Ein zeitgeschichtliches Dokument
Paul Tröger, damals auch Chefredakteur der „Fußballwoche“, sagte einmal: „Ich lese jetzt nur noch Biographien.“ Gerade Autobiographien spiegeln oft wie keine zweite Literaturgattung die Zeitgeschichte. Ein halbwegs realistisches Bild früherer Epochen erlangt man nur, wenn man es aus erster Hand liest.
Eine solche erste Hand ist der 1933 in Schlesien geborene Klaus Eckhard Kunze. Mit Paul Tröger, Robert Hübner und anderen wurde er 1967 Deutscher Mannschaftsmeister im Schach. Die Schachgemeinschaft des Kölner Stadtteils, SG Porz, zählte auch später zu den deutschen Spitzenvereinen.
Seine Schachlaufbahn begann er 1947 nach langem elternlosen Aufenthalt in einem Flüchtlingslager. Dem abgemagerten Oberschüler boten sich in Meisdorf am Harz wenig Alternativen, das im Kopf hungrig brennende Feuer zu füttern: kein Fernsehen, fast keine Bücher, kein Internet, keine geistigen Angebote. So wurde er denn zuletzt Schachmeister. Für einen „Spitzensportler der DDR“ gab es Vergünstigungen. Weiterlesen


