Klaus Kunze

Kategorie: Geschichte Seite 12 von 21

Haben wir eine neue Metaphysik nötig?

Nur die legitime Herrschaft ist stabil. Solange sie nach Meinung der Bürger mit höheren Gesetzen unserer Existenz in Einklang steht, nehmen sie jede Bedrückung hin: sie lassen sich murrend aber willig durch Steuern und Abgaben auspressen wie Zitronen. Allzeit bußfertig schämen sie sich sogar ihrer Selbstzweifel. Mängel lasten sie nicht dem System an, sondern erklären sie sich durch menschliches Versagen: bedauerliche Einzelfälle.

Demütig neigen sie ihr Haupt in Ritualen und Gedenkstunden. Am Ende werden sie sich sogar per Regierungsdekret auflösen und abschaffen lassen. Der bunte Ersatz steht schon bereit.

Der Fromme hatte einst demütig sein Knie gebeugt in jener alten Zeit, als ein allmächtiger Gott das Universum zu regieren schien und ein Monarch von Gottes Gnaden sein irdisches Reich. Bereitwillig ertragen Moslems eine Herrschaft, wenn sie die Gesetze Allahs verwirklicht. Doch wehe, wenn der Glaube wankt! Erst der Glaube verleiht der Herrschaft ein sicheres Fundament. Weiterlesen

Guillaume Faye: Die biologische Basis der Kulturen

Der Essay von Nicolaus Bonnel hat viele Leser dieses Blogs erreicht. Das lese ich an den hohen Abrufzahlen ab. Darum vertiefe ich die erwünschte Diskussion mit einem Beitrag vom Guillaume Faye. Er behauptet: Die Basis von Kulturkreisen ist primär anthropologisch-biologisch bestimmt. Er schrieb diese Thesen in seinem Buch La Colonisation de l’Europe.

Guillaume Faye, Vordenker der französischen Neuen Rechten, macht Schluß mit Rassenwahn ebenso wie mit der Schmelztiegel-Ideologie. Wiederum gibt dieser Meinungsbeitrag nur die Ansichten seines Autors wieder.

Bereits das römische Reich litt unter Geburtenrückgang der Römer selbst. Kaiser Augustus erließ darum Vorrechte für die Väter und Mütter von drei Kindern, das Ius trium liberorum. Mit 20 noch ledige Frauen und mit 25 noch ledige Männer wurden dagegen benachteiligt. In einem Edikt wies er auf die Rede des Quintus Metellus „über die Maßnahmen zur Hebung der Geburtenziffer“ hin, berichtet Sueton als sein Biograph. Weiterlesen

Nicolas Bonnal: Entvölkerung als Pflicht?

Tunnel zu den Sternen, oder wohin mit zu viel Menschen?

Wer die Welt retten möchte, muß sie vor den Menschen retten; genau genommen: vor zu vielen Menschen. Einer verbreiteten Legende zufolge kommen alle Übel vom Bösen. Es inkarniert sich besonders hartnäckig in Menschen mit anderen Idealen, anderen Meinungen, anderen Göttern. Wer an Götter und Teufel nicht glaubt und jedem Menschen sein ganz persönliches Gut und Böse zugesteht, führt dagegen das sogenannte Böse auf unterschiedliche Interessen von Personen und Gruppen zurück.

Der global ungleichen Verteilung der Bodenschätze und des Wassers läßt sich durch idealistische One-World-Phrasen nicht beikommen. Als 10 Millionen Menschen nachts frierend ihr Lagerfeuer anzündeten, beeinflußten sie das Klima gewiß weniger als rauchende Schornsteine von 8 Milliarden. Alle „grüne“ Wir-retten-das-Klima-Romantik bleibt im Phrasenhaften stecken, solange nicht die Geburtenzahlen da reguliert werden, wo Bevölkerungen quasi explodieren.

Wohin mit dem Bevölkerungsüberschuß? Der Science-Fiction-Autor Robert Heinlein griff Malthus auf und dachte sich einen Tunnel zu den Sternen aus, wo fremde Planeten kolonisiert werden konnten.
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Die Krise des Parlamentarismus

Nein, nicht „die Demokratie“ kriselt. Gern erzählen uns die herrschenden Parteieliten die Legende von unserer Demokratie in großer Gefahr. Tatsächlich befindet sich aber lediglich das parlamentarische Regierungssystem in einer Legitimationskrise.

Dominik Geppert lehrt Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts an der Universität Potsdam und ist Sprecher der Kommission zur Geschichte des Parlamentarismus. Er unterscheidet richtig:

„Der Parlamentarismus ist ja nicht erst in der oder durch die Pandemie prekär geworden. Er ist ja schon länger unter Druck. Wir haben es nicht mit einer Krise der Demokratie zu tun, sondern – das aber schon durchaus – mit einer Krise der repräsentativen Demokratie. Wir haben Verschiebungen im Macht- und Kontrolldreieck von Exekutive, Legislative und Jurisdiktion, die wegführen von den Parlamenten und hin zu den Regierungen auf der einen Seite und den Gerichten auf der anderen Seite.“

Dominik Geppert, Demokratie im „Reinheitsfanatismus“, Interview mit dem DLF 6.6.2021.
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Von den Schatten der Häresie zu den Verirrungen der Verfassungsfeinde

Der Geldbeutel Christi

Im 14. Jahrhundert hatte man Häretiker in letzter Konsequenz verbrannt. Bei oberflächlicher Betrachtung hatte man auf Lateinisch um theologische Feinheiten gestritten, die außerhalb gelehrter Zirkel kein Mensch verstand. Besaß Jesus einen Geldbeutel?

Unter der Tünche scheinbar unsinniger Spekulationen tobte aber ein erbitterter Machtkampf: Die Kontrahenten führten theologische  Argumente wie Degen gegeneinander. Ihre Motive und Gruppeninteressen waren aber höchst weltlich.

Wer nach päpstlichem Machtspruch unterlag, galt als Häretiker. Die Häretiker unserer Zeit nennt man Verfassungsfeinde. Die gelehrten Abhandlungen des Bundesverfassungsgerichts sagen dem Fachmann, warum sie das sind. Für Laien sind sie ebenso verständlich wie päpstliche Bullen des Mittelalters, in denen der rechte Glaube von der Irrlehre unterschieden wurde.

Der Verfassungsfeind unserer Tage ist ein Symptom gesellschaftlicher Konflikte ebenso wie es der Häretiker des 14. Jahrhunderts war. Damals hatte sich die Bevölkerung stark vermehrt. Tausende bettelarmer Entwurzelter, Ausgestoßener und Heimatloser zogen als Vaganten durch Europa. Weiterlesen

… das ist und bleibt der Denunziant!

Wie uns unser Staat zu Denunzianten macht und wer seinen Spaß dabei hat

Mit dem Denunzianten hat es der deutsche Volksmund noch nie gut gemeint. Schon in meiner Kindergartenzeit mußte sich eine kleine Petze anhören:

Petze, petze ging in‘ Laden,
wollt‘ fürn Groschen Petze haben.
Petze, Petze gibt es nicht.
Petze, Petze ärger dich!

Wer hämisch grinsend dabei steht, wenn der Verpetzte seine Strafe erleidet, macht sich bleibend unbeliebt. Zuweilen liebt die Obrigkeit zwar den Verrat, aber nie den Verräter. Die alten Athener nannten solche Leute Sykophanten: Sie „konnten sich eine Eigenheit des attischen Rechtswesens zu Nutze machen, wonach die von einem Verurteilten zu zahlende Geldstrafe nicht an den Staat oder eine gemeinnützige Organisation zu zahlen war, sondern an den Ankläger, und klageberechtigt war jeder freie Bürger.

So konnten die Sykophanten gewerbsmäßig andere Bürger anklagen, sobald sie dafür einen geeigneten Vorwand fanden, und sich an deren Vermögen bereichern,“ schreibt Wikipedia und ergänzt: „404 v. Weiterlesen

Lebensmythos oder Todeskult?

Am 5. Mai hielt Merkel in Holland eine Rede zum Befreiungstag, und am 8. Mai wird sie gewiß auch bei uns wieder irgendetwas sagen. Niccolo Machiavelli schrieb, ein Fürst sollte zwar nicht fromm sein. Das schränke nur seine Freiheit und seine Macht ein. Er sollte aber im Volk als fromm gelten, weil seine Herrschaft dann williger hingenommen werde. Die Frömmigkeit unserer Tage drückt sich in den Niederlanden zum Jubel zum richtigen Zeitpunkt aus. Die Befreiung wird zum Mythos.

Bei uns herrscht dagegen offiziöse Bußfertigkeit vor. Sie bedient sich auch eines Mythos, aber eines Gegenteiligen.

Gründungsmythen …

Früher hatten alle Völker nationale Gründungsmythen. Die Römer führten sich auf Aeneas zurück, der aus Troja floh. Vergleichbare Legenden gab es überall. Urahnen genossen Verehrung als Helden. Gemeinsam von ihnen abzustammen, erfüllte alle mit Stolz.

Vergangenheitsstolz macht zukunftsfroh. Solche Legenden sind Mythen des Lebens und erwecken mutige Zuversicht. Weiterlesen

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