Klaus Kunze

Kategorie: Geschichte Seite 17 von 22

Die Dialektik des Rassismus

… ist ein Problem des Anti-Rassismus

Dialektik ist eine feine Sache. Sie führt dazu, daß sich eine ideologische Forderung logisch selbst überrunden kann. Das geschah bereits bei der Dialektik der Aufklärung, und auch „die Geschichte“ soll schon ein Opfer der Dialektik geworden sein.

Heute beobachten wir die Dialektik des Rassismus. Gegen diese traten egalitaristische Hypothesen an. Sie behaupteten, alle Menschen seien gleich. Damit meinten sie ursprünglich „moralisch“, oder richtig ausgedrückt: metaphysisch gleich. Diese „fundamentale Menschengleichheit“ wird oft vom Verfassungsschutz wie eine Fliegenklatsche benutzt, um rechte Verfassungsfeinde zu markieren: Sie verneinen angeblich die „aus dem Grundgesetz folgende fundamentale Menschengleichheit.“

Diese besagt, daß alle Menschen in ihrem Menschsein gleich sind, also gleichwertige Personen. Dieses Postulat war eine Frucht der französischen Revolution von 1789 und drückte sich in deren Forderung nach egalité aus: Es durfte keine Standesunterschiede zwischen Menschen mehr geben, also keine hochwohlgeborenen Herrschaften hier und ihr Gesinde dort. Weiterlesen

Alles fließt

Die Geschichte beschleunigt sich

„Panta rei“, wußten schon alte Griechen: Alles fließt. Der Generation unserer Eltern und Großeltern war das noch bewußter als vielen, die nach dem letzten Weltkrieg geboren sind. Manchen erinnerte der Lauf der Geschichte an eingeschlafene Füße: Das Ende der Geschichte sei gekommen, gurute Francis Fukuyama.

Die anscheinend nicht zu bremsende Bevölkerungsexplosion in Übersee und die erkennbare Endlichkeit der globalen Ressourcen beschleunigt Entwicklungstendenzen, die wir selbst in Gang gesetzt haben. Wem bestimmte Völker die ständige Verdoppelung ihrer Zahl letztlich zu verdanken haben, liegt auf der Hand. Ohne die Segnungen europäischer und amerikanischer zivilisatorischer Errungenschaften würden viele heute noch im geschichtslosen Schlummer ihrer Eingeborenenkulturen vor sich hin träumen.

Waren nicht auch wir glücklicher, damals, als im Europa der Steinzeit und Bronzezeit Jahrhundert um Jahrhundert vor sich hin floß, ohne daß sich im Alltag der Menschen etwas spürbar änderte? Man lebte ohne Plattenbauten, Atombombenarsenale, Giftmüll und Tarifverhandlungen vermutlich subjektiv und persönlich oft nicht minder glücklich als wir heute, trotz Donnerbalken, Zugluft im Gemeinschafts-Langhaus und der einen oder anderen Steinbeil-Keilerei mit den blöden Nachbarn vom Dorf nebenan. Weiterlesen

Keiner verstand zu deuten die Flammenschrift an der Wand

Die geschriebene Verfassung unseres Staates heißt Grundgesetz. In welcher Verfassung sich ein Gemeinwesen befindet, geht aber über die aufgeschriebenen Spielregeln weit hinaus.

Eine Staatsverfassung kann nur solange bestehen, wie sie der geistigen Verfassung seiner Bewohner und der materiellen Verfassung ihrer Lebensverhältnisse entspricht. Der Schweizer Philosoph Georg Kohler formulierte zu Recht:

Ordnung und kollektive Gesinnung, Institutionen und politische Kultur, müssen zueinander passen. Sie können einander befördern; sie können einander behindern (zuviel Kontrollmacht provoziert Sabotage und / oder den passiven Widerstand der Untertanen); gut geht das Ganze jedenfalls nur, wenn die objektiv-institutionelle Struktur und die subjektiv-bewußtseinsmäßige Moral aufeinander Bezug nehmen und etwa so in einem Wechselverhältnis stehen wie die Form und der Inhalt einer jeden gelungenen Äußerung menschlicher Kunstfertigkeit.

Georg Kohler, Bürgertugend und Willensnation, Zürich 2010, S.46.

Wenn es heutzutage in Berlin oder Hamburg mal wieder heftig kracht, passen offenbar für die linksextremistischen Milieus ihre Gesinnung und unsere staatlichen Institutionen nicht mehr zueinander. Weiterlesen

„Jetzt sind sie nun mal da“

Die große Umvolkung

Begriffe wie Umvolkung und Bevölkerungsaustausch sind höchst verdächtig. Das finden jedenfalls unsere Oberverdachtschöpfer vom Verfassungsschutz. Sie finden das vor allem dann, wenn Behördenleiter von der Politik ausgewechselt wurden und entsprechende Anweisungen von ganz oben ergehen.

Ein in Deutschland lebender linksextremer Türke hatte geraunt, die steigende Zahl von Ausländern in Deutschland und der demographische Rückgang der Deutschen selbst sei für ihn ein „Volkstod von seiner schönsten Seite.“ Das fanden Verfassungsschützer anscheinend nicht verdächtig. Als der Mann allerdings mal kurz nach Hause flog, nahmen sich seine Landsleute seiner an und sperrten ihn wegen verdächtiger Umtriebe lange ein.

Völker können aussterben. Schon der Begriff Völkermord legt nahe, daß es solche Ereignisse geben kann, daß sie aber unerwünscht sind. In der Weltgeschichte kam Völkermord gelegentlich vor. Von der Entdeckung über die Eroberung zur Auslöschung war der Weg manchmal kurz. Später wurde das Gemetzel gern verklärt: „This land is your land, this land is my land, this land is made for you and me“, sang Woody Guthrie. Weiterlesen

Unsere dunkle Vergangenheit

Lichte Gegenwart

Eben setzt sich ein Schmetterling zu mir.  Seine Aufmerksamkeitsspanne ist kurz wie die eines durchschnittlichen Mediennutzers. Ich sitze still. Der Falter erkennt mich nicht als Mensch. Er fliegt zu einer Blume. Sollte ich ihm einen Strauß hinstellen? Lieber lasse ich ihn selbständig suchen und finden. Auch als Leser möchte ich nicht auf der ersten Seite schon erfahren, wer der Mörder ist. Jeder gute Krimi fängt ganz harmlos an.

Schmetterlinge flogen hier vor 10000 Jahren nicht. Es wuchsen auch keine Eichen, Kirschbäume Nußbäume und Kastanien. Heute ist Himmelfahrtstag, und der Himmel strahlend blau. Es ist warm. Wann haben Sie zuletzt daran gedacht, daß wir im Eiszeitalter leben?

Eiche, Nußbaum, Kastanien und Kirschbäume gab es hier in der Eiszeit noch nicht.

Dieses begann vor rund einer halben Million Jahren. Während der Saale-Eiszeit hätte ich hier den Kopf in den Nacken legen und die kilometerhohe Eiswand eines Gletschers hinaufblicken können. Weiterlesen

Wieviel Sozialismus brauchen wir?

Für eingefleischte Liberale befinden wir uns mitten im Sozialismus. Ihre Argumente haben etwas für sich. Es kommt immer darauf an, was man unter Sozialismus versteht. „DDR 2.0“ hört sich in ihren Ohren gruselig an. Für Linke flüstern die Worte eine Verheißung.

Für den einflußreichen Libertären Roland Baader (1940-2012) war seit Urvater Adam Smith klar: Wenn man alle Leute nur frei machen läßt, was in ihrem egoistischen Eigeninteresse liegt, entsteht aus der Quersumme allen Handelns wie von unsichtbarer Hand das Gemeinwohl. Baader rechnete vor, daß zwei Drittel aller direkt und indirekt erwirtschaftlichen Erträge in Deutschland vom Staat umverteilt werden: Sozialismus! Klarer Fall.

Für die Kollektivistin Elisabeth Wehling ist Umverteilung ein Reizwort, das sie gar nicht mag. In ihrem 2019 erschienen Buch (Politisches Framing, Wie eine Nation sich ihr Denken einredet) empfiehlt sie, wir sollten nicht mehr davon sprechen, dem Staat Steuern zu zahlen, sondern „Beiträge leisten“. Weiterlesen

Befreier und Befreite

Euphemismus als Mittel der Staatspropaganda

„Befreien Sie die ganze Welt!“, so lautet eine Aufgabe für einen Mitspieler in einem Gesellschafts-Brettspiel. Den augenzwinkernden Euphemismus „Befreiung“ statt der an sich gemeinten „Eroberung“ versteht jeder.

Euphemismen sind wohlklingende Phrasen zur Verschleierung der Wahrheit. Manchmal will oder sollte man mit salbungsvollen Worten verschleiern, was eigentlich geschieht. Nach ihrer moralischen Salbung erstrahlte so manche historische Untat als Heldentat.

Wer sich einem Patienten mit einer Todesspritze nähert, „erlöst“ ihn angeblich nur von seinem Leiden, wer Menschen zu Erschießungen zusammentreibt, „säubert“ ein Land, wer einmarschiert, „befreit“ es – alles völlig klar. Menschliche Tabubrüche darf man nicht offen beim Namen nennen, sie müssen hinter einem rechtfertigenden Begriffsnebel verschwinden. Er soll auch das eigene schlechte Gewissen verstummen lassen und mit gutem ermöglichen, was man sonst vielleicht lassen würde.

Kriege gelten als moralisch besonders fragwürdig und sind unbeliebt sowohl im Land der Angreifer als auch bei den Angegriffenen. Weiterlesen

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