Klaus Kunze

Kategorie: Allgemein Seite 18 von 50

Wo der Feind steht

Dem russischen Herrscher Putin ergeht es wie Wallenstein, über den ein Dichter später treffend schrieb: Von der Parteien Haß und Gunst verzerrt schwankt sein Charakterbild in der Geschichte.

Für linksliberale Gutmenschen ist die Sache ausgemacht: Wladimir und Adolf hängen Seit an Seit im Gruselkabinett der Weltgeschichte. Beide verkörpern vorbildlich den Typus des Machtmenschen und Tyrannen, der bedenkenlos über Leichen geht.

Auf der politischen Rechten hingegen herrscht Verwirrung. Da schreibt jemand auf Facebook:

Der russische Präsident Wladimir Putin hat am Mittwoch während eines im nationalen Fernsehen übertragenen Treffens mit seinen Ministern eine strenge Warnung an russische „Verräter“ ausgesprochen. „Das russische Volk wird immer in der Lage sein, wahre Patrioten von Abschaum und Verrätern zu unterscheiden und sie auszuspucken wie eine Mücke, die versehentlich in ihren Mund gelandet ist“, sagte er.

„Ich bin überzeugt, dass diese natürliche und notwendige ‚Selbstreinigung‘ der Gesellschaft unser Land, unsere Solidarität, unseren Zusammenhalt und unsere Fähigkeit, jede Herausforderung zu meistern, nur stärken wird“, schloß er laut Berichten der Nachrichtenagentur Reuters.

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Wenn der Wind sich dreht

Die Flexibilität offener Systeme

Autokraten sind auf die Zustimmung ihrer Untertanen nicht angewiesen. Ein demokratischer Politiker muß dagegen flexibel sein. Wenn der Wind sich dreht, muß er sein Fähnchen schnell genug mitdrehen können. „Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?“, fragte einst Konrad Adenauer.

Prinzipientreue Menschen rümpfen über solche Wetterwendigkeit die Nase. Auf der anderen Seite kann es ein entscheidender Vorteil eines offenen Systems und einer offenen Informationsgesellschaft sein, sich auf Veränderungen schnell einzustellen und mit der Lage angepaßten neuen Paradigmata zu reagieren. Putin hat diese Flexibilität der westlichen Gesellschaften unterschätzt. Er hat Pussy-Staaten gesehen und meinte, sie würden sich ihm willig anschmiegen, kätzchengleich einschmeicheln und unterwerfen.

Heute ähnelt die Stimmung in Europa anscheinend eher dem eines aufgereizten Wespenschwarmes. Der Wind hat sich gedreht. Die ihn machen und anfachen, sind Meister ihres Faches. Weiterlesen

Der Feind in unserem Innern

Wer die Angstwellen zum Rollen bringt

Es gehört zu den bewährten Methoden der Machtgewinnung und ihres Erhalts, eine apokalyptische Gefahr heraufzubeschwören und sich zum Verteidiger höchster Menschheitswerte aufzuschwingen: „Alles hört jetzt auf mein Kommando!“ Solche Gefahren mögen real sein oder nur Popanze der Propaganda. Die Masche zieht in beiden Fällen. Manche Angstwellen beruhen wirklich auf unterirdischen Erdbeben. Machmal klopfen ihre Erzeuger aber nur heimlich unter die Tischplatten und warnen die Verängstigten vor dem Donner.

Und immer schart sich die Masse der Ängstlichen um die selbsternannten Retter vor dem Bösen und Anführer der irdischen Heerscharen. Massenpsychologisch gilt, was immer gilt. In Zeiten der Massenmedien gilt es sogar doppelt und dreifach.

Sie jagten uns Ängste ein, schröcklich an Corona zu verenden, und siehe da, mehrheitlich scharten die Deutschen sich so gläubig und willig unter Merkel & Co wie ihre Urgroßväter sich einst gläubig um ihren Führer scharten, wenn der vor dem „Weltjudentum“ warnte und sich als Retter pries. Weiterlesen

Die elementare Wucht der Ereignisse nutzen!

Wahrnehmungen

Dem postmodernen Europa gehen ganze Bibliotheken den Bach hinunter. Die elementare Wucht der Realität spült sie in den Orkus: die Dekonstruktivisten, die Genderisten, die Transfemininistinnen, die Diskurstheoretiker und andere Träumer. Die Ideenwelt folgt zwangsläufig den realen Umständen. Das Gerede zieht immer den kürzeren, wenn die Gewalt groß ist und die Rede klein.

Nur zu gern hatte sich der Großteil unserer Intellektuellen von der Wirklichkeit verabschiedet. Jetzt werden sie von ihr eingeholt. Utopisten wollten nicht wahrhaben, „was immer gilt“. Gutmenschen schlossen die Augen davor, daß „der Mensch“ jederzeit „des Menschen Wolf“ sein kann. Globalisten verabschiedeten das Konzept „Nation“. Ihre liberalistisch halbierte Vernunft betrachtete Völker als bloße Konstrukte.

Blut ist aber dicker als Tinte. Mit ihrem Blut besiegeln heute Ukrainer ihre Existenz als eigenes Volk, das um seine Freiheit ringt. Jeder waffenfähige Mann soll kämpfen. Weiterlesen

Der Spiegel unserer Schwäche

Die Russen kommen!

„Die Russen kommen!“ Für Millionen Deutsche als ihre Opfer von 1945 ist das die Tatarenmeldung schlechthin. Sie aktiviert tiefsitzende Traumata ganzer Generationen, auch die der sekundär traumatisierten Nachkriegsgeborenen. Die einen nahmen im Prozeß ihrer höchstpersönlichen Bewältigung rechte, betont wehrhafte Werthaltungen an. Die anderen erklärten die ganze Welt zu Freunden und woben sich jenes Spinnennetz gutmenschlicher Illusionen, das Putin jäh zerrissen hat. Er strickt bereits an einem neuen Spinnennetz von Lügen. Demnächst werden ukranische Kinder in der Schule lernen, ihr Land sei 2022 von Putin befreit worden.

Der emotionalen Wucht solcher Bilder kann sich nicht entziehen, wer Nemmersdorf, die Wilhelm Gustloff, Flucht und Völkermord an Deutschen 1945 verinnerlicht hat (Bildquelle Ukraine, 25.2.2022).

Der emotionalen Wucht der Bilder eines angegriffenen, um seine Freiheit kämpfenden Volkes und verängstigt in Bunkern sitzender Kinder kann man sich nicht entziehen. Weiterlesen

Bis die Russen quietschen?

Eine von den Westmächten gern gehegte Legende besagt, die „Demokratien des Westens“ bildeten eine Wertegemeinschaft. Zu ihren höchsten Werten zählten sie den Frieden, die Menschenrechte und die Völkerverständigung.

In Deutschland nimmt man Proklamationen guter Absichten traditionell ernst. Wir waren schon immer ein gutmütiges und unpolitisches Volk. Was jemand tatsächlich tut, nehmen wir nicht so ernst wie seine angeblichen Absichten. Unsere politische Klasse scheint tatsächlich an jene heile Welt zu glauben, in der das Böse durch multilaterale Verträge gebannt ist und Frieden und individuelle Freiheit durch Menschenrechte garantiert sind. Wozu sich noch militärisch rüsten, wenn wir doch rechtsverbindliche Abkommen haben?

Sie wähnen, die großen Fragen der Weltgeschichte würden nicht durch Blut uns Eisen entschieden, sondern durch Reden und Parlamentsbeschlüsse, durch Verträge und moralische Proklamationen.

Von diesem Traum vermochte sie bisher keine historische Kenntnis abzuhalten. Weiterlesen

Das Scheitern des Liberalkonservatismus

Meuthens Rücktritt war die richtige Konsequenz

Liberalkonservative: Gibt es die überhaupt? Es ist leicht, sich selbst oder einem anderen ein Etikett aufzukleben. Es ist aber nicht immer drunter, was vorne draufsteht. Manche Etiketten verdecken nur die inhaltliche Leere.

Liberalkonservativ nennen kann sich jeder. Die Adjektive hören sich für viele Ohren sympathisch an. Man kann auch sozial und liberal sprachlich verbinden, Wirtschaft und liberal und vieles mehr. Das politische Wortgeklingel ist wohlfeil. Bei näherem Hinsehen aber ist der Begriff konservativ aber leer. Er besagt nur, daß jemand irgend etwas Bestehendes erhalten möchte.

Ein konservativer Genosse im Reiche Maos war Maoist, ein konservativer Sozialdemokrat möchte, daß die Sozialdemokratie bleibt wie sie ist, ein Konservativer zu Kaiser Wilhelms Zeiten war natürlich Monarchist. Und ein Liberalkonservativer wie Jörg Meuthen? Ganz einfach, er ist ein Liberaler, der den Liberalismus bewahren möchte. Weiterlesen

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