Klaus Kunze

Kategorie: Politik Seite 36 von 47

Spiel mir das Lied von der Demokratie

Wie das Bundesverfassungsgericht unsere Politik entlarvt

Die Laienspielschar der früheren Volksparteien brachte das Rührstück „Demokratie“ auf die Bühne. Historisch bewanderte Zuschauer betraten das Theater in der Vorstellung, in einer Demokratie herrsche das Volk durch gewählte Vertreter über sich selbst. Die Athener Demokratie hatte das einst vorgelebt.

Juristisch gebildeten Zuschauerm war auch die Vorstellung vertraut, der Wille des Volkes könnte in einem gewählten Gremium wie dem Bundestag repräsentiert werden. Unser Grundgesetz läßt den Parlamentarismus noch als eine Form von Demokratie durchgehen. Selbst wenn die Volksvertreter ihrerseits Vertreter wählten wie den Bundespräsidenten, sollte doch eine demokratische Legitimationskette alle Staatsgewalt an eine Zustimmung des Volkes rückbinden.

Zu den zentralen Aufgaben der Volksvertreter im Bundestag gehört es, den Bundeshaushalt aufzustellen. Was mit unserem Geld geschieht, muß demokratisch entschieden werden. Selbst im Fürstenabsolutismus gab es Landstände als Vorläufer der Parlamente, über die ein Monarch sich bei der Bewilligung des Staatshaushalts nicht einfach hinwegsetzen konnte: Wer zahlt, schafft an. Weiterlesen

Die kollektivistische Sozialreligion

Vom Individualismus zum Kollektivismus

Menschliche Anschauungen wandeln sich nur allmählich. Es kann Jahrzehnte und Jahrhunderte dauern, bis neue Lebensverhältnisse sich in gewandelten Anschauungen niederschlagen. Die beherrschende Sichtweise der Deutschen änderte sich in den letzten anderthalb Jahrhunderten von einer bürgerlich-individualistischen hin zu einer sozialkollektivistischen Grundstimmung.

Diese formte sich langsam aus einem sozialen Klassenbewußtsein der untersten Schichten, nahm in der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft politische Gestalt an und beherrscht heute in Form eines hypertrophen Sozialstaatsdenkens die Szene.

Die materiellen, überwiegend agrarischen Lebensverhältnisse hatten bis zum 19. Jahrhundert eine hierarchisch strukturierte Gesellschaft geformt. Die oft adligen Grundbesitzer waren ursprünglich zu militärischer Gefolgschaft verpflichtet und lebten von ihren Gütern. Sie bildeten eine noch im 18. Jahrhundert auch durch Bildung und Einfluß abgrenzbare Funktionselite mit eigenem Standesethos.

Die Überzeugung, als Adliger etwas substanziell Besonderes zu sein, verlor mit der Bildung der industriellen Massengesellschaft im 19. Jahrhundert an Evidenz. Weiterlesen

Bundesverfassungsgericht setzt Verbot teilweise außer Kraft

Corona-Verordnung teilweise verfassungswidrig

Mit Beschluß vom 29. April 2020 hat das Bundesverfassungsgericht die Niedersächsische Corona-Verordnung vom 17.4.2020 in der Fassung vom 24.4.2020 teilweise außer Kraft gesetzt.

Sie verbot ausnahmslos:

(5) Verboten sind:
1. Zusammenkünfte in Vereinseinrichtungen und sonstigen Sport- und Freizeiteinrichtungen sowie die Wahrnehmung von Angeboten in Volkshochschulen, Musikschulen und sonstigen öffentlichen und privaten Bildungseinrichtungen im außerschulischen Bereich,
2. der kurzfristige Aufenthalt zu touristischen Zwecken in Zweitwohnungen,
3. Zusammenkünfte in Kirchen, Moscheen, Synagogen und die Zusammenkünfte anderer Glaubensgemeinschaften, einschließlich der Zusammenkünfte in Gemeindezentren,
4. alle öffentlichen Veranstaltungen, ausgenommen Sitzungen der kommunalen Vertretungen und Gremien sowie des Landtages und seiner Ausschüsse und Gremien.

Niedersächsische Corona-Verordnung vom 17.4.2020 in der Fassung vom 24.4.2020

Mit der Regelung zu Ziffer 3 griff die Landesregierung als Verordnungsgeber in die Grundrechte auf Religions- und Handlungsfreiheit ein. Nun müssen wir ja fast täglich in den Staatsmedien von bösen Buben hören oder lesen, deren heimliches Sinnen und Trachten nur darauf gerichtet ist, die freiheitliche demokratische Grundordnung zu unterwühlen. Weiterlesen

Ist Volkstreue verfassungsfeindlich?

Wie linke Verfassungsfeinde sich als Hüter der Verfassung aufspielen

Ist Volkstreue verfassungsfeindlich? Das hätten sie natürlich gern, unsere regierungsamtlichen Multikulturalisten und Finanzglobalisten. Das „deutsche Volk hat sich diese Verfassung gegeben“, heißt es immerhin in der Präambel des Grundgesetzes. Jetzt soll es verfassungsfeindlich sein, dieses Volk erhalten zu wollen. Mit einem Schlage möchten unsere Regierenden gern die gesamte nationale Opposition ins verfassungsrechtliche Abseits stellen.

Just nachdem der Verfassungsschutz das Institut für Staatspolitik zum Verdachtsfall erklärt hat, warnt von dort Benedikt Kaiser:

Mit Schüßlburner kann aber auch darauf hingewiesen werden, daß die Notwendigkeit, eine Politik zu betreiben, die dem Erhalt des Souveräns des Grundgesetzes, des deutschen Volkes also, staatlicherseits – durch das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe zementiert – ohne große Widersprüche als »extremistisch« gebrandmarkt werden kann.

Hier knüpft nahtlos eine zweite IfS-Studie an, die von Thor v. Waldstein erarbeitet wurde. Er zeigt, daß das, was bis vor wenigen Jahren eine Selbstverständlichkeit war – die Vorstellung, Deutsche in Deutschland sind das konstituierende Staatsvolk – zunehmend als Beleg für »Extremismus« herangezogen wird.

Weiterlesen

Bis hierher und nicht weiter!

Wir müssen den Marsch in den sozialen Kollektivismus stoppen

Die strikten, flächendeckenden Corona-Verbote unseres Staates sind verfassungswidrig. Sie verschieben das austarierte Gleichgewicht zwischen Individuum und Gesellschaft in die rote Zone eines vom Grundgesetz nicht vorgesehenen Kollektivismus. Die freiheitliche demokratische Grundordnung wird in ein vormundschaftliches System sozialer Umverteilung, verwandelt, flankiert von autoritärem Gesinnungsdruck und mit polizeistaatlichen Allüren.

Menschen sind gemeinschaftsbezogene Individualisten. Zwischen dem Interesse der Person an Freiheit und dem der Gemeinschaft auf Unterordnung unter ihre Spielregeln besteht ein ewiges Spannungsverhältnis. Wer dieses einseitig zugunsten des Individuums auflöst, wird Anarchist oder (libertär-) Liberaler. Sein Antipode ist der Kollektivist, der alles der Gemeinschaft unterordnet. Beides sind intellektuelle Kopfgeburten, die in der Realität nicht oder nur mit Gewalt funktionieren.

Unser Grundgesetz hatte dieses Spannungsverhältnis aufgelöst und die Rechte den Einzelnen mit denen der Allgemeinheit ausbalanciert.

Das Menschenbild des Grundgesetzes ist nicht das eines isolierten souveränen Individuums; das Grundgesetz hat vielmehr die Spannung Individuum – Gemeinschaft im Sinne der Gemeinschaftsbezogenheit und Gemeinschaftsgebundenheit der Person entschieden, ohne dabei deren Eigenwert anzutasten.

Weiterlesen

Die unmoralische Zwangsmoral der Corona-Verordnungen

Wie sich die Moral selbst ad absurdum führt

Moral hat Hochkonjunktur. In unserem Lande wird moralisiert wie noch nie. Die Corona-Epidemie in Deutschland zeigt uns dabei die Schwächen moralisierender Appelle erbarmungslos auf. Wo Moral an Realität stößt, kann sie das Leben unlebbar machen und büßt sie ihren Alleinherrschaftsanspruch ein.

Moral entspringt menschlicher Denktätigkeit Wo Moralisten eine Herrschaft der Moral fordern, verlangen sie tatsächlich die Herrschaft derjenigen Menschen, die eine Kompetenz für sich beanspruchen, über den konkreten Inhalt der Moral und ihre Anwendung auf den Einzelfall bestens bescheid zu wissen. Das sind die beruflichen Moralphilosophen, es sind die Theologen, die schon immer zu wissen meinten, was gut und böse sei, und es sind Parteipolitiker. Diese halten rein zufällig immer genau dasjenige für moralisch geboten, was ihre Machtambitionen stützt.

Zur Zeit dürfen wir alle unsere Grund- und Freiheitsrechte nicht im Rahmen des sonst geltenden Rechts ausüben. Weiterlesen

Unsere Angst: ihr Ring, uns alle zu knechten

Warum unsere Ängste ihre Macht stabilisieren

Angst zu schüren ist eine Methode der sozialen Disziplinierung.

In früheren Zeiten wurde sie gern unartigen Kindern gegenüber angewandt. Benahm sich der kleine Zögling bei Tische nicht, klopfte die Mutter von unten an den Tisch und sagte drohend: „Der Frost!“ – Bei kleinen Kindern wirkt das im ersten Augenblick und für eine Weile.

Zog ein Kind vor dem Spiegel Grimassen, hieß es: „Irgendwann bleibt die Dein Gesicht so stehen!“ – An eingebildeten Schrecknissen hat es nie gefehlt, Menschen einzuschüchtern und unter eine Knute zu zwingen. In langen Epochen ängstigte man die Menschen mit Teufeln, die überall auf der Lauer liegen, um Sünder zu quälen: „Sei fromm, sonst kommt der – du weißt schon wer – holen!“

Sünder, das sind die Ungehorsamen schwarzen Schäfchen, die fröhlich beiseite traben. Ihre Hirten habe ihre liebe Not mit ihnen, wenn sie die Herde beisammen halten wollen. Weiterlesen

Seite 36 von 47

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén