Klaus Kunze

Sag mir, wo die Elfen sind!

Keine Angst, es gibt noch welche. Wir sehen sie nur nicht. Um Schmetterlinge zu sehen, müssen wir unsere Augen nur öffnen. Um Elfen zu sehen, müssen wir die Augen dagegen schließen.

Wir können wieder sehen lernen. Neon-Helligkeit hat unsere Augen geblendet. Alles Grelle und Bunte wird groß herausgezoomt – wozu da noch genau hinsehen? Für das Feine, das Kleine, schwanden uns die Sinne.

Hauhechel-Bläuling, Männchen, Eberhausen 21.5.2016

Und flach ist alle Tage unsere Augenwelt, flach wie ein Bildschirm. In die räumliche Tiefe zu sehen haben wir uns abgewöhnt. Darum sehen wir die Falter nicht mehr, auch wenn sie da sind. Und weil wir auch in die Seelentiefe nicht mehr schauen, sehen wir auch keine Elfen mehr.

Doch halt – huschte da nicht etwas von der Blüte aus unserem Gesichtsfeld? Ein Bläuling war es, ein Weibchen. Stahlblau prunken die Männchen, aber urlaubsbraun die Weibchen der Art. Weiterlesen

Die deutsch-amerikanische Echokammer

Medienerzeugte Scheinwelten

Eine heute auf allen Sendern verbreitete Studie hat festgestellt, daß US-Amerikaner und Deutsche ihr Verhältnis völlig verschieden sehen. 85% der Deutschen bewerten die Beziehungen zwischen den beiden Staat als negativ oder sehr negativ. 75% der Amerikaner beurteilen es als gut. Über diese Diskrepanz müssen wir uns nicht wundern.

Sie bildet die unmittelbare Folge ganz gegensätzlicher Medien-Berichterstattung übereinander auf beiden Seiten des Atlantiks. Zugleich wirft sie ein erschreckendes Licht auf die Methoden der Medien, eigene Echokammern zu bilden und „Medienkonsumenten“ in sie einzubinden, manchmal auch einzusperren. Amerikanische Medien berichten zu 75% Positives über die deutsch-amerikanischen Beziehungen, deutsche zu 85% negatives, so kann man die Meinungsumfrage auch interpretieren.

Wenn zwei Menschen sich täglich in die Augen sehen, läßt sich ein Konflikt zwischen ihnen nicht schönreden, Abneigung nicht leugnen, und Liebe bedarf keiner Worte. Jeder weiß, wie seine persönlichen Freunde zu ihm stehen. Weiterlesen

Die Funktionierenden

„Ich funktioniere bloß noch!“, klagte die junge Mutter. „Ich muß auch erst mal wieder zu mir selbst finden,“ antwortete ihre Freundin. „Alle zerren sie an mir, jeder in eine andere Richtung.“

Wie diese beiden fühlen sich viele Menschen zerrieben zwischen den Anforderungen von Familie, Beruf und einem Freizeit- und Urlaubrest, in dem sie sich vielleicht noch der Zeittaktung von Bahn und Flugzeug aussetzen. Ein Empfinden menschlicher Überforderung nimmt überhand. Es schlägt sich in Burn-out-Syndromen oder Depressionen nieder. Menschen besuchen „Selbstfindungskurse“ oder erhoffen sich Trost in esoterischer Weltflucht.

Diesen persönlichen Empfindungen entsprechen Beobachtungen dessen, was als gesellschaftlich erwünschtes Verhalten gilt. Jeder muß die ihm gestellten Anforderungen penibel erfüllen, weil das Ganze sonst nicht mehr funktioniert. Verschläft ein Lokführer, kommen die morgendlichen Pendlern zu spät zur Arbeit. Chaos bricht aus. Die auf Effizienz getrimmte industrielle Massengesellschaft funktioniert nur mit funktionierenden Menschen.

In ihrer Funktionslogik nimmt sie Menschen nicht mehr als Individuen wahr, sondern nur in ihrer jeweiligen Funktion. Weiterlesen

Jacob Freudenthals Aufklärung

Seit Ende des 17. Jahrhunderts sind Juden in Bodenfelde an der Weser nachweisbar.[1] Ihre Anzahl hat sich durch Zuzug wesentlich erhöht, seit auf die Eroberungszüge Napoleons die Gründung des „Königreichs Westphalen“ unter dessen Bruder Jerome folgte und frühere Zuzugsbeschränkungen wegfielen. Weggefallen waren damit auch alte Verbote für Juden, bestimmte Berufe auszuüben. Gleichwohl waren und blieben alle Bodenfelder Juden, soweit das anhand der Quellen festgestellt werden kann, Händler oder Kaufleute.

Von einer Taufe eines Juden berichtet das Kirchenbuch Bodenfelde nur einmal: „Am 2.8.1818 ist der Israelit Bar Isaak mit dem Zunamen Mannsberg nach ergangenem Unterricht bei dem Herrn Pastor und in Gegenwart einer zahlreichen Versammlung öffentlich getauft worden, alt 23 Jahr – Zeugen bei dieser Handlung waren Herr Bippart Inhaber der Spiegelhütte Amelith, Herr Assessor Salfeld zu Nienover, Herr Dr. Lutz zu Uslar Herr Pastor Görk zu Lippoldsberg und Herr Kaufmann Fischer daselbst, Herr Factor Wessel ebendaselbst, Herr Gestütmeister Rente in Neuhaus. Weiterlesen

Gender – und ist’s auch Wahnsinn, so hat es doch Methode

Worin diese Methode besteht, können Sie jetzt nachlesen in einem Sonderdruck des Deutschland-Magazins.
Herausgeber: Die Deutschen Konsevativen e.V.

1. Der Genderismus ist Teil einer komplexen Angriffsstrategie auf die freiheitliche Grundordnung, verkörpert durch unseren Staat und gesellschaftliche Institutionen wie die Familie.

2. Die Methode der Zersetzung besteht in der Dekonstruktion und Delegitimierung aller herkömmlichen Vorstellungen von gesellschaftlicher Normalität.

3. Historisch ist sie hervorgegangen aus Theorien in den USA arbeitender Psychiater, denen zufolge die deutsche Machtentfaltung auf die autoritäre Persönlichkeitsstruktur des deutschen Mannes zurückzuführen und nur durch umfassende Umerziehung dauerhaft zu verhindern sei.

4. Einen zentralen Angriffspunkt bietet der Normalmann mit allen die normale Männlichkeit begleitenden gesellschaftlichen und biologischen Implikationen. 

5. Ziel ist eine neue Männergeneration, die sich nicht im herkömmlichen Sinn als Mann versteht. Sie soll die Eigenschaften der Disziplin, Ordnung, Sauberkeit und Männlichkeit nicht mehr aufweisen.

6. Der Dekonstruktivismus abstrahiert bewußt von jedweder anthropologischer und historischer Empirie und behauptet, Mann, Frau und Familie seien nichts als beliebige Gedankenkonstruktionen und Produkte gesellschaftlicher Konvention ohne einen unveränderlichen, objektivierbaren Kern. Weiterlesen

Die Geburt des kosmischen Bewußtseins aus dem Geist der Aufklärung

Alles hat keinen Sinn. Gäbe es Götter, müßten wir ihnen dafür auf den Knien danken. Wir Menschen haben nämlich die Fähigkeit zur Sinnstiftung. Was würden wir wohl mit ihr anfangen, wenn schon alles einen Sinn hätte? Wir können allem einen Sinn geben, für welchen auch immer wir uns entscheiden.

Es geht nicht um den Sinn im kleinen Maßstab. Schmieden wir uns ein Werkzeug, dann geben wir ihm den Sinn und Zweck, eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen. Das ist aber nicht die große Sinnfrage. Die beschäftigt uns beim Blick in den gestirnten Himmel: „Leuchten die für uns, Geliebter?“ „Ja, Liebste, ich schenke dir den hellen da rechts oben!“

Die Astronomie belehrt uns mittlerweise über das Werden und Vergehen von Sternen seit Jahrmillarden. Menschen gibt es seit ein paar hunderttausend Jahren, je nach dem, ab welcher Entwicklungsstufe wir sie so nennen mögen. Was haben unsere Vorfahren nicht alles an Gefühlen und Erwartungen in Sterne gelegt! Weiterlesen

Wir Autonome

Lob der Autonomie! Der steinewerfende „autonome“ Bürgerschreck ist gar kein Autono­mer, er ist bloß töricht. Wer dagegen als braver Bürger die staatlichen Gesetze nur um des lie­ben Friedens willen einhält, darf sich mit Recht autonom nennen. Ungefährlich ist der Kriminelle, der die Rechtsordnung an sich anerkennt. Ge­fährlich ist der dem Ge­setz äußerlich Gehorsame, der dessen mora­lischen Wurzeln untergräbt. Nur er ist der Auto­nome. Laßt uns von ihm reden!

Autonom ist nicht der Anarchist, der von der Gesetzlosigkeit träumt. Gäbe es sie, dann wäre eben die Anarchie das Gesetz, nach dem alle anzutreten hätten. Die sozia­len Spielregeln müssen nicht staatlich ver­ordnet sein. Die Regeln des Zusammenle­bens bestimmt, wer die Macht dazu hat, das für ihn und die Seinen Günstige allge­mein durchzusetzen. Hält einer für sich die Friedfertigkeit und das allgemeine Konsens­prin­zip für vorteilhaft, während der andere auf größere Ge­walt setzt, entscheidet die Macht, ob der Fried­liche dem Unfriedli­chen den Frie­den aufzwingt oder umge­kehrt. Weiterlesen

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