Klaus Kunze

Das deutsche Volk – juristisch verabschiedet

Autor des Grundgesetzes

Die Präambel unseres Grundgesetzes benennt „das deutsche Volk“ als seinen Autor: es habe sich „diese Verfassung gegeben.“ Das Volk war die Henne und das Grundgesetz ihr Ei.

Aus diesem Ei schlüpfte ein Küken, das über 70 Jahre lang über die Freiheit der Personen wachte. Deren Menschenwürde zu schützen gab sie dem Staat als oberste Verpflichtung auf.

Politische Kräfte, auch bereits Juristen, möchten das Grundgesetz jetzt umfunktionieren und zu einem Vogel machen, der seine eigene Mutter und Autorin verschlingt: das deutsche Volk. Vorläufig wird allerdings noch nicht gefressen, aber von ganz oben scharf beobachtet.

Objekt des staatlichen Argwohns sind sogenannte Identitäre. Das Verwaltungsgericht Berlin hat deren Antrag am 18. Juni 2020 vorläufig abgelehnt, nicht mehr vom Verfassungsschutz beobachtet zu werden. Der Beschluß ist noch nicht rechtskräftig und liegt dem Oberverwaltungsgericht vor.

Für verfassungsfeindlich hält das Gericht die identitäre Sorge um unsere Identität als Volk:

„Zentrales politisches Anliegen des Antragstellers ist der Erhalt des deutschen Volkes in seinem ethnischen Bestand.“

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Die rituelle Verbeugung vor dem Zeitgeist

In hoch ideologischen Zeiten lebt es sich bequem, wenn man die vorgeschriebenen Rituale täglich befolgt. Wer mit dem Strom schwimmt, hat meistens nicht zu befürchten.

Zu den rituellen Glaubensbekenntnissen gehört heute in Amerika und Europa das Mantra: Alle Menschen sind gleich. Wer es in vorschriftsmäßiger Weise abspult, darf auf Gnade hoffen, jedenfalls mit Milde rechnen. Sofort im nächsten Satz kann er dann ungeniert loslegen und begründen, warum das genaue Gegenteil richtig ist.

Lesen Sie einfach mit eingeschalteter Logik diese Erklärung der Universität Lübeck vom 18. September 2020:

Alle Menschen sind gleich, und doch ist jeder Mensch einzigartig. Das liegt zum Teil an Erziehung und Umwelt, aber größtenteils auch an der Herkunft unserer Gene, die in der DNA, dem Bauplan des Lebens, kodiert sind. Die genetische Ausstattung des Menschen unterscheidet sich weltweit und bestimmt nicht nur das Aussehen, sondern auch die Anfälligkeit für Krankheiten und das Ansprechen auf Medikamente.

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Auf dem Weg zur moralischen Weltmacht?

Sie können das Wort „moralisch verpflichtet“ nicht mehr hören? Ich auch nicht mehr. Gerade darum sollten Sie aber weiterlesen. Es geht Ihnen nämlich wie dem Hund, der die Worte Maulkorb und Leine nicht mehr hören mag. Eine durchgesetzte Moral ist ein Mittel sozialer Disziplinierung. Zwangsläufig müssen wir uns mit den uns angelegten Leinen und moralischen Nasenringen auseinandersetzen, mit denen man uns durch die Manege führt.

Das Wort „unmoralisch“ ist zur Killerphrase geworden. Gutmenschen tragen sie als Waffe vor sich her wie einen Spieß, mit dem ein schlichter Landsknecht selbst den schönsten Ritter vom Pferd holen konnte. Solche Killerphrasen haben keinen greifbaren Inhalt. Sie sind leere Worthülsen. Über alles und jeden gießen Spießbürger die Einheitssauce ihrer Moral aus. Es wäre gefährlich, die guten Leute einfach ihrem moralischen Delirium zu überlassen. Zu dessen Symptomen gehört nämlich oft eine besserwisserische Arroganz gegenüber allen, die nüchtern geblieben sind. Weiterlesen

Weltbürgerkrieger

Der ewige Deutsche lebt noch. Vielen umliegenden Nationen ist er oft auf die Nerven gegangen: als besserwisserischer, belehrender Prinzipienreiter wollte er die Welt am deutschen Wesen genesen lassen.

Heute hat er wieder ein Gesicht: Heiko Maas. Dessen Ähnlichkeit mit seinem früheren deutschen Ministerkollegen und Erzpropagandisten deutscher Überlegenheit mag rein zufällig sein. Zuweilen stabilisieren Kleinwüchsige ihr Selbstbewußtsein durch ein besonders großes Mundwerk.

Der ewig besserwisserische Deutsche lebt noch.

In den Trümmern seines militärischen Größenwahnes brachte sich Maas‘ Amtsvorgänger selbst um. Maas seinerseits zertrümmert gerade genußvoll in moralischem Größenwahn die diplomatischen Beziehungen zu zwei der mächtigsten Staaten der Erde: USA und Rußland. Sich beide zugleich zu Feinden machen und es mit ihnen aufnehmen? Für propagandistische Schönredner ist das kein Problem. Am Endsieg unserer gerechten Sache kann kein Zweifel bestehen.

„Maas kritisierte insbesondere den Aufruf Trumps zur doppelten Stimmabgabe und dessen Kritik an der Briefwahl.

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Minsk: Aufstand der Anständigen

Sind Ihnen irgendwo in Deutschland Demonstrationen gegen die Diktatur in Weißrußland aufgefallen? Wo bleibt der Aufschrei des demokratischen Gewissens unserer üblichen Verdächtigen?

In Minsk und anderen Städten gegen Zigtausende friedlich durch die Straßen und fordern die Recht auf freie Wahlen und Äußerung ihrer Meinung. Viele wurden von Polizeikräften des Diktators willkürlich zusammengetrieben, eingesperrt und in Haft bis auf den Tod geprügelt.

Mich haben die Bilder der friedlich Protestierenden tief bewegt.

Demonstranten ins Minsk

Ihre Gesichter sind nicht von Haß verzerrt wie die vieler Demonstranten in den USA, in Hamburg, Berlin und anderswo. Sie zünden keine Autos an, schmeißen keine Steine auf Polizisten und möchten nur das Eine: Freiheit!

Wenn die Phrase von einem Aufstand der Anständigen einen Sinn haben kann, trifft er hier den Kern der Sache. Unterdessen sitzen unsere selbsternannten Anständigen zuhause betrachten mit scheelen Blicken die mutigen jungen Leute in Minsk. Weiterlesen

Lebensbilder aus dem alten Weserbergland

Wer nicht weiß, woher er kommt, kann auch nicht wissen, wohin er geht. Wenn Philosophie munter beschwingt von Abstraktionsgipfel zu Abstraktionsgipfel klettert, sieht sie manchmal die konkreten kleinen Menschlein tief drunten im Tale nur noch als ameisenhafte Pünktchen. Vieles erkennt man nur aus ihrer Vogelperspektive.

Während sie aber eine rein zerebrale Übung ist und sich ausschließlich in unseren Köpfen abspielt, wollen wir die wirklichen Menschen nicht vergessen, die sich alle jene hübschen Konstruktionen ausgedacht haben, die manche Philosophen zu oft mit der Realität verwechselt haben. Die Lebensgeschichten wirklicher Menschen bilden die empirische Basis, an der keine Philosophie vorbeikommt, will sie sich nicht den Vorwurf gefallen lassen, in der Echokammer ihres Elfenbeinturmes zu hausen und Spinnenbeine zu zählen.

Darum ist die Geschichtsforschung eine Wissenschaft, die vergangene Realität beschreibt, bevor sie diese vielleicht zu deuten wagt. Wir möchten hier wissen: Wie war es einst wirklich, sagen wir einmal: zum Beispiel im Weserbergland zwischen Hannoversch Münden und dem Solling zwischen dem 16. Weiterlesen

Wie das Medien-Imperium zurückschlägt

Die mediale Scheinwelt

Innerhalb des politischen Spektrums bildet der Rechtsextremismus den rechten Rand der rechten Hälfte. Die große Mehrheit der Rechten denkt nicht extrem und stützt unser freiheitliches, demokratisches Staatswesen.

Um die gesamte konservative und patriotische demokratische Rechte zu bekämpfen, ist vielen unserer Medienleute jedes Mittel recht. Sie setzen alles Rechte mit Extremismus gleich. Das liest sich zum Beispiel auf einer Webseite der ARD aus der Feder Katrin Kamplings so:

„Wenn Polizeibeamte mit rechter Gesinnung auffallen, würde man meinen, daß sie ihre Arbeit nicht mehr ausüben dürfen. Sie sind gesetzlich verpflichtet, aktiv für die Demokratie und ihre Werte einzustehen. Recherchen von Panorama 3 zeigen, sie sind durch den Beamtenstatus geschützt. […]

Wenn Polizisten mit rechtem Gedankengut auffallen, ist der Ablauf immer der gleiche: Es wird ein internes Disziplinarverfahren eingeleitet – und immer auch ein Strafverfahren. So lange das Strafverfahren läuft, ruht das Disziplinarverfahren.

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