Klaus Kunze

Kategorie: Politik Seite 17 von 47

Der Ukraine-Krieg des Finanzimperialismus gegen die alte Landmacht

Die Kriege der Angelsachsen sind Handelskriege. Sie wollen keine fernen Länder und Territorien erobern und besetzen, annektieren oder sich einverleiben. Nur die Bodenschätze und Kapitalerträge sollen aus allen Himmelsrichtungen in ihre Kassen fließen, dann ist alles gut.

Rußland führt unter Putin dagegen einen klassischen territorialen Eroberungskrieg. Putin ist Imperialist alter Schule. Er scheut kein Verbrechen und geht notfalls über Leichen. Die USA hingegen haben ein Finanzimperium aufgebaut, das sie zu globaler Größe führen wollen, zur One World. Ihrer One World. Darum ist für sie evident, daß der Krieg gegen Rußland ihre Sache ist.

Freudsche Versprecher drücken unfreiwillig aus, was der Redner wirklich denkt. Lloyd Austin, Amerikas Verteidigungsminister, sind nun gleich drei solcher Patzer unterlaufen. Eigentlich wollte er die offizielle Linie verkünden, dass «sie», die Ukrainer, den Krieg gewinnen können, wenn «wir», die USA, ihnen dabei helfen.

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Die metapolitische Aktualität der Wikinger

Alles nur Konstrukt?

Wem die Gegenwart gehören soll, muß sich der Vergangenheit bemächtigen. Die metapolitische Deutung der Geschichte hat mit objektiver Geschichtsforschung nichts zu tun. Sie sucht vielmehr Belege, um eigene Macht- und Herrschaftsansprüche an der Vergangenheit zu legitimieren.

Welches filmische Bild von ihr gezeichnet wird, hängt auch davon ab, welche gesellschaftspolitischen Ambitionen es stützen soll. Vor allem die neue Linke weigert sich notorisch, eine objektive Geschichtsschreibung anzuerkennen. Wie in unserer Gegenwart auch hätte es einst nur „Konstrukte“ gegeben: Völker, Stämme, Reiche, Sippen, Hierarchien, Wirtschaftsformen – für einen radikalen Dekonstruktivisten spielte und spielt sich das alles nur in den Köpfen ab. Aber auch die frühere Geschichtsschreibung hatte dazu geneigt, die ferne Vergangenheit in die Schubladen ihrer zeitgenössischen Lebensverhältnisse einzuordnen und zu deuten.

Wenn sich ein neuer Film mit der in den Köpfen gebildeten Konstruktion ferner Zeiten nicht verträgt, klingeln darum alle Alarmglocken. Weiterlesen

Kampf der Kapitalismen auf ukrainischem Boden

Konkurrenzkampf der Kapitalismen

Der Liberalismus angelsächsischer Prägung hatte nach dem Zusammenbruch der Sowjetherrschaft einen scheinbar konkurrenzlosen Siegeszug angetreten. Die Planwirtschaft funktionierte nicht, der Markt wirtschaftete effektiver. Aber immer, wenn eine Ideologie scheitert und eine andere sich durchgesetzt hat, brechen sich die immer widerstreitenden Interessen verschiedener Menschengruppen auf dem Boden der siegreichen neuen Ideologie Bahn.

Sie artikulieren sich aufs neue in unterschiedlichen geistigen Entwürfen mit verschiedenartigen Organisationsstrukturen. Diese Fraktionen des bisherigen Systemsiegers bekämpfen sich jetzt ebenso erbittert, wie der gescheiterte frühere Feind gehaßt wurde.

Staatsmacht oder Geldmacht? Zwei Schiffe im Preisvergleich.
Links der Kreuzer Moskwa. Es war das erste Mal, daß Moskau einen Kreuzer verliert, seit deutsche Flugzeuge 1941 in Sewastopol die Chervona Ukraina (Rote Ukraine) versenkten.
(Twitter-Tweed 15.4.2022)

Auf marktwirtschaftlicher Grundlage rivalisiert heute das westlich-liberale Lager mit autoritären Modellen wie in Rußland oder China. Weiterlesen

Ein Doppelleben in Kiew?

Schauspielern als Qualifikationsvoraussetzung

Schauspielern zu können, ist in vielen Berufen eine Qualifikationsvoraussetzung. Wenn Politiker vor Mikrofone treten und „volles Vertrauen“ in jemanden heucheln, ob sie Siegeszuversicht auszustrahlen haben oder Lösungskompetenz, sie dürfen nicht straflos aus der Rolle fallen. Armin Laschet lachte bei der Trauerfeier für die Opfer der Ahrweiler Flutkatastrophe im falschen Moment. Das war sein politisches Verhängnis.

Geschauspielert wird überall, wo Überzeugungsarbeit geleistet werden muß. Mit der persönlichen Überzeugung muß das nichts zu tun haben. Wer wüßte das besser als ein plädierender Strafverteidiger?

Also warum nicht gleich einen Schauspieler engagieren, um eine Rolle bestmöglich zu besetzen? Bei einer Strafverteidigung käme ein nicht juristischer Schauspieler freilich nicht weit. In der Politik ist das allerdings einfacher. Niemand erwartet ernsthaft Sachkompetenz von einem Politiker. Wann hatten wir zuletzt einen Verteidigungsminister mit auch nur einer Spur von Ahnung von Tuten und Blasen? Weiterlesen

Reconquista im Zeichen des Kreuzes oder bloße Crux der Rechten?

Naturrecht – Kreuz oder Crux der Rechten?

Selten genug beschäftigt sich der Kölner „Deutschlandfunk“ mit rechtsintellektuellen Themen. Am 1.April glaubte ich beim zufälligen Zuschalten fast an einen Aprilscherz, als er über das Renovatio-Institut berichtete: Dieses wolle das Patriarchat einführen.

Rechte Christen träumen von der Rückkehr des Patriarchats, berufen sich auf gottgegebenes Naturrecht und bekämpfen die „Gender-Ideologie“. Der Krieg gilt als Stunde der Männlichkeit. Ein rechtskatholischer Thinktank ist das „Renovatio-Institut für kulturelle Resilienz“, als intellektueller Kopf gilt der belgische Historiker David Engels

Andrea Becker, DLF 1.4.2022

Die christlichen Ultras publizieren seit längerer Zeit im Internet bemerkenswerte Analysen. In Gefolgschaft ihres Gottes, des Erzengels Michael und des scharfsinnigen Althistorikers David Engels sehen sie die Rettung des untergegangenen Abendlandes in der Aufrichtung eines neuen Reiches Christi, einer Renovatio Imperii. Dieses allein könne mit dem Teufel fertig werden, der schon in unseren Hallen haust. Weiterlesen

Kampf um Kiew – ein Glaubenskrieg?

Während sich der Verstand erst die Schuhe anzieht, hat das Gefühl sich schon lange für eine Richtung entschieden. Alles Für und Wider im Kampf um unsere deutsche Position im Ukrainekrieg ist von vorrationalen Ängsten, Wünschen, Bedürfnissen und Hoffnungen geprägt. Rational begründen wir am Ende, was diesen Emotionen entspricht. Sie verraten uns, daß das Bombardieren von Frauen, Kindern und Krankenhäusern böse ist.

Am nachhaltigsten wirken menschliche Emotionen als Quellen von Religion und Metaphysik. Erfolg hat eine Religion, wenn sie ihren Gläubigen die Gewißheit vermittelt, nach von Gott gegebenen ewigen Gesetzen zu handeln. In solchen Gesetzen nehmen emotionale Grundbedürfnisse Gestalt an wie Liebe, Gerechtigkeit oder Erlösung von Übeln. Diese bilden das Böse. Wer Gottes Willen erkennt und vollstreckt, kann nichts Unrechtes tun. Vom „Deus lo vult“, mit dem Papst Urban II. am 27. November 1095 zum Kreuzzug aufrief, zieht sich ein roter Faden vergossenen Blutes bis hin zum Patriarchen Kyrill, der just zum heiligen Krieg gegen die Ukraine aufrief:

Gott solle „alle feindlichen, teuflischen Kräfte aus unserem gemeinsamen Leben“ vertreiben, predigt der Patriarch.

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Wo der Feind steht

Dem russischen Herrscher Putin ergeht es wie Wallenstein, über den ein Dichter später treffend schrieb: Von der Parteien Haß und Gunst verzerrt schwankt sein Charakterbild in der Geschichte.

Für linksliberale Gutmenschen ist die Sache ausgemacht: Wladimir und Adolf hängen Seit an Seit im Gruselkabinett der Weltgeschichte. Beide verkörpern vorbildlich den Typus des Machtmenschen und Tyrannen, der bedenkenlos über Leichen geht.

Auf der politischen Rechten hingegen herrscht Verwirrung. Da schreibt jemand auf Facebook:

Der russische Präsident Wladimir Putin hat am Mittwoch während eines im nationalen Fernsehen übertragenen Treffens mit seinen Ministern eine strenge Warnung an russische „Verräter“ ausgesprochen. „Das russische Volk wird immer in der Lage sein, wahre Patrioten von Abschaum und Verrätern zu unterscheiden und sie auszuspucken wie eine Mücke, die versehentlich in ihren Mund gelandet ist“, sagte er.

„Ich bin überzeugt, dass diese natürliche und notwendige ‚Selbstreinigung‘ der Gesellschaft unser Land, unsere Solidarität, unseren Zusammenhalt und unsere Fähigkeit, jede Herausforderung zu meistern, nur stärken wird“, schloß er laut Berichten der Nachrichtenagentur Reuters.

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