Klaus Kunze

Kategorie: Allgemein Seite 9 von 49

Bücher, die für immer prägen

Erstpublikation: freilich-magazin 20.12.2023

Das innere Gesetz, nach dem wir antreten, geben wir uns selbst. Es gibt keine Freiheit ohne diese normative Selbstbestimmung. Auf dem Weg zu ihr können Bücher hilfreich sein. In Zeiten ideologischer Herrschaftsansprüche bildet für uns Untertanen das Lesen geradezu einen subversiven Akt.

Γνῶθι σεαυτόν!“ stand am Apollotempel von Delphi: „Erkenne dich selbst!“ Am besten erkennt man jemanden inmitten von ihm geliebter Bücher. Doch liebt er sie, weil sie von Anfang an seinem tiefsten Selbst entsprachen, oder haben umgekehrt erst die Bücher ihn dazu gemacht, was er jetzt ist? Welche haben mich in den Grundlagen meines Denkens dauerhaft bestärkt?

Vielleicht ist es ein wechselseitiger Prozeß. Um über meine fünf wichtigsten Bücher zu schreiben, muß ich die Unbelangbarkeit des neutralen Beobachters aufgeben und vieles von mir selbst preisgeben. Da mag sich einer mir dann geistesverwandt fühlen oder auch nicht, wenn er mich schon als Neunjähriger in Schmetterlingsbüchern lesen sieht, denen bald Werke des Verhaltensforschers Konrad Lorenz und anderer Biologen folgten. Weiterlesen

Dauerbrenner „Deutsches Volk“

Die Auflösung des deutschen Volkes

Das ethnische deutsche Volk befindet sich in amtlicher Auflösung. Diese Auflösung wurde von langer Hand geplant und wird jetzt quasi generalstabsmäßig durchexerziert. Das ist keine Verschwörungstheorie, sondern das nüchterne Resultat eines Blickes auf die Fakten und auf die politischen Absichten der maßgeblichen Akteure.

Das deutsche Volk ist ein mehrdeutiger Begriff. Ursprünglich hatte es sich nicht zwingend mit Verwandtschaft zu tun. Zum folc gehörte in althochdeutscher Zeit, wer dem Kriegsvolk „folgte“. Einem wandernden Volk schlossen sich in der Völkerwanderungszeit vielerlei Leute an. Im Laufe der Jahrhunderte verband sich das Wort Volk aber fest mit dem Begriff des deutschen Volkes. Zu ihm zählte man alle Menschen deutscher Muttersprache.

Die harten Fakten und ihre Gründe

Bekanntlich lebten niemals alle Deutschen in einem Staat zusammen. Den verschiedenen deutschen Staaten haben immer auch Menschen angehört, die nicht deutsch sprachen. Weiterlesen

Lesen als subversiver Akt

Manchmal kommt eine Botschaft doch an, wenn auch manchmal mit großer Verspätung. Dem weltbekannte Science-Fiction-Autor Ray Bradbury (1920-2012) verdanken wir eine der großen Dystopien des 20. Jahrhunderts: Fahrenheit 451.

Der Roman wurde 1954 publiziert. Bradbury malte sich die äußersten Konsequenzen eines zukünftigen totalitären Systems aus, das alle Bücher als potenziell destabilisierend aus dem Verkehr zog und mit Feuer zu vernichten suchte. Der eingesetzte Feuerwehrmann „Guy Montag“ nimmt aber heimlich Bücher an sich und liest sie, statt sie befehlsgemäß zu verbrennen. Die Lektüre delegitimiert sein Regime und macht ihn zu einem subversiven Verfechter geistiger Freiheit.

Unten links der Protagonist des Romans „Guy Montag“, Cover nach der Verfilmung von 1966.

Der Roman bildet zusammen mit Orwells „1984“ und „Die Farm der Tiere“ sowie Aldous Huxleys „Schöne neue Welt“ eine der großen dystopischen Warnungen, geboren aus den Erfahrungen mit den totalitären Systemen des 20. Weiterlesen

Abschied von der Gerechtigkeit

Wenn Linke ihren ideologischen Zauberstab schwingen, lautet ihre Beschwörungsformel immer: „Gerechtigkeit!“ Sie bildet den Schlüssel zum Verständnis alles dessen, was links ist, und darum ist der Rechts-Links-Gegensatz nicht überholt.

Natürlich wollen Rechte auch Gerechtigkeit, aber eine völlig andere als Linke. Sie erkennen, daß hinter der Forderung nach Gerechtigkeit gewöhnlich ein Machtanspruch steckt. Wer ihn erhebt, strebt nach der Herrschaft, die Ressourcen anders zu verteilen als bisher – zu seinen Gunsten, versteht sich. Die Parole „Gerechtigkeit“ ist ein Mittel, die eigenen Interessen zur Geltung zu bringen.

Wem die „Deu­tung der Ora­kel der Gerechtigkeit an­ver­traut ist“, wird er­fah­rungs­ge­mäß „die­se Göttin be­we­gen können, nichts zu antwor­ten, was wi­der den ei­ge­nen Vorteil ist,“[1] erkannte schon 1667 der Jurist Samuel von Pufendorf. Und sein späterer Kollege Ernst von Hip­pel seufzte re­si­gnierend, nach Ver­­lo­ren­ge­hen der „hö­heren Rechts­­stufen“ des göttli­chen und des Na­­tur­rechts seien „end­lich nur noch der Rechts­be­griff als leere Form und Tar­nung blo­ßer In­ter­essen wie poli­ti­scher Macht üb­rig“ ge­blie­­ben. Weiterlesen

Palästina: Und Carl Schmitt hatte doch Recht

Eine heile Traumwelt liegt in Scherben

Ach was muß man oft von bösen
Buben hören oder lesen! Als einen der bösesten Buben des vergangenen Jahrhunderts beschimpfte der linksdrallige Moralistenchor jahrzehntelang den scharfsinnigsten Juristen seiner Zeit, Professor Carl Schmitt.

Was immer er geschrieben hatte: linksliberale Geisteszwerge behaupteten jetzt das genaue Gegenteil und hängten sich dafür gegenseitig alberne Orden und Ehrenpreise um. Wie viele andere Hirngespinste scheitert in unseren Tagen auch ihre Lieblingsutopie einer heilen Welt ohne Feindschaft. Generationen junger Deutscher wurden auf eine Kindergartenwelt voller hübscher bunter Luftballons, ewigen Frieden und freundlicher Menschengleichheit vorbereitet. Jetzt stehen sie fassungslos und orientierungslos dumm da, die Generation der Baerbocks, Habecks und Co.

Für die kleine intellektuelle Minderheit, die noch Carl Schmitt gelesen hat, gibt es dagegen nichts politisch Unerklärliches, weder in der Ukraine noch in Palästina. Alles Land, das heute vom Staat Israel beansprucht wird, hieß 1900 noch Palästina. Weiterlesen

Ideologische Homogenisierung und Repression als Herrschaftsinstrumente

Vortrag, gehalten am 29.9.2023

Der Tag der deutschen Einheit steht bevor. So haben wir allen Anlaß, der Jahre des Kampfes um Deutschlands innere Freiheit zu gedenken, der nach 1815 begonnen hatte. Als Meilensteine dienen uns die besonders denkwürdigen Jahre 1848, 1953 und 1989. An sie erinnert das Motto Ihres Kongresses.

Rahmen

Ich muß Ihnen dabei keinen jubelnden Nachhilfeunterricht über den äußeren Geschichtsverlauf geben. Ein Publikum wie Sie kennt ihn und hätte das nicht nötig.

Gerade die Abfolge der genannten Jahre weist uns überdeutlich auf wiederkehrende Kausalverläufe und strukturelle Ursachen solcher Jahre des Umbruchs hin. Auf diese möchte ich eingehen. Nur so komme ich der Antwort auf die drängende Frage näher: „Und 2023?“ Was lernen wir aus ihnen, das immer gilt? Warum sind die historischen Umbruchjahre gerade heute so relevant für unsere Gegenwart und die Zukunftsperspektive? Weiterlesen

Alles gegen uns verschworen?

Woher kommt nur das böse Chaos in die Welt?

Schlichte Gemüter erklären sich die lästigen Probleme unseres Daseins gern mit der Existenz unterschiedlicher Prinzipien: In ihren Köpfen kämpft stets das Gute gegen das Böse, die Ordnung gegen das Chaos, die Gerechtigkeit gegen die Ungerechtigkeit und so fort. Göttern gleich lenken sie unser Dasein.

„Die“ Ordnung steht dabei immer für ein konkretes Ordnungsprinzip, das demjenigen nützt, der sich auf darauf beruft, beileibe aber nicht für eine Ordnung, die seinen Widersachern nützt. Die, so glaubt er, stehen nur für nur Chaos.

Heil’ge Ordnung, segenreiche
Himmelstochter, die das Gleiche
Frei und leicht und freudig bindet,
Die der Städte Bau gegründet….

Friedrich Schiller, Das Lied von der Glocke.

„Das“ Chaos richten darum immer diejenigen an, die meine Ordnung zerstören und ihre eigene begründen wollen. Wer nicht an anthropomorphe Personifikationen wie die Justitia mit der Waage und den verbundenen Augen glaubt, benötigt unbedingt einen menschlichen Urheber „des Chaos“. Weiterlesen

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