Klaus Kunze

Kategorie: Philosophie Seite 18 von 23

Wieviel Sozialismus brauchen wir?

Für eingefleischte Liberale befinden wir uns mitten im Sozialismus. Ihre Argumente haben etwas für sich. Es kommt immer darauf an, was man unter Sozialismus versteht. „DDR 2.0“ hört sich in ihren Ohren gruselig an. Für Linke flüstern die Worte eine Verheißung.

Für den einflußreichen Libertären Roland Baader (1940-2012) war seit Urvater Adam Smith klar: Wenn man alle Leute nur frei machen läßt, was in ihrem egoistischen Eigeninteresse liegt, entsteht aus der Quersumme allen Handelns wie von unsichtbarer Hand das Gemeinwohl. Baader rechnete vor, daß zwei Drittel aller direkt und indirekt erwirtschaftlichen Erträge in Deutschland vom Staat umverteilt werden: Sozialismus! Klarer Fall.

Für die Kollektivistin Elisabeth Wehling ist Umverteilung ein Reizwort, das sie gar nicht mag. In ihrem 2019 erschienen Buch (Politisches Framing, Wie eine Nation sich ihr Denken einredet) empfiehlt sie, wir sollten nicht mehr davon sprechen, dem Staat Steuern zu zahlen, sondern „Beiträge leisten“. Weiterlesen

Die kollektivistische Sozialreligion

Vom Individualismus zum Kollektivismus

Menschliche Anschauungen wandeln sich nur allmählich. Es kann Jahrzehnte und Jahrhunderte dauern, bis neue Lebensverhältnisse sich in gewandelten Anschauungen niederschlagen. Die beherrschende Sichtweise der Deutschen änderte sich in den letzten anderthalb Jahrhunderten von einer bürgerlich-individualistischen hin zu einer sozialkollektivistischen Grundstimmung.

Diese formte sich langsam aus einem sozialen Klassenbewußtsein der untersten Schichten, nahm in der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft politische Gestalt an und beherrscht heute in Form eines hypertrophen Sozialstaatsdenkens die Szene.

Die materiellen, überwiegend agrarischen Lebensverhältnisse hatten bis zum 19. Jahrhundert eine hierarchisch strukturierte Gesellschaft geformt. Die oft adligen Grundbesitzer waren ursprünglich zu militärischer Gefolgschaft verpflichtet und lebten von ihren Gütern. Sie bildeten eine noch im 18. Jahrhundert auch durch Bildung und Einfluß abgrenzbare Funktionselite mit eigenem Standesethos.

Die Überzeugung, als Adliger etwas substanziell Besonderes zu sein, verlor mit der Bildung der industriellen Massengesellschaft im 19. Weiterlesen

Die unmoralische Zwangsmoral der Corona-Verordnungen

Wie sich die Moral selbst ad absurdum führt

Moral hat Hochkonjunktur. In unserem Lande wird moralisiert wie noch nie. Die Corona-Epidemie in Deutschland zeigt uns dabei die Schwächen moralisierender Appelle erbarmungslos auf. Wo Moral an Realität stößt, kann sie das Leben unlebbar machen und büßt sie ihren Alleinherrschaftsanspruch ein.

Moral entspringt menschlicher Denktätigkeit Wo Moralisten eine Herrschaft der Moral fordern, verlangen sie tatsächlich die Herrschaft derjenigen Menschen, die eine Kompetenz für sich beanspruchen, über den konkreten Inhalt der Moral und ihre Anwendung auf den Einzelfall bestens bescheid zu wissen. Das sind die beruflichen Moralphilosophen, es sind die Theologen, die schon immer zu wissen meinten, was gut und böse sei, und es sind Parteipolitiker. Diese halten rein zufällig immer genau dasjenige für moralisch geboten, was ihre Machtambitionen stützt.

Zur Zeit dürfen wir alle unsere Grund- und Freiheitsrechte nicht im Rahmen des sonst geltenden Rechts ausüben. Weiterlesen

Finanzkapitalismus: der neoliberale Extremismus

Der Liberalismus in seiner letzten Konsequenz macht alles zur Ware: Länder, Kulturgüter, sogar Menschen. So war es bei richtiger Analyse des internationalen Finanzliberalismus nicht verwunderlich, als heute, 2026, in den Epstein-Papieren ein globales Geflecht persönlicher Geldmacht offengelegt wurde, in dem unter anderem auch hübsche Mädchen wie Ware gehandelt wurden. Wo Geld und nur Geld regiert, sind die Reichsten automatisch auch die Mächtigsten und entziehen sich demokratischer und rechtsstaatlicher Kontrolle.

Darum sollten wir uns die philosophischen und politologischen Grundlagen dieses Extremismus der Liberalität immer wieder klar machen:

Warum unsere bürgerlichen Freiheiten bedroht sind und wer sie bedroht

Heute[1] um­gibt den Liberalismusbegriff ein von Kueh­nelt-Leddihn so be­zeich­ne­tes „semantisches Chaos sonder­glei­chen.“ Ganz unter­schied­liche hi­storische Strö­mungen haben libe­ra­les Gedankengut auf­ge­nommen und ver­stellen den Blick auf den ge­dank­­li­chen Kern der li­be­ralen Metaphysik: „der Präliberalismus eines Adam Smith, noch be­vor das Wort im politi­schen Sinne aufgetaucht war; der Frühli­be­ra­lismus, der ka­tholisch und aristokra­tisch war (Tocqueville, Mon­ta­lem­bert, Acton); der wirtschaftlich stark inter­es­sierte Altlibera­lismus (Cob­den, Mill, Mises, Hayek), der einem politi­schen Relati­vismus zu­neig­te und manchmal auch deistische Züge aufwies; der Neu­li­be­ra­lis­mus (Röpke, Rüstow, Briefs, Villey), der sich sehr wohl des Früh­libe­ra­­lismus erinnerte und sich besonders im deut­schen Raum entfal­te­te, wo er auch für das Wirt­schaftswunder pri­mär ver­antwort­lich war und schließlich ein Pseu­doliberalismus, der ameri­ka­ni­sche Wur­zeln be­sitzt und zu­neh­mend auch in Europa sein Unwesen treibt.“ Weiterlesen

Vom Aberglauben zur Wissenschaft

Von der Verwandlung des Totenkopfschwärmers vom Todesboten zum Studienobjekt

Zeichen sind bedeutsam. Sie kennzeichnen den Inhalt, auf dem sie aufgebracht sind. Wir benutzen sie seit der Steinzeit in vielfältiger Weise.

Viele Zeichen sind Symbole. Hinter ihnen stehen ganze Vorstellungswelten. Bis zur Aufklärung war eine dieser Vorstellungswelten die magische. Hinter den Dingen, wußte man von Platon, verbargen sich die wahren Dinge. Was hier mit den Augen sehen, sei bloße Erscheinung. Das Symbol aber steht für die wahre Natur dessen, was es symbolisiert.

Bis heute kennt unser Strafgesetzbuch Verbote, bestimmte Kennzeichen als Symbole zu benutzen. Dahinter steht die Hoffnung, mit den Symbolen könne man die hinter ihnen stehende Gedankenwelt verbieten. Eines dieser als verboten geltenden Symbole ist der Totenkopf in derjenigen graphischen Ausführung, die eine SS-Division geführt hatte. Weiterlesen

„Internationale Solidarität“ in der Corona-Not?

Nationale Solidarität ist das Gebot der Stunde

In der Not ist sich bekanntlich jeder selbst der Nächste. In meiner Studentenzeit erschollen des öfteren in der Kölner Universität rhythmische Sprechchöre kommunistischer Studentengruppen: „Hoch – die – internationale – Solidarität!“

Von internationaler Solidarität sehe ich weltwelt nichts. Ich sehe auch in Deutschland keine Anzeichen dafür, daß unsere Regierung sich nicht um uns sorgte, sondern um Infizierte aus anderen Ländern. In Venezuela etwa gäbe es viel zu helfen. Dieses Land hat seine sozialistische Regierung so abgewirtschaftet, daß die gesundheitsversorgung schon vor Corona vor dem Zusammenbruch stand. Landesweit gibt es dort 100 Intensivbetten mit Beatmungsgeräten.

Alles kommunistische Wortgeklingel von internationaler Solidarität dient nur der eigenen Ideologie
(UZ 21.2.2019)

Niemand hilft, natürlich nicht. Wenn alle in Not sind, bildet die Nation den Rahmen, in dem Solidarität sich entfaltet und außerhalb dessen sie endet. Weiterlesen

Huldigung der Weiblichkeit

Das Buch zum Weltfrauentag

Das aktuelle Buch zum Weltfrauentag huldigt dem ewig Weiblichen aus männlicher Sicht. Tatsächlich gibt es ewig Männliches und ewig Weibliches. Schon der Buchtitel ist eine Kampfansage an die Gender-Scharlatane, für die es nichts ewig Weibliches gibt, weil Mann und Frau nur gedankliche Konstruktionen seien. Wer sich dagegen als Mann oder als Frau selbst bejaht, lebt aus dem, was immer gilt. Er oder sie pfeift auf den Zeitgeist. Wer sich mit dem verheiratet, wird bald Witwe(r).

Eine Liebeserklärung an die weiblichen Frauen muß ein rotes Tuch sein für alle Gender-Scharlatane. Es paßt nicht in ihre Vorurteile, daß unsere Frauen in Wahrheit seit der Germanenzeit größte Hochachtung genossen. Die Phrase von der jahrtausendealten Unterdrückung der Frauen ist ein Märchen. In unserer Tradition stehen großartige, selbstbewußte Frauenpersönlichkeiten, soweit unsere historische Überlieferung reicht. Weiterlesen

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