Früher gab es intelligente Linke. Von den intelligenten Linken der 1968er-Generation sind viele inzwischen politisch weit nach rechts gerückt. Mit zunehmendem Lebensalter gerät doch mancher in engen Kontakt mit dem realen Leben. Mein Vater pflegte mir früher schon zu sagen: „Wer mit 18 kein Kommunist ist, hat kein Herz, und wer es mit 40 noch ist, hat keinen Verstand.“
Von intellektuellen Linken liest man immer weniger. 1989 brach der real existierende Sozialismus flächendeckend zusammen. Von diesem Schicksalsschlag haben sie sich nicht erholt. Viele flüchteten sich in einen neuen gefühligen Moralismus ohne konsistente Ideologie im alten, marxistischen Sinne. Die Zeit ihrer großen weltanschaulichen Entwürfe ist vorbei.
Ein paar Epigonen gibt es noch. Sie versuchen verzweifelt, den Anschluß an das intellektuelle Niveau früherer Linker zu halten. Es gelingt ihnen nicht. Da ihnen „der Kapitalismus“ als Feindbild abhanden bekommen ist und sie keine Erlösungsutopie mehr anzubieten haben, arbeiten sich manche an einem neuen Feindbild ab. Weiterlesen


