Klaus Kunze

Kategorie: Allgemein Seite 45 von 50

Die deutschen Neurosen

„Psychische Störungen und vor allem Neurosen sind alles andere als selten: Sie entwickeln sich zu Volkskrankheiten.“

Kann auch ein ganzes Volk neurotisch werden? Das würde dem Begriff Volkskrankheit einen ganz neuen, vielleicht aktuellen Sinn verleihen. Im Vergleich der zwischenmenschlichen Atmosphäre der vergangenen Jahrzehnte drängt sich der Eindruck auf, Deutschland verwandele sich nach und nach in ein Tollhaus.

Haben sie schon einmal die Gesichter sogenannter Aktivisten betrachtet, wenn sie Auge in Auge mit ihren Gegnern konfrontiert sind? Sie verwandeln sich dann in haßerfüllte, verzerrte Wutgesichter. Schrille Töne dominieren. Aber man hört sich schon lange nicht mehr zu. Man schreit sich nur noch nieder. Polizeiketten verhindern den Bürgerkrieg auf den Straßen noch.

Was passiert da in den Köpfen? Was verwandelt bei immer mehr Menschen eine stimulierende Angst in irrationale Panik? Was treibt sie von begründeter Sorge in die Hysterie? Weiterlesen

Antirassismus als Herrschaftsideologie

Zweifelsfrei war der historische Rassismus eine Herrschaftsideologie. In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts teilten die USA und europäische Mächte die Welt unter sich auf. Am Schluß herrschte England über ein Fünftel der Erde. Den Ureinwohnern brachten man, so ihre Überzeugung, die Zivilisation. Vom Prärieindianer bis zum Australneger galten die Eingeborenen als Primitive, und das nicht nur hinsichtlich ihrer fehlenden „Zivilisation“:

Charles Darwin hatte nämlich die Gesetze von Mutation und Selektion entdeckt. Die Evolutionsbiologie steckte noch in den Kinderschuhen und schwankte zwischen richtigen Beobachtungen und zu weit gehenden Schlußfolgerungen. In der Öffentlichkeit setzte sich schnell der von Darwins Gegnern befeuerte Eindruck von der Evolutionstheorie fest, sie betrachte „den Affen“ als Vorfahren „des Menschen“. Die Evolution als eine lineare Entwicklung von etwas Niederem zu etwas „Höherem“ aufzufassen, lag nahe.

Als Motor der Selektion stellte man sich lange vor, es überlebe und pflanze sich weiter fort, wer objektivierbar überlebenstauglicher sei als der andere. Weiterlesen

Die deutsche Weihnacht

von Hermann Tögel [1]

Aus fremden Landen und aus fernen Zeiten ist das Weihnachtsfest zu uns gekommen. Zuerst feierten griechische Christen am 6. Januar, weil sie an diesem Tage früher als Heiden das Geburtsfest des Fruchtbarkeits-, Wein- und Begeisterungsgottes Dionysos begangen hatten, anfangs die Vereinigung des himmlischen Christus mit dem Menschen Jesus in der Taufe, später die Geburt Jesu.

In Rom bemächtigte sich die Kirche des volkstümlichen Lichttages des „unbesiegten Sonnengottes“ und gedachte deshalb am 25. Dezember 354 zum ersten Male der Fleischwerdung Gottes in der Geburt des Kindes Jesus.[2]

Was konnten diese fremdartigen griechischen und römischen Gedanken dem deutschen Volksgemüt bieten? Es ist verständlich, daß das Geburtsfest jesu in Deutschland nicht sofort volkstümlich geworden ist. Erst nach dem Jahre tausend wird das liebe Wort „Weihnacht“ gebildet..

Aber das deutsche Volk durchtränkte das kirchliche neue Fest allmählich mit seinen warmen Gefühlen. Weiterlesen

Trump und der Gashahn

Wenn ein Glaubenssystem zusammenbricht, gibt es gewöhnlich Tränen. Die Gläubigen verstehen die Welt nicht mehr. So ereilt auch die langjährigen Funktionseliten unseres Landes seit 2015 ihr Schicksal. Die Wirklichkeit ist über sie hereingebrochen.

Ihr verträumter Glaube hatte darin bestanden, endlich die vermeintlichen Irrwege der deutschen Geschichte hinter sich gelassen zu haben. In alle vier Himmelsrichtungen gaben sie Freundschaftserklärungen an alle Welt ab. Sie wähnten, damit das Phänomen der Feindschaft endgültig besiegt zu haben. Ab jetzt, waren sie sich sicher, würde uns alle Welt nur noch freundlich behandeln. Diesem Glauben entsprach operativ der Multilateralismus. Eingebunden in ein weltweites Netz von Verträgen sollte Deutschland nie wieder gefährliche Sonderwege beschreiten. Sie sahen ja so herrlichen Zeiten entgegen.

Bestärkt wurde diese Weltsicht durch den scheinbar genialen Einfall, man könne alle zwischenmenschlichen Konflikte durch Diskurs lösen. Wenn alle einander in einer idealen Gesprächssituation nur geduldig zuhörten, würde sich gewiß ein Konsens herausbilden. Weiterlesen

Dämmerstunde

Zuckst um die Lampe im Nu,
Grauflügelein du
Wie mein Gedanke schnell
Traumlicht der Zeiten grell.

Flieg mein Gedanke geschwind,
Wir wünschen uns ein Kind.
Goldener Sonnenstrahl
Ihr erstes Lächeln einst sah.

Sause nur, Graufalter, sause
Mit deiner Flügel Gebrause
Fliehst in den Schatten zurück
Das Licht bracht dir kein Glück.

„Mama die Schule ist aus,
Komm flink zu dir nach Haus!“
Jauchzender Wirbelwind
In Haus und Hof unser Kind.

Grauer Falter, will dich fassen,
Kann von deinem Reiz nicht lassen.
Mußt mir stets enteilen,
Auf einem Fleck nie weilen.

Such dich in Zeit und Raum,
Mein blonder Mädeltraum.
Gedankenspuk in mir:
Warst du wirklich hier?

Es dämmert der Morgen, die Lampe erlischt
Durchs offene Fenster Graufalter zischt.
So kurz war die Zeit mit dir.
Ich danke dir dafür.

KK 1.8.2015

Kiefernschwärmer sind Dämmerstundenfalter
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Die Sache mit dem Neger

Wer die Sprache regelt, lenkt das Denken. Das wußte schon George Orwell. Er lebte in der Zeit des Totalitarismus. Stalinistische und nationalsozialistische Herrschaftstechniken suchten Worte aus dem allgemeinen Sprachgebrauch zu verdrängen und dadurch das Bewußtsein zu verändern. In Orwells weltberühmten Klassiker „1984“ müssen die Menschen „Neusprech“ benutzen. Es gibt vorgeschriebene und verbotene Worte.

Auch Hunde können denken, wenngleich nicht begrifflich. Wir Menschen vermögen uns durch abstrakte Symbole ausdrücken: als Worte und Begriffe stehen sie für eine Sache. Jeder sprachliche Begriff beinhaltet zugleich eine bestimmte Denkweise. Ohne das jeweils passende Wort können wir einen bestimmten Gedanken gar nicht denken und ein ein Gefühl nicht mehr nachempfinden, das uns jemand durch ein Wort nahebringen möchte.

In vielen Sprachen gibt es Wörter für Emotionen, die sich nur schwer in eine andere Sprache übersetzen lassen. So bezeichnet etwa der portugiesische Begriff »saudade« ein Gefühl der tiefen Melancholie, das durch das Verlangen nach etwas entsteht, was abwesend oder verloren ist.

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Die Krone der Schöpfung

Ja, wir Menschen dürfen zurecht stolz sein. „Krone der Schöpfung“ – das hört sich gut an.

Der Erfolg ist uns nicht nur mal so eben zugefallen. Unser Stolz ist wohlverdient. Verdienter Stolz gründet auf eigener Leistung.

Wir schufen die Krone der Schöpfung. Darf ich vorstellen? Hier ist sie:

Krone der Schöpfung – edelste Hundewürde vom Scheitel bis zur Sohle

Gewiß, es gibt auch anderes grandioses Menschenwerk: den Kölner Dom, Beethovens Symphonien, Homers Ilias. Aber diese Krone ist etwas Lebendiges. Das unterscheidet den Hund kategorial von allen materiellen und ideellen Werken. Er ist unser Freund und Partner.

Seit ungefähr 25000 bis 35000 Jahren begleiten uns Hunde treu an unserer Seite. Menschen schufen sie durch ständige Zucht aus Wölfen. Sie vermögen sich mit ihren wilden Verwandten zwar noch zu paaren. Es gibt aber starke, im Genom verankerte Veränderungen. Weiterlesen

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