Klaus Kunze

Kategorie: Geschichte Seite 10 von 21

Wo der Feind steht

Dem russischen Herrscher Putin ergeht es wie Wallenstein, über den ein Dichter später treffend schrieb: Von der Parteien Haß und Gunst verzerrt schwankt sein Charakterbild in der Geschichte.

Für linksliberale Gutmenschen ist die Sache ausgemacht: Wladimir und Adolf hängen Seit an Seit im Gruselkabinett der Weltgeschichte. Beide verkörpern vorbildlich den Typus des Machtmenschen und Tyrannen, der bedenkenlos über Leichen geht.

Auf der politischen Rechten hingegen herrscht Verwirrung. Da schreibt jemand auf Facebook:

Der russische Präsident Wladimir Putin hat am Mittwoch während eines im nationalen Fernsehen übertragenen Treffens mit seinen Ministern eine strenge Warnung an russische „Verräter“ ausgesprochen. „Das russische Volk wird immer in der Lage sein, wahre Patrioten von Abschaum und Verrätern zu unterscheiden und sie auszuspucken wie eine Mücke, die versehentlich in ihren Mund gelandet ist“, sagte er.

„Ich bin überzeugt, dass diese natürliche und notwendige ‚Selbstreinigung‘ der Gesellschaft unser Land, unsere Solidarität, unseren Zusammenhalt und unsere Fähigkeit, jede Herausforderung zu meistern, nur stärken wird“, schloß er laut Berichten der Nachrichtenagentur Reuters.

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Der Feind in unserem Innern

Wer die Angstwellen zum Rollen bringt

Es gehört zu den bewährten Methoden der Machtgewinnung und ihres Erhalts, eine apokalyptische Gefahr heraufzubeschwören und sich zum Verteidiger höchster Menschheitswerte aufzuschwingen: „Alles hört jetzt auf mein Kommando!“ Solche Gefahren mögen real sein oder nur Popanze der Propaganda. Die Masche zieht in beiden Fällen. Manche Angstwellen beruhen wirklich auf unterirdischen Erdbeben. Machmal klopfen ihre Erzeuger aber nur heimlich unter die Tischplatten und warnen die Verängstigten vor dem Donner.

Und immer schart sich die Masse der Ängstlichen um die selbsternannten Retter vor dem Bösen und Anführer der irdischen Heerscharen. Massenpsychologisch gilt, was immer gilt. In Zeiten der Massenmedien gilt es sogar doppelt und dreifach.

Sie jagten uns Ängste ein, schröcklich an Corona zu verenden, und siehe da, mehrheitlich scharten die Deutschen sich so gläubig und willig unter Merkel & Co wie ihre Urgroßväter sich einst gläubig um ihren Führer scharten, wenn der vor dem „Weltjudentum“ warnte und sich als Retter pries. Weiterlesen

Die elementare Wucht der Ereignisse nutzen!

Wahrnehmungen

Dem postmodernen Europa gehen ganze Bibliotheken den Bach hinunter. Die elementare Wucht der Realität spült sie in den Orkus: die Dekonstruktivisten, die Genderisten, die Transfemininistinnen, die Diskurstheoretiker und andere Träumer. Die Ideenwelt folgt zwangsläufig den realen Umständen. Das Gerede zieht immer den kürzeren, wenn die Gewalt groß ist und die Rede klein.

Nur zu gern hatte sich der Großteil unserer Intellektuellen von der Wirklichkeit verabschiedet. Jetzt werden sie von ihr eingeholt. Utopisten wollten nicht wahrhaben, „was immer gilt“. Gutmenschen schlossen die Augen davor, daß „der Mensch“ jederzeit „des Menschen Wolf“ sein kann. Globalisten verabschiedeten das Konzept „Nation“. Ihre liberalistisch halbierte Vernunft betrachtete Völker als bloße Konstrukte.

Blut ist aber dicker als Tinte. Mit ihrem Blut besiegeln heute Ukrainer ihre Existenz als eigenes Volk, das um seine Freiheit ringt. Jeder waffenfähige Mann soll kämpfen. Weiterlesen

„Der letzte Mann“ – ein Konservativer?

Mit dem Verlust leben

Konservativ zu sein, heißt mit dem Verlustgefühl zu leben. Es verläßt den Konservativen nie.

Er weiß um den Wert des Vergangenen, des Zerstörten, des heute Verleugneten. Er hält seinen Toten die Treue.

Gerade diese Eigenschaften sind es ja, die ihn zu einem Konservativen machen. Er blickt um sich und vergleicht die Welt mit der früheren aus seiner Erinnerung. Manchmal vergleicht er sie auch mit der früheren, um die er nur aus Erzählungen geliebter Menschen weiß: von der guten, alten Zeit, einem goldenen Zeitalter.

Er hatte sich seine heile Welt in seiner Vorstellung so fest gefügt. Die reale Welt seiner Gegenwart gleicht aus seiner Sicht einer chaotischen Trümmerwüste.

Die menschlichen Institutionen und Wertvorstellungen änderten sich in der Neuzeit immer schneller und ließen in jeder Generation wieder Menschen ratlos und verzweifelt zurück, die am Alten, am Vergangenen hingen. Weiterlesen

Von der Hyperdemokratie in die Ökodiktatur?

Der neue Autoritarismus

Führen uns „die dekultivierten Massen, die durch jahrelange Gehirnwäsche betäubt wurden, in die Tyrannei“? Der italienische Publizist Adriano Scianca befürchtet das.[1] Seit Computer die Sprachbarrieren abgebaut haben, öffneten sich in Europa auch geistige Kapillarströme. Übersetzungsprogramme erleichtern uns den Blick in andere Länder.

Unsere Nachbarn werden von den gleichen globalen Akteuren gepiesackt wie wir. Nicht überraschend: Sie stehen vor ähnlichen Problemen. Läuteten nicht auch bei uns die Alarmglocken und und warnen vor der „Merkel-Diktatur“, der „Impf-Tyrannei“ und ähnlichen Menetekeln? Während unsere Medien nicht müde werden, „die Demokratie“ zu retten, hält es ein beträchtlicher Teil unserer Bürger gar nicht mehr für eine Demokratie, was er tagtäglich so erfährt.

Darf sich der Autoritarismus unserer mehr oder weniger linken Regierungen und ihrer medialen Gefolgsleute noch Demokratie nennen? Wer unter dem schönen Wort einen freiheitlichen Staat versteht, hantiert leicht mit Begriffen wie Diktatur. Weiterlesen

„Fett und impotent“, oder kehrt der „Krieger“ zurück?

Fett und impotent?

Sterben wir nach und nach aus, weil wir fett und impotent geworden sind? Der Historiker Hellmut Diwald erinnerte an den Wunschdeutschen des Kriegssiegers Winston Churchill:

Wir sind zu der Figur geworden, in die Winston Churchill den Deutschen der Zukunft verwandelt sehen wollte: fett und impotent.

Hellmut Diwald, Deutschland einig Vaterland, Geschichte unserer Gegenwart, 1990, S.99.

So verwandelte man die 1945 überlebenden Deutschen von Kriegern in Verbraucher. Den geistigen Überbau besorgte die angelsächsische Variante des Liberalismus: Die Li­be­ra­­li­sierung aller Lebensbereiche brachte die Auf­lö­­­sung al­ler eigenständigen meta­physi­schen und morali­schen Werte und führ­te zu ei­ner allge­meinen Öko­nomi­sierung des geistigen Le­­bens. Da­mit be­schränkte man sich auf eine „Gei­stesver­fas­sung, die in Pro­­duk­­tion und Kon­sum die zen­tra­len Ka­te­go­rien menschli­chen Da­seins fin­­det.“[1] Bert Brecht sprach aus der Seele: „Erst kommt das Fres­sen, dann die Moral.“ Gerade das Fressen wurde zur alleinigen Moral des Bundesbürgers. Weiterlesen

Von der Banalität des Bösen zu des Reiches Herrlichkeit

Benötigen wir eine neue Metaphysik?

Die Reste unserer Kultur und unseres Volkes fristen im multikulturellen Experiment ein Nischendasein. Machen wir uns keine Illusionen:

Extremer als die Jugend anderer Länder strebt die deutsche nach einer kunterbunten Weltbürgerschaft, die ungenau allerlei ist, nämlich umwelt- und klimabewußt, genderneutral, antiimperialistisch, antikolonialistisch, antirassistisch und antisexistisch, nur eben bitte nicht deutsch – mit dem Nebeneffekt, daß ebensowenig von Vaterland wie von Muttersprache die Rede sein darf und folgerichtig die Kenntnis der eigenen Sprache und des kulturellen Erbes nicht nur als unnötig, sondern bereits als verdächtig gelten.

Heino Bosselmann, Kollektive Psychologie, 26.10.2021

Eine kulturelle Kluft gähnt zwischen alten Kulturträgern und einem Teil der Jugend. Die einen sind oft noch am Lateinischen oder Griechischen und alten Philosophen geschult, sie wissen um unsere Geschichte, ihre Glanzpunkte und ihre tragischen Tiefen. In solch einem tiefen Loch sehen sie soeben die Zukunft unseres Volkes verschwinden. Weiterlesen

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