Klaus Kunze

Kategorie: Juristisches Seite 9 von 11

Verfassungsfeind wird man nicht von selbst, man wird dazu erklärt

Wie der Verfassungsschutz die Verfassung umdefiniert

Die Beobachtung des AfD-Flügels durch den Verfassungsschutz ist politisch motiviert. Das ist eine Binsenwahrheit. Damit ist aber noch nicht gesagt, ob sie rechtmäßig ist und ihrerseits der Verfassung entspricht.

Würde der Verfassungsschutz die Funktionsprinzipien unserer staatlichen Ordnung schützen, hätte niemand etwas dagegen. Er kämpft aber in Parteiinteresse in vorderster Front für die Durchsetzung eines Vielvölkerstaats Deutschland mit mulitikultureller Gesellschaft. Beides ist im Grundgesetz nicht vorgesehen. Es wird aber in den Verfassungsbegriff der Menschenwürde hineininterpretiert.

Die richtige Auslegung unbestimmter Rechtsbegriffe hängt eng von korrekter juristischer Prüfung ab. In diese fließen aber zwangsläufig eigene ideologische Vorurteile ein. Unsere Verfassung enthält nämlich viele unbestimmte Rechtsbegriffe, die man interpretieren muß, wenn man sie anwendet. Linksextremisten haben ihren Marsch durch die Insitutionen nach 1968 begonnen und heute abgeschlossen. Sie interpretieren heute um, was unsere Verfassungsväter sich oft ganz anders vorgestellt hatten. Weiterlesen

Vom morbiden Charme des Todes

Wer vom Totenkopf schwärmt, bricht das letzte Tabu der Spaßgesellschaft

Im Hause des Henkers redet man nicht gern vom Strick. Gab sich unsere Spaßgesellschaft auch tabulos, bewahrte sie doch den Tod als ultimates Schrecknis auf. Sie verbannte ihn sich aber aus den Augen: schob die Sterbenden ab in Sterbekliniken, verbrannte ihre Leichen oder verscharrte sie in Friedwäldern.

Doch Tote kommen wieder, manchmal, nachts, wenn einer voller Zukunftsangst erwacht und nicht wieder einschlafen kann. Vielleicht hat er die Bilder des italienischen Militärkonvois gesehen, der vorgestern über 400 Särge aus Bergamo herausschaffte. Wer den Tod verdrängen möchte, hat es jetzt selbst in der gewöhnlichen Rund-um-die-Uhr-Kinderstundenzeit der Privatsender schwer. Das Sterben ist unübersehbar. Der Tod meldet sich zurück.

Unseren Altvorderen war er vertraut. Jeden Tag konnte er an jedermanns Bett stehen. Kumpelhaft hieß er Freund Hein oder Gevatter Tod. Seine Allgegenwart bildete einen festen Bestandteil des Lebens und der Kultur der Lebenden. Weiterlesen

„Internationale Solidarität“ in der Corona-Not?

Nationale Solidarität ist das Gebot der Stunde

In der Not ist sich bekanntlich jeder selbst der Nächste. In meiner Studentenzeit erschollen des öfteren in der Kölner Universität rhythmische Sprechchöre kommunistischer Studentengruppen: „Hoch – die – internationale – Solidarität!“

Von internationaler Solidarität sehe ich weltwelt nichts. Ich sehe auch in Deutschland keine Anzeichen dafür, daß unsere Regierung sich nicht um uns sorgte, sondern um Infizierte aus anderen Ländern. In Venezuela etwa gäbe es viel zu helfen. Dieses Land hat seine sozialistische Regierung so abgewirtschaftet, daß die gesundheitsversorgung schon vor Corona vor dem Zusammenbruch stand. Landesweit gibt es dort 100 Intensivbetten mit Beatmungsgeräten.

Alles kommunistische Wortgeklingel von internationaler Solidarität dient nur der eigenen Ideologie
(UZ 21.2.2019)

Niemand hilft, natürlich nicht. Wenn alle in Not sind, bildet die Nation den Rahmen, in dem Solidarität sich entfaltet und außerhalb dessen sie endet. Plötzlich reden in Deutschland alle von Solidarität. Weiterlesen

Mit Etikettenschwindel in die Denunziations-Republik

Das neue Gesetz gegen Haßkriminalität

Die Regierungskoalition hat am 10.3.2020 einen Gesetzesentwurf eingebracht unter der Überschrift

Entwurf eines Gesetzes zur Bekämpfung des Rechtsextremismus und der Haßkriminalität

Deutscher Bundestag, Drucksache 19/1774119. Wahlperiode10.03.2020

Die Proteste der üblichen Verdächtigen halten sich in Grenzen. Wer sonst laut „Meine Daten!“ schreit, hält sich zurück. Man hält sich bedeckt, wollen sie doch keinem Gesetzesentwurf widersprechen, dessen Überschrift „den Rechtsextremismus“ zu bekämpfen verspricht.

Wir haben uns daran gewöhnt, daß nicht in jeder Verpackung drin ist, was außen draufsteht. Viele Flüchtlinge sind keine Flüchtenden, viele Seenotrettungen entbehrten jeder Seenot. So gibt es auch im vorliegenden Gesetzesentwurf nichts, das speziell „den Rechtsextremismus“ bekämpft.

Er gliedert sich in drei große Abschnitte. Auf S.1-5 beschreiben CDU und SPD das Problem aus ihrer Sicht. Von S.6-13 reichen die eigentlichen Gesetzesänderungen. Ab Seite 14 folgen lange Begründungen und Rechtfertigungen.

In den 8 Seiten mit den eigentlichen Gesetzesänderungen finden wir kein Wort über Rechtsextremismus. Weiterlesen

Die Macht hat, wer die Regeln regelt

Putin und seine absolute Republik

Putin bleibt an der Macht. Natürlich tut er das. Der Proteststurm im deutschen Blätterwald ist nur ein Säuseln, verglichen mit dem Entrüstungssturm, als CDU, FDP und AfD es in Erfurt wagten, einen FDP-Politiker zum Ministerpräsidenten zu ernennen.

Es überrascht eben niemanden mehr, daß der Moskauer Autokrat wieder Wege findet, an der Macht festzuhalten. Diese Mittel und Wege sind, rein verfahrenstechnisch und formal, gesetzliche Wege. Auch unsere alten Parteien regeln unsere Gesetze seit Jahrzehnten so, daß diese ihren eigenen Machterhalt begünstigen.

Jetzt, da die Duma den Entwurf der neuen Verfassung billigte, ist die Frage nach dem Jahr 2024 und einer Zeit ohne Putin beantwortet. Die wird es nicht geben, er wird wieder antreten. Die Lösung ist so einfach, dass es erstaunlich ist, wie wenig sie bisher im Fokus stand. Rußland bekommt eine neue Verfassung. Die alte Fassung mit den zwei Amtszeiten gilt dann nicht mehr.

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Von der autonomen Persönlichkeit zum betreuten Bürger

Sterbehilfe – autonome Entscheidung oder moralisierende Bevormundung?

Der Druck moralische Heteronomie oder Fremdbestimmung lastet drückend auf unserem Land. Einen letzten Rückhalt für unsere Selbstbestimmung gibt das Bundesverfassungsgericht: Aus unserer Menschenwürde fließt unmittelbar unsere autonome Entscheidung darüber, „selbstbestimmt und nach eigener Zielsetzung“ zu leben und unsere „Existenz nach eigenen, selbstgesetzten Maßstäben“ zu bestimmen.

„Noch ist Polen nicht verloren“, singen die Polen in ihrer Nationalhymne. Um unser Deutschland steht es zwar denkbar schlecht. Verloren sind unser Land und unsere Freiheit aber noch nicht.

Eine der letzten Bastionen bildet das Bundesverfassungsgericht. Vorgestern brach sich an ihm wieder einmal eine Brandungswelle der Entmündigung. Anlaß war die Sterbehilfe zum Beispiel durch Sterbehilfe-Vereine.

Die selbstbestimmte Verfügung über das eigene Leben ist vielmehr unmittelbarer Ausdruck der der Menschenwürde innewohnenden Idee autonomer Persönlichkeitsentfaltung; sie ist, wenngleich letzter, Ausdruck von Würde. Der mit freiem Willen handelnde Suizident entscheidet sich als Subjekt für den eigenen Tod.

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Zwischen kriminologischer Kategorisierung und zynischer Instrumentierung

Nach den Anschlägen von Hanau und Volkmarsen

Nach grauenvollen Taten mit vielen Opfern ist die Öffentlichkeit aufgewühlt. Nirgend läßt sich das besser nachvollziehen als auf Twitter, dem schnellsten sozialen Netzwerk mit der kürzesten Halbwertszeit seiner Nachrichten.

Bei den meisten ist der Wunsch übermächtig, zu erfahren, wer der Täter war und was ihn trieb. Dagegen erheben sich sofort mahnende Stimmen, es sei gleichgültig, wer und was für einer der Täter sei. Wieder andere geben sich mitfühlend: Man solle sich mehr für die Opfer interessieren, „bei denen alle unsere Gedanken jetzt sind“.

In Gedanken bei den angefahrenen Kindern aber möchte ein halbwegs sensibler Mensch am liebsten überhaupt nicht sein. Helfen kann er ihnen nicht. Und eine Endlosschleife im Kopf mit ausgemalten Vorstellungen von Kindern als Opfer wäre unerträglich. Selbst wenn die Körperverletzungen heilen: Was durchlebt so ein Kind emotional in Zukunft immer wieder, wenn es so jäh aus der größten Karnevalsfreude ins tiefste Leid gestürzt wurde? Weiterlesen

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