurch geeignet zu sein, die letzte konstitutive Einheit einer unbegrenzt mobilen Gesellschaft zu sein. Völlig klar, daß da die Liebe zum Vaterland und zu den eigenen Wurzeln nur stört.

Bürgerkrieg in Deutschland (1920, Bundesarchiv)

Auf dieser sozialtheoretischen Vorstellung beruhen die seit Jahren an unseren Universitäten gängigen und gelehrten Denkbemühungen. Darum sind deren Absolventen in größerem Maße von ihr infiziert als junge Nichtakademiker.

So liegt es auf der Hand, daß sich Kinder massendemokratischer Vorstellungswelten global überall zuhause fühlen, zwischen Menschen keine substanziellen Unterschiede gelten lassen und konsequent die völlige Atomisierung der traditionellen Gesellschaften, der Völker sowie globale Freizügigkeit verlangen. Für Vertreter des herkömmlichen bürgerlichen Denkstils muß es dagegen als niederträchtiger Verrat am eigenen Volk erscheinen, dieses zu dekonstruieren und als Zwischengröße zwischen der konkreten Einzelperson und einer imaginierten „Menschheit“ auszuschalten.

In der Geschichte Europas wurden Bürgerkriege schon aus geringerem ideologischen Zwist und Anlaß geführt.

Bekanntlich leben unsere freien, „westlichen“ Gesellschaften von Voraussetzungen, die sie vorfinden müssen und die sie nicht aus ihren eigenen ideologischen Vorstellungen von Freiheit erzeugen können. Zu diesen Voraussetzungen gehört ein Minimum an Homogenität. Sie bildet das nötige soziale Schmiermittel, um vertrauensvoll und angstfrei miteinander umzugehen. Masseneinwanderung Fremder mit völlig anderer Weltanschauung zerstört dieses Grundvertrauen.

Entweder muß sich also die hochkomplexe Gesellschaft die materiellen und sonstigen Voraussetzungen ihrer Reproduktion auf immer sichern, oder sie muß in einer geschichtlich beispiellosen Katastrophe enden.[10]

Panajotis Kondylis, Das Politische und der Mensch, Grundzüge der Sozialontologie, 1999, S.47.

In dieser Lage sieht der Soziologe Friedrich Pohlmann

ein tendenziell feindliches Gegeneinander von drei großen Bevölkerungsblöcken, das für alle westeuropäischen Gesellschaften typisch geworden ist. Der erste Block ist wesentlich postnational orientiert und besteht vor allem aus dem Kartell der Herrschenden samt ihrer diversen Unterstützergruppen, den zweiten bildet eine nationale Oppositionsbewegung und den dritten die fremdkulturellen, vornehmlich muslimisch geprägten Immigranten. Im ersten Block sind vor allem die Angehörigen des herrschenden Machtkartells und ihre propagandistischen Lautsprecher in den Medien und deren Nachsprechern im Volk dominieren, wie gesagt, postnationale Werte, wie sie aggressiv, etwa von der Europäischen Union, der UNO und diversen pluralistischen Machtzirkeln aller WWF oder WHO oder sogenannten Nichtregierungsorganisationen vorgegeben werden. Nationale Orientierung und Interessen werden hier mehr oder weniger offen belächelt als inexistent behauptet oder verachtet. was sich in unübertrefflicher Deutlichkeit etwa an einer Figur wie dem britischen Ministerpräsidenten Starmer oder den deutschen Grünen illustrieren ließe.

Friedrich Pohlmann, Legitimitätsverlust und Gewalt – zur Krise des Westen, Kontrafunk 8.3.2026, Audiodatei.[11]

Fazit

Friedrich Pohlmann faßt die englischen Beobachtungen von David Betz zusammen: „Als besonderen Treiber der Bürgerkriegsgefahr hebt Betz einen dritten zusätzlichen Faktor heraus, die er Downgrading nennt, die begründete Angst vor gesellschaftlichem Statusverlust in einer ehemals majoritären Gruppe, deren gesellschaftliche Stellung unangefochten erschien. Eine derartige Erfahrung sei charakteristisch für die Gruppe der patriotischen Einheimischen die Grundbedingung von Downgrading läßt sich am treffendsten mit dem deutschen Wort soziale Entwertung übersetzen. Tatsächlich hat es in Großbritannien in der jüngeren Vergangenheit vielfältige Prozesse sozialer Entwertung in einer in ihrer sozialen Stellung ehemals unangefochtenen Gruppe der indigenen Bevölkerung gegeben. Prozesse dieses Land als idealtypischen Repräsentanten einer für ganz Westeuropa charakteristischen Gesellschaftstendenz erscheinen lassen. Schon die Zahl der allein seit der Ära Tony Blair vornehmlich illegal ins Land geströmt. Immigranten, die meisten aus muslimischen und schwarzafrikanischen Ländern sind mit zehn bis zwölf Millionen horrend und vermitteln einen ersten Eindruck von der Tiefe einer gesellschaftlichen und kulturellen Transformation, zu der die Einheimischen nie ihre Zustimmung gegeben haben. Die Immigration wird von ihnen wesentlich als postnationales Elitenprojekt verstanden, als herrschaftlicher Hebel einer gesellschaftlichen Umgestaltung, die sie selbst zur Minderheit im eigenen Land machen wird, als Instrument eines Bevölkerungsaustauschs.

In England ist man schon in Bürgerkriegslaune (Kurzvideo auf X (Twitter) 3.3.2026)

Die Erfahrung ihres Downgrading ist vielfältig. Sie umfaßt simple materielle Bevorzugungen von Immigranten etwa ihr Rundumversorgung in teuren Hotels aus Steuermitteln rechtliche Privilegierungen, hohe Strafen für Einheimische bei Kritik an der postnationalen Integrationspolitik bei gleichzeitiger Straflosigkeit von Kollektivbeleidigungen der weißen englischen Bevölkerungsmehrheit, eine staatsoffizielle Politik der Herabwürdigung der englischen Kultur, beispielsweise durch politisch korrektes Umschreiben von Klassikertexten, die Entfernung von Denkmälern oder das Umbenennen von Straßen und Plätzen der bisher unübertroffene Höhepunkt des Downgrading der englischen Mehrheitsbevölkerung war doch der Skandal um die sogenannten Grooming Gangs, pakistanische Vergewaltigerbanden. den Elon Musk vor einem knappen Jahr mit einer deutlichen Spitze gegen den englischen Premierminister Starmer wieder in die Öffentlichkeit gebracht hat. Es geht dabei um Verbrechen, denen in der letzten Jahrzehnten viele englische Mädchen, vorwiegend aus der Unterschicht, die Schätzungen reichen bis zu einer Million, zum Opfer gefallen sind. Untaten, die von britischen Behörden weitgehend vertuscht und deren Opfer nicht unterstützt werden. So sind hier rechtliche Depravierungen mit besonders empörenden Prozessen kollektiver Erniedrigung der einheimischen Mehrheitsbevölkerung vermengt, die sie als ein Musterbeispiel für das erscheinen lassen, was Downgrading meint.“

Durch die multikulturelle Transformation führt UnsereDemokratie unser Volk in den absehbaren Untergang oder einen Bürgerkrieg. Bürgerliche Behäbigkeit verschließt davor die Augen. Sie meint, mit der Ewigkeitsklausel unseres Grundgesetzes sei alles Nötige für alle Ewigkeit getan. Sie sehen nicht die Zeichen an der Wand.

Bürgerkriege sind unvermeidlich. Statt also anzunehmen, daß das »bei uns schon nicht passieren wird«, wie es die meisten Menschen in den meisten Ländern tun, wenn genug Zeit ohne Bürgerkrieg verstrichen ist, sollte man besser auf der Hut sein und auf die Anzeichen dafür achten, wie lange er noch auf sich warten läßt.[12]

Ray Dalio [13], Weltordnung im Wandel, Vom Aufstieg und Fall von Nationen, 2022, S.232.


[1] David Betz, „Der Westen befindet sich genau in der Gefahrenzone“, in: Novo-argumente, Interview 22.7.2025 mit Mark Feldon.

[2] David Betz, „Der Bürgerkrieg erreicht den Westen“, Military Strategy Magazine , Band 9, Ausgabe 1, Sommer 2023, Seiten 20–26,  nach Robert Putnam, Bowling Alone: The Collapse and Revival of American Community (New York: Simon and Schuster, 2001).

[3] Joh. Braun, Recht und Moral im pluralistischen Staat, Juristische Schulung (JuS 1994), 727, (730).

[4] David Betz, „Der Westen befindet sich genau in der Gefahrenzone“, in: Novo-argumente, Interview 22.7.2025 mit Mark Feldon.

[5] David Goodhart, 2017.  The Road to Somewhere: The Populist Revolt and the Future of Politics . London: Hurst. (ISBN 978-1-84904-799-9).

[6] Friedrich Pohlmann, Legitimitätsverlust und Gewalt – zur Krise des Westen, Kontrafunk 8.3.2026, Audiodatei.

[7] Friedrich Pohlmann, Legitimitätsverlust und Gewalt – zur Krise des Westen, Kontrafunk 8.3.2026, Audiodatei.

[8] Panajotis Kondylis, Der Niedergang der bürgerlichen Dank- und Lebensform, 1991, S.15.

[9] Panajotis Kondylis, Das Politische und der Mensch, Grundzüge der Sozialontologie, 1999, S.5

[10] Panajotis Kondylis, Das Politische und der Mensch, Grundzüge der Sozialontologie, 1999, S.47.

[11] Friedrich Pohlmann, Legitimitätsverlust und Gewalt – zur Krise des Westen, Kontrafunk 8.3.2026, Audiodatei.

[12] Ray Dalio, Weltordnung im Wandel, Vom Aufstieg und Fall von Nationen, 2022, S.232.

[13] Das schreibt kein geringerer als Ray Dalio, einer der reichsten Männer der Erde und Inhaber des größten Hedgefonds. Auf Wikipedia lese ich, er sei auch Philantrop, siehe mein Blogbeitrag hier vom 20.9.2022.