Klaus Kunze

Gebt den Toten Heimrecht!

Lesen als subversiver Akt

Konservativ zu sein, heißt heute wohl auch: Leser zu sein und nicht Fern-Seher. Die ö.-r. Medien vermitteln gern die Illusion, über das Wichtige zu informieren. Tatsächlich vermitteln sie nur, was wir zur Kenntnis nehmen sollen. Wie in Ray Bradburys „Fahrenheit 451“ kann das Lesen heute ein subversiver Akt sein. Er ist immer Minderheiten vorbehalten. Die Masse guckt, die Elite liest. Diese Minderheit trifft dann allerdings eine gewisse Pflicht, das Gelesene nach dem Schneeballsystem weiterzugeben und bloßen Gelegenheitslesern verdaulich zu machen.

Ein mir von einem Antiquar in Gießen berichteter Rückgang und Preisverfall antiquarischer Bücher resultiert im wesentlichen auch aus demographischen Gründen. Die alte, gebildete Generation hinterläßt mehr gute Bücher, als die junge, nur halb so zahlreiche und höchstens halb so gebildete, Generation aufzunehmen und zu kaufen mag.

Was du ererbt ….

Friedrich Schiller dichtete: Was du ererbt von deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen!“ Weiterlesen

Vom Dorfjungen in der Sowjetischen Besatzungszone zum Deutschen Mannschaftsmeister

Ein zeitgeschichtliches Dokument

Paul Tröger, damals auch Chefredakteur der „Fußballwoche“, sagte einmal: „Ich lese jetzt nur noch Biographien.“ Gerade Autobiographien spiegeln oft wie keine zweite Literaturgattung die Zeitgeschichte. Ein halbwegs realistisches Bild früherer Epochen erlangt man nur, wenn man es aus erster Hand liest.

Eine solche erste Hand ist der 1933 in Schlesien geborene Klaus Eckhard Kunze. Mit Paul Tröger, Robert Hübner und anderen wurde er 1967 Deutscher Mannschaftsmeister im Schach. Die Schachgemeinschaft des Kölner Stadtteils, SG Porz, zählte auch später zu den deutschen Spitzenvereinen.

Seine Schachlaufbahn begann er 1947 nach langem elternlosen Aufenthalt in einem Flüchtlingslager. Dem abgemagerten Oberschüler boten sich in Meisdorf am Harz wenig Alternativen, das im Kopf hungrig brennende Feuer zu füttern: kein Fernsehen, fast keine Bücher, kein Internet, keine geistigen Angebote. So wurde er denn zuletzt Schachmeister. Für einen „Spitzensportler der DDR“ gab es Vergünstigungen. Weiterlesen

Die Volksgemeinschaft im Maskenkollektiv

Die sozialistische Wartegemeinschaft

Letzte Woche sah ich sie bei einem Blick aus dem Fenster wieder: Die gute, alte sozialistische Wartegemeinschaft. So nannte man in der DDR ironisch eine Warteschlange vor einem Laden, in dem es „etwas gab“. In meiner Apotheke gegenüber gab es Atemmasken für alte Leute, und so standen sie da:

Mit 1,5 m abgezirkeltem Abstand im nieseligen Dezemberwind, ihrer Gesundheit zuliebe. In der sozialistischen Wartegemeinschaft sind alle gleich. Die auserwählten „noch Gleicheren“ mußten da nicht mitstehen. Scharfsinnige Zeitgenossen haben die Schicksalsgemeinschaft im DDR-Sozialismus als Fortsetzung der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft unter (leicht) variierten roten Fahnen betrachtet. Die roten Fahnen sozialistischer Revolutionen standen immer für die Macht des Kollektivs über den Einzelnen.

„Die Volksgemeinschaft ist zurück,“ stellte Jan Fleischhauer lapidar fest.

Das Ideal einer Gesellschaft, in der Egoismus und Eigensinn keinen Platz mehr haben und alle sich einem großen Ziel verpflichtet fühlen, war etwas aus der Mode geraten.

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Das Angstkartell von Politik, Medien und Finanzkapital

Seuchengewinnler

Wir wissen alle nur zu gut, auf wessen Kosten der Regierungs-„Kampf gegen Corona“ ausgetragen wird. Wir alle bezahlen ihn, und voraussichtlich werden noch unsere Kinder an den Schulden zahlen – falls es dann noch Kinder gibt.  

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtete am 11.12.2020, wer die Nutznießer sind. Die Seuchengewinnler sind nicht unmittelbare Nutznießer der Viren, sondern Profiteure der auf uns herabhagelnden Verbote.

Amerikas Supereiche sind während der Corona-Pandemie noch reicher geworden. Laut einer Studie der Organisation Amerikaner für Steuergerechtigkeit (ATF) und der Denkfabrik Institute for Policy Studies (IPS) erhöhte sich das Gesamtvermögen der etwa 650 Milliardäre des Landes seit den ersten Meldungen über Infektionn mit Sars-CoV2 im März um mehr als eine Billion Dollar oder mehr als 826 Milliarden Euro.

So reich wie noch nie, FAZ 11.12.2020, Nr.289, S.6.

Während unsere Regierung unserer Wirtschaft weitgehend das Geldverdienen verbietet, tritt ausländische Konkurrenz an ihre Stelle. Weiterlesen

Rundfunk: Gebühren für unsere selbstbezahlte Gehirnwäsche

Für unsere linken Systemveränderer wäre ein Aus für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk der Supergau schlechthin. Die Revoluzzer von damals haben „das System“ schon lange verändert und steuern es jetzt in ihrem Sinne stramm auf Linkskurs. Umfragen zufolge sind die meisten Mitarbeiter der Staatssender rotgrün nicht nur angehaucht. Viele sind Linksextremisten bis ins Mark.

Die Informations- und Meinungskontrolle bildet ihre Machtbasis. Als „Gatekeeper“ (Torwächter) filtern sie das Nachrichtenaufkommen danach, was sich für ihre Propaganda eignet und was nicht. Muß unbedingt etwas Unpassendes vermeldet werden, „framen“ sie es ein, verpacken es also in ihre linke Sicht so, daß es sie zu bestätigen scheint.

Mit einer weiteren Aufblähung ihres Etats ist jetzt erst einmal Schluß. Doch das bedeutet für uns nur, daß unsere ideologischen Daumenschrauben zur Zeit nicht noch fester angezogen werden können als bisher.

Wir sollten unsere Staatssender endlich einmal demokratischer Kontrolle unterwerfen. In ihren Gremien und Rundfunkräten haben Vertreter angeblich gesellschaftlich relevanter Gruppen das Sagen, die von Parteipolitikern ausgekungelt werden. Weiterlesen

Die Freiheit unter der Maske

Über das Unbehagen am Konformismus: die Auflösung aller Dinge, Deserteure und Waldgänger

Der Mann ohne Eigenschaften

Während aus den Fabriken gleichförmige Produkte industrieller Massenfertigung strömen, tendiert die Massengesellschaft auch zur Vereinheitlichung ihrer Menschen. Machen wir uns nichts vor: Ob wir mit rot-weißen Fanschals des einen oder mit blau-weißen eines anderen Vereins ins Stadion gehen, macht uns nicht zu unterschiedlichen Menschen. Die Moden und Versatzstücke scheinbar verschiedener Trends können nicht überdecken, daß die Menschen der Massengesellschaft in wesentlichen Fragen gleich geprägt sind.

Die meisten möchten auch gar nicht aus der gesellschaftlich anerkannten Rolle fallen. Das Bedürfnis nach Anerkennung ist ein psychisches Grundbedürfnis. Wer möchte schon Außenseiter sein? Dazu wird man schnell, wenn man sich nicht anpaßt. Also geht man lieber konform mit den üblichen oder den zu erwartenden unhinterfragten Gewohnheiten, den in Gesprächen geäußerten Meinungen über Gott und die Welt und den vielen kleinen und großen kulturellen Details. Weiterlesen

Kommt es auf das Sterben oder auf das Leben an?

Unser Grundgesetz hat nicht das Leben, sondern die Menschenwürde zum höchsten Verfassungsgut erklärt. Nicht daß wir alle sterben müssen, sondern wie wir leben, ist die unter uns Lebenden entscheidende Frage.

Sie ist eine Frage der inneren Haltung, die nur jeder für sich selbst beantworten und entscheiden kann. Unser Staat will uns ermöglichen, in Würde zu leben, zwingt uns aber nicht dazu. Jeder hat die Freiheit, sich selbst zu erniedrigen, vor vermeintlich Höherem auf den Knien herumzurutschen, sich bei Mächtigen einzuschleimen und zu katzbuckeln, ja sogar, sich sinnlos zu betrinken und besudelt in der Gosse zu landen.

Es ist eine Frage des persönlichen Geschmacks und des individuellen Stils einer Person, erhobenen Hauptes, gebeugten Knies oder gar besudelt durchs Leben zu gehen. Dränge ein Psychologe tief in eine Persönlichkeit ein, fände er gewiß die letzten Gründe unserer Verschiedenheit: Schwach und darum unterwürfig fühlt sich vielleicht der eine, stark und trotzig ein anderer. Weiterlesen

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