Klaus Kunze

Kategorie: Allgemein Seite 28 von 49

Die solidarische Nation

Konservative wohin man blickt?

Eine Buchbesprechung von Uwe Sauermann

Wer oder was ist ein Konservativer? Ein Soziologe, der hundertfünfzig Jahre oder weiter zurückblickt, kann diese Frage ohne Zweifel beantworten. Aber in der Gegenwart? Kremlastrologen witterten „Konservative“ in der Führung der KPdSU. In den USA griffen Neocons zur Macht, die einen „Mitfühlenden Konservatismus“ propagierten und entlegene Erdteile mit Kriegen überzogen. „Konservative“ gibt es in der CDU, wenn auch auf dem Abstellgleis.

Wer oder was ist ein Rechter? In der Presse liest man vom „rechten Seeheimer Kreis“ der SPD, von „Parteirechten“ selbst bei den Linken. Das rechte Lager bildete sich ursprünglich in den Abgeordneten ab, die in den Parlamenten auf der rechten Seite saßen. Waren das nicht die Konservativen? Aber bis 2013 saß im Bundestag die FDP rechtsaußen. Was als „rechts“ zu gelten hat, scheint also nicht klar zu sein. Doch jetzt gibt es ein Buch von Klaus Kunze, das in Zukunft als Maß dafür gelten kann, wer mit Recht als „Rechter“ zu gelten hat und wer nicht. Weiterlesen

Abweiden und weiterziehen

Anpassungsfähig

Unsere Art – der Homo sapiens – ist eines der anpassungsfähigsten Lebewesen. Darum vermochte er sich weltweit ist fast jeder Umwelt zu verbreiten, anzupassen und sich zu behaupten.

Wer sich nicht rechtzeitig geänderten Verhältnissen anpassen konnte, dessen Fossilien bestaunen wir in Museen. Eine Forschergruppe um den Ökonomen Toman Barsbai von der University of Bristol hat herausgefunden, daß gleiche Umweltbedingungen auch bei unseren tierischen Nahrungskonkurrenten zu ähnlichen Anpassungen führen wie beim Menschen.

Menschen sind von Natur aus Kulturwesen. In der Kultur spiegelt sich aber gewöhnlich der arterhaltende Wert einer Eigenschaft: Mit einer Neigung zum rituellen Selbstmord hätten sich unsere Vorfahren schon lange ausgerottet, und entsprechend gering schätzen wir seinen ethisch-kulturellen Wert. Als kulturellen Wert empfinden wir unbewußt, was unserer Erhaltung nützlich ist.

Auch die mit uns zu 98,5% identischen Schimpansen besitzen – auf niedrigem Niveau – Tradition und Kultur. Nur manche Verhaltensweisen und Überlebenstechniken wie Techniken zum Nüsseknacken werden weitergegeben. Weiterlesen

Die Unfreiheit ist ein Meister aus Amerika

Nur nette Amerikaner

Ich kenne persönlich nur nette Amerikaner. Meine ersten lernte ich auf dem Science-Fiction Weltkongreß in Heidelberg 1970 kennen: Ruhig, neugierig, aufgeschlossen – einfach freundliche Menschen. Sie sind nicht meine Feinde.

Carl Schmitt hat den Unterschied zwischen einem individuellen Feind (lateinisch inimicus) und dem potentiellen Feind einer menschlichen Gesamtheit (hostis) herausgearbeitet: Feindschaft ist die seinsmäßige Negierung eines anderen Seins.[1] Wie Feuer und Wasser nicht zugleich bestehen können, kann die manche Existenzform nicht neben der anderen zugleich Bestand haben.

Die Existenzform der USA ist der Amerikanismus. Als bleibende Verlockung des Besitzbürgertums verspricht er ein risikolos unpolitisches Dasein[2], den endgültigen Abschied von all dem bösen Politischen. Die ganze One World werde einer glücklichen Epoche entgegengehen, wenn sie einmal safe for democracy geworden sein – das Ende der Geschichte und die Auflösung aller Konflikte in einer Weltgesellschaft reiner Ökonomie. Weiterlesen

Das Rad der Geschichte dreht sich – drehen wir uns mit?

Tausendjährige Reiche und Ewigkeitsklauseln

Schon viele Staatsverfassungen haben sich in Deutschland als ewig, mindestens aber als tausendjähriges Glücksversprechen aufgeplustert. Irgendwann kamen sie doch unter die Räder. Das Rad der Geschichte drehte sich immer besonders schnell, wenn die äußeren Verhältnisse sich änderten.

Wer uns „herrlichen Zeiten entgegenführen“ wollte wie Wilhelm II, ein tausendjähriges Reich ausrief wie Adolf oder die druckfrischen Seiten seiner neuen Verfassung mit einer Ewigkeitsklausel versieht, sieht sich schnell in Verdacht: Der will seine Macht nie wieder abgeben. Hinter solchen Leuten wandeln stets unsichtbar Gesinnungswächter, Staatspolizei, Verfassungsschützer und andere Befehlsempfänger. Sie alle sind perfekte Bürokraten, stets dienstwillig und völllig humorbefreit.

Sie neigen auch nicht dazu, geistreiche Bücher vor dem Konfiszieren und Verbrennen selbst zu lesen. Zum Dank für ihre geistige Abstinenz dürfen sie häufig im Amt bleiben, wenn zu allem Entschlossene das Rad der Geschichte mal wieder vor dem Einrosten bewahrt haben. Weiterlesen

Im 19. Jahrhundert steckengeblieben

Wie sich die linke „Jungle World“ im Dschungel verirrt

Wer seine politische Lageanalyse auf breiter Basis durchsetzt, schafft die Voraussetzungen seiner Machtübernahme. Geistige Führung sucht immer die ärgste Konkurrenz auszuschalten und gibt die Losung aus: „Da steht der Feind!“

Aus Sicht echter Linker ist das allemal der Kapitalismus, das wissen sie von Marx und Engels. Dieser sei, glaubte man im 19. Jahrhundert, die ökonomische Seite der bürgerlichen Gesellschaft. Um ihr Eigentum an den Produktionsmittel zu schützen, nutzten die Bürger den Staat und trieben ihn notfalls bis in den Faschismus. Glückliche Marxisten, deren Dogmen Jahrhunderte gesellschaftlicher und ökonomischer Entwicklung überdauern!

In einem Lehrstück ihrer verkürzten Weltsicht haben Johannes Hauer und Marco Hamann in der „Jungle World“ vom 7.1.2021 viel Richtiges, aber noch mehr geistig Rückständiges von sich gegeben.

Sie halten Markus Söder, einen führenden Exponenten des Parteienstaates, allen Ernstes für einen Etatisten:

Die Beurteilungen des Staats gehen dieser Tage extrem auseinander, zugleich lassen sie jedoch ungewohnte Übereinstimmungen hervortreten.

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Die tiefe Angst der Vertreter vor den Vertretenen

Der Schock sitzt tief. War die Besetzung des Kapitols in Washington womöglich ein Menetekel  für unsere politische Klasse. Diese scheint das zu glauben.

Sie überschlagen sich in ihrer Kritik an den Demonstranten, die den Abgeordneten im Kapitol einmal demonstrieren wollte, wer ihrer Meinung nach die Präsidentenwahl gewonnen habe. „Angriff auf die Demokratie!“ tönt es rundum. Die latente Furcht der Vertreter vor der Macht der Vertretenen klingt in Deutschland panisch. Mit sicherem Instinkt wissen unsere Parlamentarier, die Parteivertreter und die sie umgebenden Medienleute genau: Wer ihrer Macht gefährlich werden könnte, ist einzig das Volk.

Unser politisches Establishment ist wütend: Parteien und Medien bauen auf die Macht der Repräsentanten über die Repräsentierten

Dieses soll sich ja, so die Uridee der Demokratie, selbst regieren. Weil es das nicht so kann wie auf der antiken Agora Athens oder vielleicht noch unter lauschigen Eichen im Land der Eidgenossen, muß man wohl oder übel Vertreter wählen. Weiterlesen

Wie Eingeborene einer Bananenrepublik

Daimler-Betriebsrat fassungslos

„Daimler will Motoren in China bauen – Betriebsrat fassungslos“ – so titelten mehrere Nachrichtenportale. Die Gewerkschafter verstehen die Welt nicht mehr. Wir können sie ihnen aber schnell erklären.

„Zusammen mit ihrem einst erbitterten Konkurrenten Geely und heutigen Groß-Aktionär will die Daimler AG einen komplett neuen Verbrenner entwickeln. Der Fahrzeughersteller aus China hatte in diesem Jahr bereits den Zuschlag für die Produktion des vollelektrischen  Smarts bekommen, weshalb das ursprüngliche Werk im französischen Hambach zum Verkauf steht.“

Anna Lena Schüchtle 26.12.2020 auf BW 24

schreibt Anna Lena Schüchtle am 26.12.2020 auf BW 24, „Der schwäbische Autobauer sieht sich aktuell mit einer neuen Aufgabe konfrontiert, denn China schloß jüngst ein mächtiges Bündnis, das zahlreiche Jobs bei der Daimler AG vernichten könnte. Der Grund: Laut Experten müßte der Fahrzeughersteller einen großen Teil seiner Produktion nach Asien verlagern, um auf dem Weltmarkt auch weiterhin bestehen zu können. Weiterlesen

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