Klaus Kunze

Kategorie: Allgemein Seite 31 von 49

Gespaltene Gesellschaft – Abschiedsschmerz der alten Linken

Die alte Linke versteht die Welt nicht mehr.

„Die gemeinsame Macht der Linken ist zerbrochen, und der Zankapfel trägt einen sperrigen Namen: Identitätspolitik“,

seufzt Bernd Stegemann. Jede gesellschaftliche „Spaltung“ ist ein linker Albtraum. Die Utopie der klassenlosen Gesellschaft rückt in immer weitere Ferne. Linke lieben „breite Bündnisse“ und sehnen sich nach einer homogenen Gesellschaft Gleicher. „Bernd Stegemann ist Professor an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch und Dramaturg am Berliner Ensemble. 2018 initiierte er die linke Sammlungsbewegung Aufstehen“ (Freitag 45/2020).

Jede Ungleichheit ist der Linken ein Greuel. In ihrer heilen Welt stehen Arbeiter Seit an Seit, recken die nervigen Fäuste drohend ihren Ausbeutern entgegen und lassen sich nicht „spalten“: Klasseninteresse geht vor persönlicher Freiheit.

Weil das alles nicht erst seit 1989 so offenkundig altbacken und historisch ist, ersetzten „postmarxistische“ Ideologen flugs die nicht mehr existierende Arbeiterklasse durch diverse Minderheiten. Weiterlesen

Die solidarische Nation

Buch-Neuerscheinung 30.11.2020:

Wie Soziales und Nationales ineinandergreifen

Unter dem Einfluß mächtiger globaler Akteure und ihrer Helfershelfer in den Medien, den Kirchen und etablierten Parteien erleben wir den Generalangriff auf alles Tradierte, auf unser Volk, die Nation, die Familien. Viele kulturellen und staatlichen Institutionen wanken. Dekonstruktivisten geben heute in gesellschaftlichen Schlüsselstellungen den Ton an. Konservative und Rechte bilden unterdessen ein Mosaik teils unvereinbarer Positionen, oft nur geeint gegen die Gefahr des neulinken Totalitarismus. Begriffsverwirrungen und das Liebäugeln mit dem Kapitalismus beherrschen die Szene. Der Jurist Klaus Kunze stellt vor diesem Hintergrund in „Die solidarische Nation“ die „soziale Frage“ neu.

Gibt es weltweit Solidaritätspflichten zwischen allen Menschen, wie es radikale Kosmopoliten fordern? Oder bilden sich menschliche Solidargemeinschaften über Gefühlsbindungen, nationale Symbole und die gemeinsame Erinnerung an ein kollektiv erlittenes Schicksal? Kunze geht von den Erkenntnissen der vergleichenden Verhaltensforschung und der Anthropologie aus, wenn er das soziale Prinzip der Solidarität mit dem nationalen als Korrektiv verbindet: Soziales ist ohne nationale Begrenzung nicht zu leisten, und Nationales ist ohne sozialen Zusammenhalt undenkbar. Weiterlesen

Abenddämmerung der Demokratie

Anscheinend nimmt die junge Generation Abschied von der Demokratie. Im Ergebnis von 160 Ländern gilt:

Die Mehrheit der „Millennials“, also der Altersgruppe der 25- bis 35jährigen, hat ein Problem mit der Demokratie. […] Erstmals steht eine Altersgruppe der 25- bis 35jährigen dem Konzept der Demokratie mehrheitlich skeptisch gegenüber. Keine vergleichbare Kohorte zuvor hatte sich auch nur annähernd so negativ geäußert.

Ramin Peymani, Die Cambridge-Studie: Das gestörte Verhältnis junger Menschen zur Demokratie, 2.11.2020

Die im Oktober 2020 erschienene Arbeit der Universität Cambridge ist im Internet nachlesbar. Offenbart sie einen Blick in unsere Zukunft? Diese wird dereinst von den jetzt Jungen gestaltet werden. Wie jede andere Generation vor ihnen sind sie unter konkreten gesellschaftlichen Bedingungen aufgewachsen. Deren Veränderung hat sich seit 200 Jahren von Generation zu Generation beschleunigt. Jede hat ihre spezifischen Schlüsselerfahrungen gemacht.

Offensichtlicher Wendepunkt war die Staatsschuldenkrise. Wer heute um die 30 Jahre alt ist, hat als Jugendlicher mitbekommen, daß seinerzeit nicht Währungen und Staaten gerettet wurden, sondern Finanzkonzerne und Großinvestoren.

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„Aber wenn ich an die Alternative denke …“

Mentalität im Wandel

Ein 85jähriger und ein 95jähriger sitzen auf einer Parkbank und klagen über ihre Beschwerden: das Zipperlein, Inkontinenz, Demenz; nur das Zahnweh-Alter haben sie hinter sich. „Alt sein ist nichts für Feiglinge“, seufzt der eine. Darauf der andere: „Ja, aber, wenn ich an die Alternative denke ….“

Je nach Sichtweise kann man unser Land heute als aufblühende Landschaft des modernen Multikulturalismus oder auch ganz anders sehen, als vergreisendes Altersheim, dessen junge Generationen nicht mehr fähig oder nicht mehr willens sind, das Gemeinwesen aufrechtzuerhalten. Während Vertreter der einen Sicht nicht begreifen, daß ihre Moral nicht von allen Bürgern als oberste Richtschnur akzeptiert wird, verstehen die anderen nicht, wie man die Freiheitsrechte, die Rechtsstaatlichkeit und die Nationalstaatlichkeit wieder einer machtgefräßigen Ideologie unterordnen kann: 75 Jahre nach 1945 und 31 Jahre nach 1989.

Die mentalen Lager sind sich spinnefeind und rekrutieren sich aus heterogenen Milieus: bodenständige Landbevölkerung gegenüber städtischer Massengesellschaft, Handwerker und Arbeiter gegenüber Absolventen sozialwissenschaftlicher Studien, Menschen, die für ihren Bedarf selbst aufkommen, gegenüber Empfängern staatlicher Hilfen, Deutsche gegenüber Ausländern, Atheisten gegenüber Religiösen. Weiterlesen

Tote Fische schwimmen mit dem Strom

Neuerdings bemißt sich der Wert eines Menschen nach seiner Gesinnung. Nachdem just ein Bundestagsabgeordneter überraschend starb, pries Armin Laschet ihn als „engagierten Demokraten“ und SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich als „angesehenen Sozialdemokraten“. Die meisten seiner Politikerkollegen stellten seine Gesinnung an die Spitze ihrer Würdigung.

Wahrscheinlich hätte es viel Wichtigeres gegeben, mit dem eine Lebensleistung und eine Persönlichkeit gewürdigt werden könnten. Bezeichnend für die gesellschaftliche Dominanz einer Ideologie ist es aber, alle Menschen primär politisch zu bewerten. Wer hier durchs Raster fällt, kann noch so klug oder tüchtig sein, liebenswert oder fleißig, künstlerisch begnadet oder literarisch produktiv: Das zählt alles nicht, wenn man einen Menschen nur durch die getönten Brillengläser seiner Weltanschauung betrachtet.

Auf unserer Gesellschaft lastet ein allgegenwärtiger Konformitätsdruck. Wer Karriere machen will, benötigt eine Schere im Kopf. Sie warnt ihm jederzeit, wenn er vermintes Gelände betritt. Dann bringt sie die Zunge zum Schweigen oder läßt ihn die üblichen, karrierefördernden Phrasen dreschen. Weiterlesen

Nacht über Paris …

… oder die strukturelle Gewalt des Islam

Nacht bricht über Paris herein. Es wird dunkler in Europa. Langsam erlöschen die Lichter unserer Kultur und Zivilisation.

Das Köpfen hat in Paris eine gute Tradition. Früher köpfte man hier Gegenrevolutionäre oder wen man dafür hielt. Am 16. Oktober 2020 wurde bei Paris der Lehrer Samuel Paty auf offene Straße geköpft. Es hatte einem 18jährigen Moslem nicht gefallen, daß Paty seinen Schülern anhand von Mohammed-Karikaturen erklärt hatte, was wir in Europa unter religiöser Toleranz verstehen. Auf Twitter verbreitete sich die Ansicht:

Samuel Paty wurde enthauptet, nachdem der Islamrat diese Fatwa gegen ihn aussprach und islamisierte Eltern seit Tagen gegen ihn hetzten. Er wurde vorher schon bedroht. Muslime und der Islam könnten die Ursache für diesen bestialischen Mord sein.

Verbreitete Twitter-Meldung 17.10.2020

Das linke Establishment in unserem Lande weist reflexhaft von sich, solche Morde hätten etwas mit der Religion des Islam zu tun, Die gleichen Leute sind aber sofort zur Stelle, wenn ein Polizist auf der Straße eine dunkle Gestalt kontrolliert, festnimmt oder dabei gar Gewalt anwendet. Weiterlesen

Warum Kultur so politisch ist

Alles ist potentiell politisch

Alles kann politisch sein. Ob Kultur politisch ist, ist keine kulturelle Frage. Es ist ausschließlich eine politische.

Das Politische vermag jedes andere Sachgebiet an sich zu ziehen und sich einzuverleiben. Ob die moderne Genetik mit dem Begriff Rasse noch etwas anfangen kann – hochpolitisch! Welcher Stamm vorzeitlicher Proto-Indianer setzte als erster seinen Fuß auf amerikanischen Boden – potentiell politisch! Die Hydrologie unseres Grundwassers im Hochsommer – politisch brisant! Selbst dem Liebesleben der Pflastersteine könnte eine eingefleischte Genderistin sicherlich noch eine politische Botschaft entlocken.

Der politische Generalangriff auf uns alle richtet sich gegen unsere Kultur. Zu ihr gehört alles, was uns als Deutsche prägt und unsere Identität begründet. Es gibt ausdrückliche „antideutsche“ Kräfte, die uns als Volk und als Land verschwinden lassen wollen. Das gelingt ihnen nicht, solange wir uns unserer nationalen Identität bewußt sind und diese verteidigen. Weiterlesen

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