Klaus Kunze

Kategorie: Philosophie Seite 16 von 23

Kommt es auf das Sterben oder auf das Leben an?

Unser Grundgesetz hat nicht das Leben, sondern die Menschenwürde zum höchsten Verfassungsgut erklärt. Nicht daß wir alle sterben müssen, sondern wie wir leben, ist die unter uns Lebenden entscheidende Frage.

Sie ist eine Frage der inneren Haltung, die nur jeder für sich selbst beantworten und entscheiden kann. Unser Staat will uns ermöglichen, in Würde zu leben, zwingt uns aber nicht dazu. Jeder hat die Freiheit, sich selbst zu erniedrigen, vor vermeintlich Höherem auf den Knien herumzurutschen, sich bei Mächtigen einzuschleimen und zu katzbuckeln, ja sogar, sich sinnlos zu betrinken und besudelt in der Gosse zu landen.

Es ist eine Frage des persönlichen Geschmacks und des individuellen Stils einer Person, erhobenen Hauptes, gebeugten Knies oder gar besudelt durchs Leben zu gehen. Dränge ein Psychologe tief in eine Persönlichkeit ein, fände er gewiß die letzten Gründe unserer Verschiedenheit: Schwach und darum unterwürfig fühlt sich vielleicht der eine, stark und trotzig ein anderer. Weiterlesen

Spiel der Geschlechter und Zwist der Dogmatiker

Das Menschenbild: Nukleus aller politischen Theorie

Am Menschenbild scheiden sich alle politischen Geister. Realisten nehmen die Menschen achselzuckend, wie sie eben sind. Idealisten denken sich dagegen gern einen „Menschen an sich“ aus und schreiben ihm alle Eigenschaften zu, die ihr Ideal erfordert.

So war „der Mensch“ in moralischen Epochen „edel hilfreich und gut“, in religiösen Zeiten ein Sünder und mutierte in der demokratischen Epoche zum selbstbestimmten Bürger. Immer waren es Herrschaftsideologien, die irgendwelche ihnen passende Merkmale „des Menschen an sich“ behauptet haben, um mit politischen Verhaltensanweisungen anzuknüpfen.

Das Menschenbild ist das heißest umkämpfte politische Terrain unserer Zeit. Wer sich hier nicht argumentativ rüstet, wird in jeder Auseinandersetzung auf der Strecke bleiben. Nicht zuletzt das Bundesverfassungsgericht knüpft in detaillierter Rechtsprechung an eine liberale Ideenwelt an, derzufolge die staatliche Gemeinschaft um des Menschen willen da ist und nicht umgekehrt. Wer in diesem Punkt zum Beispiel Rechte der Einzelperson dem Erhalt unseres Volkes unterordnet, den erklärt es zum Verfassungsfeind. Weiterlesen

Abenddämmerung der Demokratie

Anscheinend nimmt die junge Generation Abschied von der Demokratie. Im Ergebnis von 160 Ländern gilt:

Die Mehrheit der „Millennials“, also der Altersgruppe der 25- bis 35jährigen, hat ein Problem mit der Demokratie. […] Erstmals steht eine Altersgruppe der 25- bis 35jährigen dem Konzept der Demokratie mehrheitlich skeptisch gegenüber. Keine vergleichbare Kohorte zuvor hatte sich auch nur annähernd so negativ geäußert.

Ramin Peymani, Die Cambridge-Studie: Das gestörte Verhältnis junger Menschen zur Demokratie, 2.11.2020

Die im Oktober 2020 erschienene Arbeit der Universität Cambridge ist im Internet nachlesbar. Offenbart sie einen Blick in unsere Zukunft? Diese wird dereinst von den jetzt Jungen gestaltet werden. Wie jede andere Generation vor ihnen sind sie unter konkreten gesellschaftlichen Bedingungen aufgewachsen. Deren Veränderung hat sich seit 200 Jahren von Generation zu Generation beschleunigt. Jede hat ihre spezifischen Schlüsselerfahrungen gemacht.

Offensichtlicher Wendepunkt war die Staatsschuldenkrise. Wer heute um die 30 Jahre alt ist, hat als Jugendlicher mitbekommen, daß seinerzeit nicht Währungen und Staaten gerettet wurden, sondern Finanzkonzerne und Großinvestoren.

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Tote Fische schwimmen mit dem Strom

Neuerdings bemißt sich der Wert eines Menschen nach seiner Gesinnung. Nachdem just ein Bundestagsabgeordneter überraschend starb, pries Armin Laschet ihn als „engagierten Demokraten“ und SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich als „angesehenen Sozialdemokraten“. Die meisten seiner Politikerkollegen stellten seine Gesinnung an die Spitze ihrer Würdigung.

Wahrscheinlich hätte es viel Wichtigeres gegeben, mit dem eine Lebensleistung und eine Persönlichkeit gewürdigt werden könnten. Bezeichnend für die gesellschaftliche Dominanz einer Ideologie ist es aber, alle Menschen primär politisch zu bewerten. Wer hier durchs Raster fällt, kann noch so klug oder tüchtig sein, liebenswert oder fleißig, künstlerisch begnadet oder literarisch produktiv: Das zählt alles nicht, wenn man einen Menschen nur durch die getönten Brillengläser seiner Weltanschauung betrachtet.

Auf unserer Gesellschaft lastet ein allgegenwärtiger Konformitätsdruck. Wer Karriere machen will, benötigt eine Schere im Kopf. Sie warnt ihm jederzeit, wenn er vermintes Gelände betritt. Dann bringt sie die Zunge zum Schweigen oder läßt ihn die üblichen, karrierefördernden Phrasen dreschen. Weiterlesen

Nacht über Paris …

… oder die strukturelle Gewalt des Islam

Nacht bricht über Paris herein. Es wird dunkler in Europa. Langsam erlöschen die Lichter unserer Kultur und Zivilisation.

Das Köpfen hat in Paris eine gute Tradition. Früher köpfte man hier Gegenrevolutionäre oder wen man dafür hielt. Am 16. Oktober 2020 wurde bei Paris der Lehrer Samuel Paty auf offene Straße geköpft. Es hatte einem 18jährigen Moslem nicht gefallen, daß Paty seinen Schülern anhand von Mohammed-Karikaturen erklärt hatte, was wir in Europa unter religiöser Toleranz verstehen. Auf Twitter verbreitete sich die Ansicht:

Samuel Paty wurde enthauptet, nachdem der Islamrat diese Fatwa gegen ihn aussprach und islamisierte Eltern seit Tagen gegen ihn hetzten. Er wurde vorher schon bedroht. Muslime und der Islam könnten die Ursache für diesen bestialischen Mord sein.

Verbreitete Twitter-Meldung 17.10.2020

Das linke Establishment in unserem Lande weist reflexhaft von sich, solche Morde hätten etwas mit der Religion des Islam zu tun, Die gleichen Leute sind aber sofort zur Stelle, wenn ein Polizist auf der Straße eine dunkle Gestalt kontrolliert, festnimmt oder dabei gar Gewalt anwendet. Weiterlesen

Warum Kultur so politisch ist

Alles ist potentiell politisch

Alles kann politisch sein. Ob Kultur politisch ist, ist keine kulturelle Frage. Es ist ausschließlich eine politische.

Das Politische vermag jedes andere Sachgebiet an sich zu ziehen und sich einzuverleiben. Ob die moderne Genetik mit dem Begriff Rasse noch etwas anfangen kann – hochpolitisch! Welcher Stamm vorzeitlicher Proto-Indianer setzte als erster seinen Fuß auf amerikanischen Boden – potentiell politisch! Die Hydrologie unseres Grundwassers im Hochsommer – politisch brisant! Selbst dem Liebesleben der Pflastersteine könnte eine eingefleischte Genderistin sicherlich noch eine politische Botschaft entlocken.

Der politische Generalangriff auf uns alle richtet sich gegen unsere Kultur. Zu ihr gehört alles, was uns als Deutsche prägt und unsere Identität begründet. Es gibt ausdrückliche „antideutsche“ Kräfte, die uns als Volk und als Land verschwinden lassen wollen. Das gelingt ihnen nicht, solange wir uns unserer nationalen Identität bewußt sind und diese verteidigen. Weiterlesen

Ideologische Killerviren

Was hat die Zweischwerterlehre mit dem Verfassungsschutz, und was die Freiheit des Christenmenschen mit Identitätspolitik? Wir werden sehen. Wie in einem Kriminalfilm werden wir den „Täter“ an seiner übereinstimmenden „Handschrift“ erkennen.

Die Zuchtrute Gottes

Schon zu Lebzeiten nannte man Gregor VII, von 1073 bis 1085 Papst, eine Zuchtrute Gottes. Stalin hat Jahrhunderte später gespottet: „Wieviel Divisionen hat der Papst?“ Gregor hatte keine, aber einen genialen Einfall. Früher verstand sich das Kaisertum als Schwert der Kirche. Gregor formulierte in seinem Dictatus Papae erstmals das Programm der päpstlichen Weltherrschaft, das Recht, den Kaiser abzusetzen und seine Lehnsleute von ihrem Treueid zu lösen.

Die Kirche lehrte jetzt, Gott hätte dem Papst zwei Schwerter gegeben, das geistliche und das weltliche. Dieses leite der Papst dem Kaiser weiter, womit die Unterstellung des Reiches unter die Kirche besiegelt wäre. Wenig begeistert hielt Kaiser Heinrich IV. dagegen, Gott selbst habe ein Schwert dem Kaiser zur weltlichen Herrschaft und eines dem Papst für die geistliche gegeben. Weiterlesen

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