Mit dem Verlust leben
Konservativ zu sein, heißt mit dem Verlustgefühl zu leben. Es verläßt den Konservativen nie.
Er weiß um den Wert des Vergangenen, des Zerstörten, des heute Verleugneten. Er hält seinen Toten die Treue.
Gerade diese Eigenschaften sind es ja, die ihn zu einem Konservativen machen. Er blickt um sich und vergleicht die Welt mit der früheren aus seiner Erinnerung. Manchmal vergleicht er sie auch mit der früheren, um die er nur aus Erzählungen geliebter Menschen weiß: von der guten, alten Zeit, einem goldenen Zeitalter.
Er hatte sich seine heile Welt in seiner Vorstellung so fest gefügt. Die reale Welt seiner Gegenwart gleicht aus seiner Sicht einer chaotischen Trümmerwüste.
Die menschlichen Institutionen und Wertvorstellungen änderten sich in der Neuzeit immer schneller und ließen in jeder Generation wieder Menschen ratlos und verzweifelt zurück, die am Alten, am Vergangenen hingen. Weiterlesen
