Klaus Kunze

Kategorie: Geschichte Seite 10 von 22

Da drüben, jenseits des Ozeans, steht der Schuldige

Die globale Aggressivität des Finanzliberalismus

Philosophisch schmeichelt sich der Liberalismus selbst, eine friedfertige Weltanschauung zu sein. Er möchte die Zeiten kriegerischer Konflikte hinter sich lassen. Eine Epoche friedlichen Handels soll Kriege überflüssig machen, die sowieso „sinnlos“ sind, nur Geld kosten und „keine Lösung“ seien.

Freier Handel hingegen soll zu Wohlstand und Frieden führen. Alle Menschen werden Brüder, wo sein sanfter Flügel weilt. Damit sie aber allesamt Brüder werden können, müssen vorher leider die nicht liberalen Störenfriede dieser Welt besiegt und muß eine den Handelsfrieden sichernde globale Herrschaftsordnung errichtet werden.

… „Der Bruderkrieg enthält noch mehr Beunruhigendes. Er ist kein lokales Phänomen. Er kündigt sich global an – in diesem Fall nicht gegen den Westen, sondern durch ihn. Dessen erklärtes Ziel ist nämlich die Verbrüderung der Menschheit, das im Doppelursprung von Industrieller Revolution in England und politischer Revolution in Frankreich im späten 18.

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Die metapolitische Aktualität der Wikinger

Alles nur Konstrukt?

Wem die Gegenwart gehören soll, muß sich der Vergangenheit bemächtigen. Die metapolitische Deutung der Geschichte hat mit objektiver Geschichtsforschung nichts zu tun. Sie sucht vielmehr Belege, um eigene Macht- und Herrschaftsansprüche an der Vergangenheit zu legitimieren.

Welches filmische Bild von ihr gezeichnet wird, hängt auch davon ab, welche gesellschaftspolitischen Ambitionen es stützen soll. Vor allem die neue Linke weigert sich notorisch, eine objektive Geschichtsschreibung anzuerkennen. Wie in unserer Gegenwart auch hätte es einst nur „Konstrukte“ gegeben: Völker, Stämme, Reiche, Sippen, Hierarchien, Wirtschaftsformen – für einen radikalen Dekonstruktivisten spielte und spielt sich das alles nur in den Köpfen ab. Aber auch die frühere Geschichtsschreibung hatte dazu geneigt, die ferne Vergangenheit in die Schubladen ihrer zeitgenössischen Lebensverhältnisse einzuordnen und zu deuten.

Wenn sich ein neuer Film mit der in den Köpfen gebildeten Konstruktion ferner Zeiten nicht verträgt, klingeln darum alle Alarmglocken. Weiterlesen

Kampf der Kapitalismen auf ukrainischem Boden

Konkurrenzkampf der Kapitalismen

Der Liberalismus angelsächsischer Prägung hatte nach dem Zusammenbruch der Sowjetherrschaft einen scheinbar konkurrenzlosen Siegeszug angetreten. Die Planwirtschaft funktionierte nicht, der Markt wirtschaftete effektiver. Aber immer, wenn eine Ideologie scheitert und eine andere sich durchgesetzt hat, brechen sich die immer widerstreitenden Interessen verschiedener Menschengruppen auf dem Boden der siegreichen neuen Ideologie Bahn.

Sie artikulieren sich aufs neue in unterschiedlichen geistigen Entwürfen mit verschiedenartigen Organisationsstrukturen. Diese Fraktionen des bisherigen Systemsiegers bekämpfen sich jetzt ebenso erbittert, wie der gescheiterte frühere Feind gehaßt wurde.

Staatsmacht oder Geldmacht? Zwei Schiffe im Preisvergleich.
Links der Kreuzer Moskwa. Es war das erste Mal, daß Moskau einen Kreuzer verliert, seit deutsche Flugzeuge 1941 in Sewastopol die Chervona Ukraina (Rote Ukraine) versenkten.
(Twitter-Tweed 15.4.2022)

Auf marktwirtschaftlicher Grundlage rivalisiert heute das westlich-liberale Lager mit autoritären Modellen wie in Rußland oder China. Weiterlesen

Reconquista im Zeichen des Kreuzes oder bloße Crux der Rechten?

Naturrecht – Kreuz oder Crux der Rechten?

Selten genug beschäftigt sich der Kölner „Deutschlandfunk“ mit rechtsintellektuellen Themen. Am 1.April glaubte ich beim zufälligen Zuschalten fast an einen Aprilscherz, als er über das Renovatio-Institut berichtete: Dieses wolle das Patriarchat einführen.

Rechte Christen träumen von der Rückkehr des Patriarchats, berufen sich auf gottgegebenes Naturrecht und bekämpfen die „Gender-Ideologie“. Der Krieg gilt als Stunde der Männlichkeit. Ein rechtskatholischer Thinktank ist das „Renovatio-Institut für kulturelle Resilienz“, als intellektueller Kopf gilt der belgische Historiker David Engels

Andrea Becker, DLF 1.4.2022

Die christlichen Ultras publizieren seit längerer Zeit im Internet bemerkenswerte Analysen. In Gefolgschaft ihres Gottes, des Erzengels Michael und des scharfsinnigen Althistorikers David Engels sehen sie die Rettung des untergegangenen Abendlandes in der Aufrichtung eines neuen Reiches Christi, einer Renovatio Imperii. Dieses allein könne mit dem Teufel fertig werden, der schon in unseren Hallen haust. Weiterlesen

Wo der Feind steht

Dem russischen Herrscher Putin ergeht es wie Wallenstein, über den ein Dichter später treffend schrieb: Von der Parteien Haß und Gunst verzerrt schwankt sein Charakterbild in der Geschichte.

Für linksliberale Gutmenschen ist die Sache ausgemacht: Wladimir und Adolf hängen Seit an Seit im Gruselkabinett der Weltgeschichte. Beide verkörpern vorbildlich den Typus des Machtmenschen und Tyrannen, der bedenkenlos über Leichen geht.

Auf der politischen Rechten hingegen herrscht Verwirrung. Da schreibt jemand auf Facebook:

Der russische Präsident Wladimir Putin hat am Mittwoch während eines im nationalen Fernsehen übertragenen Treffens mit seinen Ministern eine strenge Warnung an russische „Verräter“ ausgesprochen. „Das russische Volk wird immer in der Lage sein, wahre Patrioten von Abschaum und Verrätern zu unterscheiden und sie auszuspucken wie eine Mücke, die versehentlich in ihren Mund gelandet ist“, sagte er.

„Ich bin überzeugt, dass diese natürliche und notwendige ‚Selbstreinigung‘ der Gesellschaft unser Land, unsere Solidarität, unseren Zusammenhalt und unsere Fähigkeit, jede Herausforderung zu meistern, nur stärken wird“, schloß er laut Berichten der Nachrichtenagentur Reuters.

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Der Feind in unserem Innern

Wer die Angstwellen zum Rollen bringt

Es gehört zu den bewährten Methoden der Machtgewinnung und ihres Erhalts, eine apokalyptische Gefahr heraufzubeschwören und sich zum Verteidiger höchster Menschheitswerte aufzuschwingen: „Alles hört jetzt auf mein Kommando!“ Solche Gefahren mögen real sein oder nur Popanze der Propaganda. Die Masche zieht in beiden Fällen. Manche Angstwellen beruhen wirklich auf unterirdischen Erdbeben. Machmal klopfen ihre Erzeuger aber nur heimlich unter die Tischplatten und warnen die Verängstigten vor dem Donner.

Und immer schart sich die Masse der Ängstlichen um die selbsternannten Retter vor dem Bösen und Anführer der irdischen Heerscharen. Massenpsychologisch gilt, was immer gilt. In Zeiten der Massenmedien gilt es sogar doppelt und dreifach.

Sie jagten uns Ängste ein, schröcklich an Corona zu verenden, und siehe da, mehrheitlich scharten die Deutschen sich so gläubig und willig unter Merkel & Co wie ihre Urgroßväter sich einst gläubig um ihren Führer scharten, wenn der vor dem „Weltjudentum“ warnte und sich als Retter pries. Weiterlesen

Die elementare Wucht der Ereignisse nutzen!

Wahrnehmungen

Dem postmodernen Europa gehen ganze Bibliotheken den Bach hinunter. Die elementare Wucht der Realität spült sie in den Orkus: die Dekonstruktivisten, die Genderisten, die Transfemininistinnen, die Diskurstheoretiker und andere Träumer. Die Ideenwelt folgt zwangsläufig den realen Umständen. Das Gerede zieht immer den kürzeren, wenn die Gewalt groß ist und die Rede klein.

Nur zu gern hatte sich der Großteil unserer Intellektuellen von der Wirklichkeit verabschiedet. Jetzt werden sie von ihr eingeholt. Utopisten wollten nicht wahrhaben, „was immer gilt“. Gutmenschen schlossen die Augen davor, daß „der Mensch“ jederzeit „des Menschen Wolf“ sein kann. Globalisten verabschiedeten das Konzept „Nation“. Ihre liberalistisch halbierte Vernunft betrachtete Völker als bloße Konstrukte.

Blut ist aber dicker als Tinte. Mit ihrem Blut besiegeln heute Ukrainer ihre Existenz als eigenes Volk, das um seine Freiheit ringt. Jeder waffenfähige Mann soll kämpfen. Weiterlesen

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