Klaus Kunze

Kategorie: Philosophie Seite 14 von 23

Das geheime Deutschland: Realität oder Pararealität?

Solange ich Radio und Fernsehen ausgeschaltet halte, umfängt mich die Realität. Der Aus-Schalter ist ein Teil von ihr, ich kann ihn steuern.

Nicht steuern kann ich die Pararealität, die solche Geräte in mir erzeugen sollen: Radio-Neusprech aus Gender-Gaga, Koalitions-Vor-Vorverhandlungen, Hauen und Stechen in irgendwelchen Parteien, Skandale, Korruption. Es ist nicht meine Welt. Sie langweilt mich. Darum lasse ich sie nur selten in meinen Kopf. Ihr Anblick ekelt mich an.

Pararealität ist eine Scheinwirklichkeit, die es nur im Kopf gibt, in der Vorstellung. Die kann ein Traum sein oder auch ein Albtraum. Ich weigere mich, an den Schreckensvisionen der Medien teilzuhaben: Der Klimawandel ist ausschließlich menschengemacht und kann von Deutschland besiegt werden, die Millionen Orientalen in unserem Land sind „Flüchtlinge“, die Renten sind sicher, Corona wird uns bald alle wegraffen, die Kinderarmut nimmt zu. Weiterlesen

„Menschenverachtung“: Bannstrahl des gutmenschlichen Exorzismus

Vor Zeiten hatte war Blasphemie die schlimmste Sünde: Wer Gott leugnete oder schmähte, dem wurde schon mal kräftig eingeheizt. Heute ist „Menschenfeindlichkeit“ die Erzsünde unserer Tage.

Linke reden schnell von „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“. Haß gegen Reiche oder gegen „alte, weiße Männer“ gilt dagegen bei Linken als Tugend – ist das keine „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“?

Rainer Zitelmann auf Twitter 4.9.2021

So mahnte heute der liberale Publizist Rainer Zitelmann. Der Vorwurf der Menschenfeindlichkeit oder -verachtung ist zur stehenden Phrase aggressiven Gutmenschentums geworden. Mit „Menschenverachtung“ ist aber nicht gemeint, man dürfe keine individuelle Person verachten. Auch eine ganze Gruppe darf man durchaus beleidigen, schmähen und verachten, wie Zitelmann erkennt: weiße alte Männer zum Beispiel.

Wer jemandem den Vorwurf der Menschenverachtung wie einen Bannstrahl entgegenschleudert, verachtet ihn ja offenkundig auch und muß sich denselben Vorwurf gefallen lassen. Das merkt er allerdings nicht, weil er mit „Menschenverachtung“ etwas ganz anderes meint: Der andere mißachte nämlich die Heiligkeit des Menschen an sich, deren Abglanz ihm wie ein Splitter einer höheren Wesenheit innewohnt. Weiterlesen

Was schulden wir den Ortskräften unserer Regierung?

Um von ihrem vollständigen Desaster abzulenken, malen unsere Regierenden das Schicksal der Afghanen jetzt in den düstersten Farben. Für sie und ihre Propagandamedien sind alle Taliban üble Terroristen. Bald würden sie dazu übergehen, alle Frauen in komische Säcke mit Gucklöckern zu stecken, allen Dieben die Hände abzuhacken und alle Schwule von Häusern zu stürzen. Die „Ortskräfte“ der bisherigen deutschen Besatzung stehen scheinbar unmittelbar davor, massakriert zu werden.

Ob die jetzt gemäßigt auftretenden Taliban nur Wölfe sind, die Kreide gefressen haben, oder ob sie begriffen haben, daß sich auf Racheorgien und Unterdrückung kein stabiler Staat bauen läßt, werden wir bald wissen. Unsere Regierung übt sich bereits in der Kunst der Prophetie und leitet aus ihrer schwarzen Prognose ihre „moralische Pflicht“ ab, ins Flugzeug zu packen, wer eben kommt, und ihn nach Deutschland zu verfrachten. Weiterlesen

Soros, Schwab und Konsorten: Verschwörer und Verräter?

Jede Epoche hat ihre eigene Metaphysik. Nicht jede Religion paßt zu jedem Gesellschaftssystem. Je nach ökonomischen, demografischen und historischen Rahmenbedingungen wandelt sich der zeitbedingte Inhalt des Glaubens.

Strukturell ändert sich dabei aber nichts: die Funktionsweise jeder Gesellschaft benötigt ideelle Rahmenbedingungen, die ihrerseits genau diese und keine andere Funktionsweise begründen und in Gang setzen.[1]

Solange die materiellen Lebensbedingungen sich nicht ändern, können solche Systeme über Jahrhunderte stabil bleiben. Umbrüche wie die industrielle Revolution aber machen die „spirituellen“ Grundlagen alter Ordnungen brüchig. Das raubt der bisherigen Herrschaft die ideelle Legitimität: den Glauben der Beherrschten daran, daß genau diese Regierung mit universell geltenden Regeln in Einklang herrscht.

Das soll Religion sein?

Folgen die Fridays-for-future-Kinder einer Religion? Gibt es überhaupt einen strukturellen Unterschied etwa zu Fronleichnamsprozessionen?

Wer konfirmiert oder gefirmt ist und in dem Glauben aufwuchs, man sei eben entweder kirchentreu religiös oder gottlos, neigt zu einem engen Verständnis, was Religion ist. Weiterlesen

Die Feuer des Fanatismus brennen schon

Wer bist du? oder Was bist du?

Einer afp-Meldung zufolge hält eine Mehrheit von 61% unsere Gesellschaft für zerrüttet und sieht eine „Spaltung der Gesellschaft“.[1] Zwei Lager scheinen sich in einem geistigen Bürgerkrieg unversöhnlich gegenüberzustehen. Sprachlos und sich mißverstehend beargwöhnen sich nicht nur in Deutschland zwei geistige Strömungen. Doch nur wer seinen Gegner durch und durch verstanden und begriffen hat, vermag ihm standzuhalten.

Der Soziologe nickt wissend und zeigt seine Statistiken vor. Die geistigen Strömungen von Stadt und Land, manchmal von mehr oder weniger wohlhabend oder gebildet, fließen oft in unterschiedliche Meere. Der Politologe erklärt uns dann gern, zu welchen verschiedenen Gesellschaftsmodellen die geistigen Grundströmungen führen können. Aber alle diese Disziplinen sind nicht hilfreicher als eine Biologie in ihren Kinderschuhen, die Elefanten und Hamster für „gleich“ hält, weil beide Pflanzen-Freßsäcke sind, unterschieden nur, weil der eine in Afrika wohnt, der andere in Deutschland. Weiterlesen

Herrscher der Begriffe

Unsere schöne neue Welt enthält ein Universum schöner Begriffe wie Humanismus, Gerechtigkeit, Demokratie, Teilhabe, Wahrheit, Gleichberechtigung, Klimarettung, fairer Handel, Friede, Freude und Eierkuchen für alle. Alle diese schönen Worte sind leider, funktional gesehen, nur die Nasenringe, an denen man die Masse durch die Arena führt und wie einen Zirkusbären für sich tanzen läßt.

Ob diese Lehren ‚wahr‘ oder ‚falsch‘ sind, ist für die Welt der politischen Geschichte eine Frage ohne Sinn. Die ‚Widerlegung‘ etwa des Marxismus gehört in den Bereich akademischer Erörterungen oder der öffentlichen Debatten, wo jeder recht hat und die anderen immer unrecht. Ob sie wirksam sind, seit wann und für wie lange der Glaube, die Wirklichkeit nach einem Gedankensystem verbessern zu können, überhaupt eine Macht ist, mit der Politik zu rechnen hat, darauf kommt es an.

Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, S.1352.
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Wie die Lüge zur Wahrheit wird

„Wahrheit“ aus der Retorte

Wahrheit kann man heute machen, kann sie erzeugen und herstellen wie ein Produkt. In nie gekanntem Ausmaß bemächtigen Medien sich unserer Gehirne und installieren in ihnen eine Art Matrix vollendeter Fehlwahrnehmung. Sie läßt uns Dinge sehen, die in der Realität gar nicht existieren.

Auf der Plattform gettr.com las ich heute einen Nutzerbeitrag: „Wenn man Radio, Presse, Schule, Kirche, Kunst, Wissenschaft und Film kontrolliert, kann man jede Wahrheit in eine Lüge verwandeln, jeden Unsinn in Vernunft.“ Der anonyme Nutzer namens „Wahrheitssuche“ hat Recht.

Indem Millionen Deutsche wenigstens medial mit Mitgefühl und Sorge das Schicksal unserer Landsleuten in der Eifel verfolgen, baute sich ein uns fremd gewordenes Band der Solidarität auf.  Unzählige Menschen sahen die Helfer-Kolonnen aus allen Himmelsrichtungen in die Flutgebiete rollen. Am liebsten wäre jedermann mitgerollt, um aus tiefstem Gefühl der Verbundenheit mitzuhelfen.

Während ein plötzliches Gefühl lebendiger Gemeinschaft das ganze Volk verband, mußten die üblichen Verdächtigen im Rotfunk und Staatsfernsehen spalten und sahen ihre Chance zu politischer Hetze. Weiterlesen

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