Klaus Kunze

Kategorie: Geschichte Seite 9 von 22

Vorwärts in den Bürgerkrieg?

„Bürgerkriege sind unvermeidlich“

Das schreibt kein geringerer als Ray Dalio, einer der reichsten Männer der Erde und Inhaber des größten Hedgefonds. Auf Wikipedia lese ich, er sei auch Philantrop.

Für einen Philantropen klingt seine Aussage etwas erstaunlich, aber der Großkapitalist läßt keinen Zweifel, daran, daß er Bürgerkrieg fürchtet und verabscheut.

Bürgerkriege sind unglaublich brutal, weil bis zum Tod gekämpft wird. Jeder wird zum Extremisten, weil er sich auf eine Seite schlagen und kämpfen muß – und Gemäßigte ziehen in Messerstechereien gern den kürzeren.

Ray Dalio, Weltordnung im Wandel, Vom Aufstieg und Fall von Nationen, 2022, S.240.

Unter „Der Niedergang des Imperiums“ habe ich sein Buch und seine zyklische Geschichtstheorie ausführlich vorgestellt. Danach machen alle Länder Phasen des Aufstiegs, der größten Macht und des Niedergangs durch. Diesen können wir ablesen an Dekadenz, hoher Staatsverschuldung, dem Drucken inflationärer Geldmengen und inneren Konflikten durch die sich öffnende Schere zwischen Arm und Reich. Weiterlesen

Der Niedergang des Imperiums

Wird der Niedergang der USA unser Deutschland mit in den Abgrund reißen? Wen diese Fragestellung erstaunt, sollte sich mit der Analyse eines führenden Kapitalisten vertraut machen: Ray Dalio rangiert auf der Liste der reichsten Leute auf Platz 71 und besitzt den größten Hedgefond.

Er hat keinen Zweifel: Die USA sinken ab, und China steigt auf:

Konzeptionelles Beispiel für die zyklische Veränderung der Weltordnung (Ray Dalio, Weltordnung im Wandel, Vom Aufstieg und Fall von Nationen, 2022, S.76.

Seine aufschlußreiche Analyse betrifft die deutschen Verhältnisse unmittelbar mit und gehört zu den Büchern, die man gelesen haben muß.

Ray Dalio, Weltordnung im Wandel, Principles for Dealing with the Chanching World Order, 2021, Weltordnung im Wandel, Vom Aufstieg und Fall von Nationen, 2022.

Wer den globalen Finanzkapitalismus nicht mag, sollte ihm in die Karten gucken. Dalio ist einer der ganz großen Mitspieler und kennt eine große Zahl namhafter Staatslenker persönlich. Weiterlesen

Die Königin ist tot – „Es lebe der König“?

Die heimlichen Monarchisten

 „Die Königin ist tot. Es lebe der König!“

Ja, so hätte es früher in deutschen Ländern geheißen. Die Tonlage unserer Staatsmedien ist auf Moll gedämpft. Wir sollen traurig sein.

„Es lebe der König?“

Nicht mein König.

Die verstorbene alte Dame als Person verdient meinen Respekt. Unsere Außenministerin – nicht meine Außenministerin  freilich – verdient ihn nicht. Elizabeth hätte uns den Terror des 2. Weltkriegs großzügig verziehen, hieß es von ihr sinngemäß.

Ach so. Wer hatte doch noch 1939 wem den Krieg erklärt? Schwamm drüber. Elizabeth war es nicht. Laßt die Engländer ihre Königin betrauern, das gehört sich so.

Aber wir? Hier spottet der Bonner Publizist Theo Homann – nein, nicht über die Queen – über uns:

Neben der Haßliebe zum Russen steht die Neidliebe zur Angelsachserei, der in ihrer britischen Teilmenge soeben die bis dato regierende Königliche Hoheit abhanden kam.

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Sind Queere wie Gott?

Ideologie oder Realität?

Mit der Realität haben es Ideologen nicht so. Wenn sie sich nicht nach ihren fixen Ideen richtet: umso schlimmer für sie! In einer berühmten Szene der Komiker Monty Python, besteht ein Mann darauf, auch Babys zu bekommen. Das Filmpublikum bog sich vor Lachen. Heute ist ihm das Lachen vergangen. Eine verquere linksextremistische Ideologie hat sich dutzende Geschlechter ausgedacht.

Monty Python, Das Leben des Brian, Loretta-Szene: „Als Mann möchte ich das Recht haben, Kinder zu gebären.“

Männer sollen nicht männlich sein und Frauen nicht weiblich. Queere Genderisten kultivieren in ihren Köpfen eine ganz spezielle Art höchstpersönlicher „Realität“, die vielleicht geschultem Fachpersonal noch zugänglich ist. Männer, die sich für eine Katze halten, entwickeln gelegentlich manche Charakterzüge der fauchenden kleinen Biester, halten sie sich für Frauen, bevorzugen sie rosa Spitzenunterwäsche, und die sich für Napoleon halten, reagieren gereizt, wenn man sie nicht mit Empereur anspricht. Weiterlesen

Der erste Konservative

„Ich verabscheue Neuerungen“

Konservativ empfindet, wer die Welt liebt, wie sie ist. Warum sollte er alles umstürzen? Michel de Montaigne (1533-1592) zählte noch keine vierzig Jahre, da setzte sich der gewesene Richter zur Ruhe. In seinem 16 Schritt durchmessenden Turm zog er sich zu seinen etwa 1000 Büchern zurück: zumeist lateinische Ausgaben antiker Klassiker. Er lebte fortan von seinen Gütern.

Tour de Montaigne: Michel de Montaignes Turmbibliothek befindet sich in der 2. Etage (Foto Heinrich Salome 2009, Wikipedia)

Offen gibt sich Montaigne als Konservativer zu erkennen:

Ich verabscheue Neuerungen, welches Gesicht auch immer sie tragen mögen, und ich habe Grund dazu. weil ich äußerst verhängnisvolle Auswirkungen hiervon erleben mußte. Jene, die uns nun schon seit fünfundzwanzig, dreißig Jahren so hart zusetzt, hat zwar nicht alles allein angerichtet, aber man kann mit einigem Recht sagen, daß sie zumindest mittelbar alles erzeugt und hervorgebracht hat – sogar die Untaten und Zerstörungen, die seitdem ohne sie, ja gegen sie verübt werden.“

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Die Blutspur von Vanini bis Rushdie und der Mauerbau

Gefangen in der eigenen Ideologie

Wo das Weltbild sich schließt, fängt die Borniertheit an. Ein geschlossenes Weltbild schließt den eigenen Verstand ein und neue Argumente aus. Sinnfällig wurde eine Selbstbornierung im Gedankenkäfig der eigenen Ideologie, als die Kommunisten heute vor 61 Jahren, am 13. August 1961, West-Berlin abriegelten und mit dem Bau von Mauer und Sperranlagen begannen. Die Einmauerung der eigenen Bevölkerung hielt vor der Geschichte nicht stand. Das Freiheitsbedürfnis der Menschen sucht sich immer seinen Weg.

Man kann die europäische Geschichte unter vielen Gesichtspunkten betrachten. Aus Sicht geistiger Freiheit und ihrer Bedrohung zeigt sie ein geografisches Muster: Dem europäischen Altertum lag der Gedanke ganz fern, Menschen umzubringen, weil sie etwas nicht glauben wollten. Aus religiösem Fanatismus geborene Intoleranz, Haß und Gewalt sind Importe aus dem Orient. Sie behaupten: Es gibt eine ewige Wahrheit, und zwar nur eine, und wir allein kennen sie. Weiterlesen

Der Moloch des „Woke Capitalism“

Wir sollen uns allein fühlen

Gemeinsam sind wir stark. Von dieser Einsicht lebt Demokratie. Darum sollen wir uns allein fühlen, vereinzelte Waldgänger. Das ist Methode der uns beherrschenden Funktionseliten. Ihr medialer Sektor erzeugt jederzeit die Illusion, wir seien allein zuhaus: Die Straße aber, die Schulen und Unis, die Regierungen, sie alle gehören ihnen.

Die von Elisabeth Noelle-Neumann wissenschaftlich beschriebene Schweigespirale soll die Mitte der Gesellschaft verstummen lassen. Wer seine Meinung für nicht mehrheitsfähig hält, der behält sie oft für sich. Er hat Angst, anzuecken oder Nachteile zu erleiden.

Es kann jedem passieren: Polizei klopft wegen E-Mails, Posts oder Kommentaren an Türen, man sperrt Bankkonten, kündigt Versicherungen, entfernt Menschen aus der politischen Sphäre, entzieht ihnen im Grunde alle gesellschaftliche Teilhabe. Die Kontrolle unserer Ängste ist aber löchrig. Wenn wir durch die Schlupflöcher ins Freie blicken, sind wir – gerade international – kein bißchen allein. Weiterlesen

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