Klaus Kunze

Kategorie: Allgemein Seite 12 von 50

Ist Krieg schlimmer oder der Tod?

Kriegsverbrecher Putin?

Ein schlichtes Liedchen kenne ich, seit ich zurückdenken kann. Krabbelte ein Käferchen handempor und flog in die Höhe, sang man:

Maikäfer flieg,
dein Vater ist im Krieg,
Deine Mutter ist in Pommerland,
Pommerland ist abgebrannt,
Maikäfer, flieg!

So bewahrte Kindermund ein Urtrauma unseres Volkes. Dabei war das gelegentliche Aufeinanderprallen von Heerhaufen noch das geringste Problem des Volkes. Die Wallensteiner zogen 1628 durch Pommern und belagerten vergeblich Stralsund. Die Armee zählte mit Troß, Weibern und Kindern mehr Münder als die meisten Städte im Reich.

Alle wollten satt werden. Was auch immer das Heer benötigte, wurde, von Böhmen bis an die Ostsee, in den durchzogenen Landstrichen zusammengeraubt und diese so planmäßig verwüstet, daß niemand mehr darin leben konnte. Der Krieg sollte und mußte den Krieg ernähren. Nicht der Kampf brachte der Bevölkerung den Tod, sondern ihre Wehrlosigkeit gegenüber der plündernden und mordenden Soldateska. Weiterlesen

Kriechgang oder Mannesmut vor Herrscherthronen?

Im freiesten Staat auf deutschem Boden

Es war einmal ein Land – vor unendlich langer Zeit an einem fernen Ort – da vernahm ich in Festschriften und Sonntagsreden viel von „mündigen Bürgern“. Als „Staatsbürger in Uniform“ sollten sie sogar bei der Bundeswehr ein freies Wort pflegen. Bundespräsidenten predigten vom freiesten Staat auf deutschem Boden. Es war einmal, irgendwann im vorigen Jahrtausend.

Aus Angst, in die Nähe der AfD gerückt zu werden, akzeptieren viele Liberale und Konservative den woken Schwachsinn.

Norbert Bolz, Medienwissenschaftler.

Nun ja, möchte man mit den Achseln zucken, darum sind ja es halt bloß Liberale. Das Schwankende und Zweideutige haftet dem Liberalen seit jeher an. Mein Griechischlehrer erklärte uns Schülern die Wortverbindung μεν – δε (zwar, … aber..) mit der Haltung des damaligen FDP-Vorsitzenden (Erich) Mende. Er schwankte auch zwischen einem Zwar und einem Aber stetig hin und her. Weiterlesen

Der türkische Heiland

Für Johannes Scherr waren kirchliche Christen und Kommunisten Brüder im Geiste. „Von 1848 bis 1849 war er Abgeordneter der Zweiten Kammer des württembergischen Landtags für Geislingen. Scherr mußte nach der gescheiterten demokratischen Revolution 1849 in die Schweiz fliehen, wo er sich habilitieren konnte und 1860 zum Ordinarius für Geschichte am Polytechnikum Zürich aufstieg.“ (Wikipedia).

Als Urdemokrat und Patriot mußte er emigrieren, um einer 15jährigen Haftstrafe zu entgegen. Er starb dort 1886 als hoch geachteter Professor und Publizist. Von seinen Werken gehört die Deutsche Kultur- und Sittengeschichte von 1857 zu den Standardwerken und wurde zuletzt 1925 von Franz Blei dreibändig herausgegeben.

Zu den 1849 aus Deutschland in die Schweiz „hinausgefegten“ Demokraten zählte auch Johannes Scherr (Karikatur von Ferdinand Schröder zur Niederlage der Revolutionen in Europa 1849. Zuerst erschienen in den Düsseldorfer Monatheften unter dem Titel Rundgemälde von Europa im August 1849, Wikiwand)

Scherr begrüßte 1871 den deutschen Sieg über Frankreich und die Reichseinigung in einer Ansprache vor einer Festversammlung in der Züricher Tonhalle:

Allerdings gab es eine Minderheit, glücklicher Weise eine verschwindend kleine Minderheit, zusammengesetzt aus schwarzen und rothen Pfaffen, aus den Fanatikern des ultramontanen und des kommunistischen Aberglaubens, welche Minderheit von dieser Einheit sich ausschloß.

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Flaschenpost aus der Vergangenheit in die Zukunft, daß es uns einst gegeben hat

Im unerforschten Kontinent

Wußten Sie, daß deutsche Truppen 1668 bis 1669 die belagerte Stadt Heraklion auf Kreta fast bis zur letzten Patrone verteidigt haben? Ich hatte das bis vor ein paar Jahren nicht gewußt. Heraklion hieß damals Candia, gehörte der Republik Venedig und wurde von türkischen Truppen erobert. Seine Belagerung von 1648 bis 1669 war die längste der Weltgeschichte. Ich hatte Heraklion nur als Sitz eines großartigen archäologischen Museums gekannt. Die Minoer schienen mir näher als die niedersächsischen Verteidiger der Festung 1668 und 1669.

Betrifft mich das irgendwie? Ja, weil die auf Kreta kämpfenden deutschen Regimenter vom Herzogtum Braunschweig-Lüneburg entsandt waren, einem Vorgänger des Bundeslandes, in dem ich wohne. Ihr Herzog residierte im Celler Schloß. Viele der Soldaten stammten aus Südniedersachsen, meiner engeren Wahlheimat.

Soldatenlexikon erschienen

Die kirchlichen und staatlichen Schriftquellen stecken voller Informationen. Weiterlesen

Die musikalischen Kannibalen

Moulin Rouge in Köln aufgeführt

Als Kind faszinierten mich Kaleidoskope. Drehte ich eines, erzeugte es in seinem Innern immer wieder andere geometrische Muster. Und doch beruhten sie nur auf der ewigen Rekombination immer wieder derselben Plastikelemente. Es konnte sich nichts grundlegend Anderes oder Neues bilden, nur die ewige Wiederkehr des prinzipiell Gleichen.

Ein Kaleidoskop ist nicht kreativ. Es würfelt nur immer dieselben Einzelelemente durcheinander und kehrt das Untere zuoberst. Wie eine Handvoll Würfel in einem Würfelbecher nur eine mathematisch berechenbare Höchstzahl an Wurfkombinationen hervorbringen kann, ist auch ein Kaleidoskop ästhetisch, aber steril.

Das trifft auch den Kern unserer Popkultur. Sie feiert eine späte Blüte in einem Bühnenstück namens Moulin Rouge, das seit November 2022 auch in Deutschland aufgeführt wird: Atemberaubend wie ein Kaleidoskop schwelgt es in üppigen Formen und Farben, verharrt in ewiger Wiederkehr musikalischer Versatzstücke und verendet in rührseligem Bühnenkitsch einer schwindsüchtig dahinsterbenden La-Boheme-Mimi, die hier Satin heißt. Weiterlesen

Für Gott und Vaterland? Es kann nur einen geben.

Niemand kann zwei Herren zugleich dienen

Nur ein Narr meint, er könne zwei Hasen auf einmal schießen. Das wußte schon Sebastian Brant 1494 und machte sich in seinem berühmten Buch „Das Narrenschiff“ darüber lustig.

Niemand kann zwei Herren dienen und gleichzeitig auf Befehl des einen den einen Hasen sowie auf Befehl des anderen einen anderen Hasen schießen.

Von Narren wimmelt es heute immer noch  in Deutschland. Das sind Leute, die sich gleichzeitig gegenläufigen Interessen verdingen. Dabei müssen sie immer wieder die einen oder die anderen Pflichten vernachlässigen oder ihnen gar zuwiderhandeln.

Für Rechtsanwälte regelt das Strafrecht: Ein Anwalt, der einen Mandanten und dessen Gegner zugleich dient, kann sich wegen Parteiverrats strafbar machen.

In unserem Parteienstaat ist es aber den Mitgliedern der Bundesregierung gestattet, neben dem Regierungsamt ein Abgeordnetenmandat wahrzunehmen. Zu diesem Mandat sind Abgeordnete durch ihre Partei gekommen, die sie auf die Landesliste gesetzt oder als Direktkandidaten aufgestellt hat. Weiterlesen

Sterbendes Volk – können wir uns den Strick nehmen?

Die anderen werden ständig mehr und wir weniger. Jetzt jammern über Fachkräftemangel politische Kräfte, die verantwortlich sind für die seit Jahrzehnten Jahr für Jahr verhüteten oder abgetriebenen Kinder. Unter der Fahne der Emanzipation wurden ganze Generationen Ungeborener ins Klo gespült. An ihrer Stelle besiedelte man zum Beispiel Berliner Stadtteile mit Orientalen.

Daß wir Eingeborene der Industriestaaten Nordamerikas und Europas weniger werden, ist empirisch nicht zu leugnen. In den USA schrumpfen sogar alle ethnischen Bevölkerungsgruppen. Heute möchte ich meine Leser mit den wirklichen Gründen für unsere Bevölkerungsschrumpfung und die tägliche Ersetzungs-Migration vertraut machen. Sie beruht keineswegs auf verschwörerischen Geheimplänen, sondern ist von der Demographie erforscht.

Geburtenrückgang schon im alten Rom

Der Geburtenrückgang ist eine alte Erfahrung zivilisierter Staaten und wurde schon von Polybios beschrieben.

Bereits das römische Reich litt unter Geburtenrückgang der Römer selbst. Weiterlesen

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