Klaus Kunze

Kategorie: Geschichte Seite 16 von 21

Die rituelle Verbeugung vor dem Zeitgeist

In hoch ideologischen Zeiten lebt es sich bequem, wenn man die vorgeschriebenen Rituale täglich befolgt. Wer mit dem Strom schwimmt, hat meistens nicht zu befürchten.

Zu den rituellen Glaubensbekenntnissen gehört heute in Amerika und Europa das Mantra: Alle Menschen sind gleich. Wer es in vorschriftsmäßiger Weise abspult, darf auf Gnade hoffen, jedenfalls mit Milde rechnen. Sofort im nächsten Satz kann er dann ungeniert loslegen und begründen, warum das genaue Gegenteil richtig ist.

Lesen Sie einfach mit eingeschalteter Logik diese Erklärung der Universität Lübeck vom 18. September 2020:

Alle Menschen sind gleich, und doch ist jeder Mensch einzigartig. Das liegt zum Teil an Erziehung und Umwelt, aber größtenteils auch an der Herkunft unserer Gene, die in der DNA, dem Bauplan des Lebens, kodiert sind. Die genetische Ausstattung des Menschen unterscheidet sich weltweit und bestimmt nicht nur das Aussehen, sondern auch die Anfälligkeit für Krankheiten und das Ansprechen auf Medikamente.

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Lebensbilder aus dem alten Weserbergland

Wer nicht weiß, woher er kommt, kann auch nicht wissen, wohin er geht. Wenn Philosophie munter beschwingt von Abstraktionsgipfel zu Abstraktionsgipfel klettert, sieht sie manchmal die konkreten kleinen Menschlein tief drunten im Tale nur noch als ameisenhafte Pünktchen. Vieles erkennt man nur aus ihrer Vogelperspektive.

Während sie aber eine rein zerebrale Übung ist und sich ausschließlich in unseren Köpfen abspielt, wollen wir die wirklichen Menschen nicht vergessen, die sich alle jene hübschen Konstruktionen ausgedacht haben, die manche Philosophen zu oft mit der Realität verwechselt haben. Die Lebensgeschichten wirklicher Menschen bilden die empirische Basis, an der keine Philosophie vorbeikommt, will sie sich nicht den Vorwurf gefallen lassen, in der Echokammer ihres Elfenbeinturmes zu hausen und Spinnenbeine zu zählen.

Darum ist die Geschichtsforschung eine Wissenschaft, die vergangene Realität beschreibt, bevor sie diese vielleicht zu deuten wagt. Wir möchten hier wissen: Wie war es einst wirklich, sagen wir einmal: zum Beispiel im Weserbergland zwischen Hannoversch Münden und dem Solling zwischen dem 16. Weiterlesen

Der Königskinder-Inzest der Piktenherrscher

Empirie oder Ideologie?

Der Methodenwettstreit zwischen Natur- und Geisteswissenschaften tobt unverändert heftig. Wer harte Fakten nachweist, ist nur scheinbar im Vorteil. Früher konnte man dafür von der kirchlichen Inquisition auf den Scheiterhaufen gestellt werden. Heute wird man als Professor schon mal aus dem Hörsaal geprügelt. Gestern wurde berichtet, wie der US-Physiker und Genetiker Hsu, Vizepräsident der Universität Michigan, weggemobbt wird.

Fakten haben aber einen langen Atem. Nur in den Köpfen mancher Leute halten Hirngespinste sich besonders lange, die das Wort Empirie nur mit Mühe buchstabieren können und zu lange im Staub ihrer Studierstuben verbracht haben, ohne zu lüften. Jean Jacques Rousseau glaubte im 18. Jahrhunderte eine glänzende Idee zu haben.

Menschliche Gesellschaft, verkündete er 1762, sei durch Abschluß eines Gesellschaftsvertrages gegründet worden. Vorher hätten sie in einem ungeselligen „Naturzustand“ gelebt. Mit Abschluß des contrat social hätten sie dann ihre „ursprüngliche Freiheit“ zugunsten gesellschaftlicher Bindungen und Verpflichtungen aufgegeben. Weiterlesen

Die Dialektik des Rassismus

… ist ein Problem des Anti-Rassismus

Dialektik ist eine feine Sache. Sie führt dazu, daß sich eine ideologische Forderung logisch selbst überrunden kann. Das geschah bereits bei der Dialektik der Aufklärung, und auch „die Geschichte“ soll schon ein Opfer der Dialektik geworden sein.

Heute beobachten wir die Dialektik des Rassismus. Gegen diese traten egalitaristische Hypothesen an. Sie behaupteten, alle Menschen seien gleich. Damit meinten sie ursprünglich „moralisch“, oder richtig ausgedrückt: metaphysisch gleich. Diese „fundamentale Menschengleichheit“ wird oft vom Verfassungsschutz wie eine Fliegenklatsche benutzt, um rechte Verfassungsfeinde zu markieren: Sie verneinen angeblich die „aus dem Grundgesetz folgende fundamentale Menschengleichheit.“

Diese besagt, daß alle Menschen in ihrem Menschsein gleich sind, also gleichwertige Personen. Dieses Postulat war eine Frucht der französischen Revolution von 1789 und drückte sich in deren Forderung nach egalité aus: Es durfte keine Standesunterschiede zwischen Menschen mehr geben, also keine hochwohlgeborenen Herrschaften hier und ihr Gesinde dort. Weiterlesen

Alles fließt

Die Geschichte beschleunigt sich

„Panta rei“, wußten schon alte Griechen: Alles fließt. Der Generation unserer Eltern und Großeltern war das noch bewußter als vielen, die nach dem letzten Weltkrieg geboren sind. Manchen erinnerte der Lauf der Geschichte an eingeschlafene Füße: Das Ende der Geschichte sei gekommen, gurute Francis Fukuyama.

Die anscheinend nicht zu bremsende Bevölkerungsexplosion in Übersee und die erkennbare Endlichkeit der globalen Ressourcen beschleunigt Entwicklungstendenzen, die wir selbst in Gang gesetzt haben. Wem bestimmte Völker die ständige Verdoppelung ihrer Zahl letztlich zu verdanken haben, liegt auf der Hand. Ohne die Segnungen europäischer und amerikanischer zivilisatorischer Errungenschaften würden viele heute noch im geschichtslosen Schlummer ihrer Eingeborenenkulturen vor sich hin träumen.

Waren nicht auch wir glücklicher, damals, als im Europa der Steinzeit und Bronzezeit Jahrhundert um Jahrhundert vor sich hin floß, ohne daß sich im Alltag der Menschen etwas spürbar änderte? Man lebte ohne Plattenbauten, Atombombenarsenale, Giftmüll und Tarifverhandlungen vermutlich subjektiv und persönlich oft nicht minder glücklich als wir heute, trotz Donnerbalken, Zugluft im Gemeinschafts-Langhaus und der einen oder anderen Steinbeil-Keilerei mit den blöden Nachbarn vom Dorf nebenan. Weiterlesen

Keiner verstand zu deuten die Flammenschrift an der Wand

Die geschriebene Verfassung unseres Staates heißt Grundgesetz. In welcher Verfassung sich ein Gemeinwesen befindet, geht aber über die aufgeschriebenen Spielregeln weit hinaus.

Eine Staatsverfassung kann nur solange bestehen, wie sie der geistigen Verfassung seiner Bewohner und der materiellen Verfassung ihrer Lebensverhältnisse entspricht. Der Schweizer Philosoph Georg Kohler formulierte zu Recht:

Ordnung und kollektive Gesinnung, Institutionen und politische Kultur, müssen zueinander passen. Sie können einander befördern; sie können einander behindern (zuviel Kontrollmacht provoziert Sabotage und / oder den passiven Widerstand der Untertanen); gut geht das Ganze jedenfalls nur, wenn die objektiv-institutionelle Struktur und die subjektiv-bewußtseinsmäßige Moral aufeinander Bezug nehmen und etwa so in einem Wechselverhältnis stehen wie die Form und der Inhalt einer jeden gelungenen Äußerung menschlicher Kunstfertigkeit.

Georg Kohler, Bürgertugend und Willensnation, Zürich 2010, S.46.

Wenn es heutzutage in Berlin oder Hamburg mal wieder heftig kracht, passen offenbar für die linksextremistischen Milieus ihre Gesinnung und unsere staatlichen Institutionen nicht mehr zueinander. Weiterlesen

„Jetzt sind sie nun mal da“

Die große Umvolkung

Begriffe wie Umvolkung und Bevölkerungsaustausch sind höchst verdächtig. Das finden jedenfalls unsere Oberverdachtschöpfer vom Verfassungsschutz. Sie finden das vor allem dann, wenn Behördenleiter von der Politik ausgewechselt wurden und entsprechende Anweisungen von ganz oben ergehen.

Ein in Deutschland lebender linksextremer Türke hatte geraunt, die steigende Zahl von Ausländern in Deutschland und der demographische Rückgang der Deutschen selbst sei für ihn ein „Volkstod von seiner schönsten Seite.“ Das fanden Verfassungsschützer anscheinend nicht verdächtig. Als der Mann allerdings mal kurz nach Hause flog, nahmen sich seine Landsleute seiner an und sperrten ihn wegen verdächtiger Umtriebe lange ein.

Völker können aussterben. Schon der Begriff Völkermord legt nahe, daß es solche Ereignisse geben kann, daß sie aber unerwünscht sind. In der Weltgeschichte kam Völkermord gelegentlich vor. Von der Entdeckung über die Eroberung zur Auslöschung war der Weg manchmal kurz. Später wurde das Gemetzel gern verklärt: „This land is your land, this land is my land, this land is made for you and me“, sang Woody Guthrie. Weiterlesen

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